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SEMESTERSTART: Ab heute ist Luzern wieder Studentenstadt

Was beschäftigt die drei Luzerner Hochschulen in diesem Jahr? Wir haben bei den Rektoren nachgefragt.
In die Luzerner Hochschulen kehrt wieder Leben ein – so auch an der Uni. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

In die Luzerner Hochschulen kehrt wieder Leben ein – so auch an der Uni. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Ismail Osman

Heute beginnt offiziell das neue akademische Jahr. Rund 10 000 Studenten und Studentinnen starten in einer der drei Luzerner Hochschulen ins Studienjahr. Die drei Institutionen besitzen sehr unterschiedliche Profile. Entsprechend stehen sie vor verschieden gelagerten Herausforderungen, wie den jeweiligen Rektoren im Gespräch zu entnehmen ist.

Uni: Enge Finanzen

Für den Rektor der Universität Luzern, Paul Richli, ist das neue Jahr zugleich sein letztes im Amt. Eine Findungskommission versucht derzeit seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin zu bestimmen. Eine spezielle Ausgangslage, dessen ist sich auch der 69-jährige Richli selbst bewusst. «Ich bin aber weder müde noch resigniert. Im Grunde ist da noch immer die gleiche Begeisterung wie zu Beginn», sagt der Uni-Rektor. «Nachtrauern werde ich dieser Zeit aber nicht, das ist nicht mein Naturell. Ausserdem: Es gibt bis zum Schluss noch viel zu tun.»

Den offensichtlichen Schwerpunkt bildet die neue Wirtschaftsfakultät, deren Startschuss, nach langen Diskussionen und der Abstimmung im November 2014, in einem Jahr erfolgen soll. «Es ist ein fremdes Kind, das ich im Babyalter hege», sagt Richli der keinen Hehl daraus macht, dass er eine medizinische Fakultät bevorzugt hätte. Dennoch sei er stolz, dass diese mit dem Ende seiner Zeit an der Uni Luzern definitiv starten werde.

Mit der Wirtschaftsfakultät verbunden – aber auch darüber heraus – werden die Finanzen dieses Jahr eine zentrale Rolle einnehmen. «Die Sparmassnahmen des Kantons haben enorme Auswirkungen darauf, wie sich die Universität weiterentwickeln kann und muss», sagt Richli und erklärt. «Im Moment führen wir zwei Bereiche – Gesundheitswissenschaften sowie das Zentrum Religion, Wirtschaft und Politik – ohne Anteil vom kantonalen Globalbudget. Gleiches wird für die Wirtschaftsfakultät gelten.» Richli hat zwar Verständnis für die Sparbemühungen des Kantons, hinterfragt aber die Diskrepanz zwischen Mitteln und Erwartung: «7,2 Prozent des Gesamtaufwandes des Kanton Luzern entstehen zuhanden der Hochschulen.» Der schweizweite Durchschnitt liege bei 10,5 Prozent. «Man erwartet von uns aber sicher nichts Geringeres als mindestens eine schweizweit durchschnittliche Leistung.»

In diesem Jahr kommen keine neuen Studiengänge ins Curriculum der Uni, mit dem Start der Wirtschaftsfakultät wird die Studentenzahl demnächst trotzdem nochmals ansteigen. Heute sind es rund 2500 Bachelor- und Masterstudenten. Mit den Doktoranden sind es rund 2800 Personen. Die Strategie der Uni für die Jahre 2012 bis 2020 sieht vor, dass die Schule bis zum Ende der Periode auf bis zu 3500 Personen anwächst. Für Richli im heutigen Klima eine unrealistische Zahl. «Die 3000er-Marke zu knacken, ist dagegen ein durchaus realistisches Ziel.» Die Uni Luzern würde auch dann noch eine der kleinsten weltweit bleiben. «Grössenwahn gibt es in dieser Beziehung hier keinen.»

Hochschule: Neue Studiengänge

Mit Ausblick auf das neue Studienjahr drängen sich bei der Hochschule Luzern vor allem Infrastrukturthemen auf, erklärt Rektor Markus Hodel: «Das neue Informatikdepartement soll bereits in einem Jahr in den Gebäuden auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz starten.» Zudem steht die erste Etappe des Umzugs des Departements Design und Kunst in die Emmer Viscosistadt an.

