Selbstgedrehtes Video überführt Raser

Drei «Raser-Brüder» kosovarischer Abstammung waren während Monaten in ihren getunten Autos massiv zu schnell unterwegs. Die Polizei kam ihnen auf die Schliche, weil sie ihre Schnellfahrten mit dem Handy filmten.

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(Symbolbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

(Symbolbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Am 21. Dezember 2009 verursachte ein 24-jähriger Portugiese aus dem Kanton Nidwalden auf der Autobahn A2 im Tunnel Spier einen Selbstunfall. Er wollte einen vorausfahrenden Kollegen aufholen und fuhr mit übersetzter Geschwindigkeit durch den Spiertunnel. Dabei verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte mit der Tunnelwand. Verletzt wurde niemand. Wie die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden mitteilen, kommt ein Gutachten vom Wissenschaftlichen Dienst der Stadtpolizei Zürich zum Schluss, dass der Fahrer mit einer Geschwindigkeit von über 187 km/h (erlaubt 100 km/h) unterwegs war. Der Lenker wurde vom Amtsstatthalteramt Luzern an das Amtsgericht Luzern-Land zur Beurteilung überwiesen.

Videodateien mit massiven Verkehrsverletzungen
Bei den Unfallermittlungen entdeckte die Polizei auf dem Natel des vorausfahrenden Kollegen aus dem Kosovo Videodateien, welche verschiedene massive Verkehrsverletzungen aus der ganzen Schweiz dokumentierten. Weitere Untersuchungen ergaben, dass er (24 Jahre) und seine zwei Brüder (22 Jahre und 29 Jahre) in der Zeit von 2007 bis 2009 mehrmals gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen hatten. Die drei Brüder wurden unter anderem wegen mehrfachen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit verurteilt. Sie wurden mit Freiheitsstrafen von 6 Monaten (bedingt / Probezeit von 2 Jahren) und Bussen zwischen 2'000 bis 3'000 Franken bestraft. Zudem haben sie die Untersuchungskosten von rund 1'000 – 3'800 Franken zu bezahlen. Der Amtsstatthalter hat die Fahrzeuge der Brüder (getunter BMW und leistungsstarkes Motorrad) als Tatinstrument eingezogen und verwertet. Einer der Männer ist eingschlägig vorbestraft. Die Urteile sind rechtskräftig.

rem