Hinzu kommen auch noch längerfristige Projekte wie der Neubau für das Departement Musik beim Südpol und die Sanierung und Erweiterung der Räumlichkeiten des Departements Technik und Architektur in Horw. «Dort ist schon seit längerer Zeit klar, dass wir mehr Raum benötigen», sagt Hodel. «Im Moment sind wir diesbezüglich im Gespräch mit dem Kanton.» Einen verbindlichen Zeithorizont gebe es derzeit aber weder für erste Sanierungsmassnahmen noch für mögliche Erweiterungsbauten.

«Inhaltlich wollen wir unsere Strategie zum Thema ‹Lebenslanges Lernen› vertiefen», sagt Hodel. «Konkret geht es darum, diverse Formen der angebotenen Aus- und Weiterbildungen noch feiner aufeinander abzustimmen.»

Mit dem neuen Studienjahr starten an der HSLU auch gleich zwei neue Bachelor-Studiengänge: jener der Medizintechnik und des Energy Systems Engineering. Letzterer ist komplett in Englisch gehalten. Für die kommenden Jahre rechnet die Hochschule Luzern mit einem weiteren moderaten Wachstum ihrer Studierendenzahlen. Von einem Wachstum wird vor allem in den technischen Studiengängen ausgegangen. Waren es 2014 gesamthaft 5697 Studierende, rechnet man bei der Hochschule bis 2017 mit rund 6300 Studierenden.

Noch unausgeschöpftes Potenzial sieht Hodel etwa in der Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Alumni. Diese sind in einem selbstständigen Verein organisiert. «Wir sind interessiert daran, den Austausch mit unseren Alumni zu intensivieren», sagt Hodel und erklärt: «Die Hochschule Luzern verfügt über ein weites Netzwerk, und die Alumni bewirtschaften ihre eigenen Kontakte.» Diese Netzwerke stärker miteinander zu verknüpfen, eröffne beiden Seiten interessante Möglichkeiten. «Beispielsweise wenn es um Forschungsprojekte oder die Konzeption von Weiterbildungen geht.»

PH Luzern: Einführung Lehrplan 21

«Sicherlich wird uns die Einführung des Lehrplans 21 in diesem Jahr besonders beanspruchen», sagt Hans-Rudolf Schärer, Rektor der Pädagogischen Hochschule Luzern. Über 70 Mitarbeiter der PH sind in das Grossprojekt involviert. «Wir liefern einen wesentlichen Beitrag dazu, indem wir die Einführung aller Lehrpersonen in den neuen Lehrplan gewährleisten», erklärt Schärer.

Ein leidigeres Thema für die PH ist ihre räumliche Situation. Derzeit ist die Schule auf nicht weniger als 10 Standorte in der Stadt Luzern verteilt. Hinzu kommt, dass die Studierendenzahlen der PH sich weiterhin im Steigflug befinden. «Dass wir ein eigenes Gebäude anstreben, ist kein Geheimnis», sagt Schärer. An der Situation wird sich auch dieses Jahr nichts ändern. Schärer sieht aber einen Silberstreifen am Horizont: «Ein Planungsbericht zur Immobilienstrategie des Kantons ist derzeit in Bearbeitung. Es ist zu hoffen, dass darin gewisse Vorentscheide getroffen werden, die mittelfristig auch ein eigenes PH-Gebäude vorsehen.»

Von 16 Pädagogischen Hochschulen, die in der Schweiz bestehen, ist die PH Luzern die viertgrösste. Daran wird sich nichts ändern – im Gegenteil. «Es ist gut möglich, dass wir im kommenden Jahr die ‹magische› Zahl von 2000 Studierenden erreichen», sagt Schärer. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die PH Luzern ursprünglich für gerade mal 800 Studenten konzipiert war. «Das enorme Wachstum kommt nicht von ungefähr», führt Schärer aus. «Wir sind als Schule beauftragt, genügend Lehrpersonen auszubilden, um die Nachfrage in der Region und darüber hinaus zu decken.» Da in den kommenden Jahren sehr viele Lehrer und Lehrerinnen in Pension treten werden, ist auch damit zu rechnen, dass die Studierendenzahl der PH nicht so bald den Sinkflug antreten wird.

Potenzial sieht Schärer für seine Schule vor allem im Bereich Forschung: «Es ist so, dass aus der Praxis ein klares Verlangen besteht nach mehr Wissen in Bereichen wie Fachdialektik, Sprachunterricht, neue Medien oder Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund», sagt Schärer. «Solche Themen sollten wir, gerade wegen unserer bewusst praxisnahen Ausbildung, wissenschaftlich noch intensiver bearbeiten können.»

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