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Gedenkfeier: Sempach als Symbol für Selbstverantwortung

An der Gedenkfeier zur Schlacht von Sempach war die österreichische Botschafterin zu Gast. Sie betonte die Gemeinsamkeiten der Schweiz und Österreichs – und lobte die Errungenschaften der vergangenen 600 Jahre.
Regula Gassmann
Umzug anlässlich der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)

Umzug anlässlich der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)

«In kurzem bringt Euch blutigrot ein Eidgenoss das Morgenbrot!» heisst es im Sempacherlied. Am Sonntagmorgen waren es Frauen und Mädchen im mittelalterlichen Gewand, die an die Besucher der Schlachtfeier Sempach Brotsäcke verteilten. In aller Früh wurden die 1100 Brotsäcke mit frischem Brot, Käse, Butter, Konfitüre und einem Milchkaffee-Gutschein gefüllt. Damit gestärkt zogen Männer mit Hellebarden, die Harmonie Sempach, eine Delegation der Schweizer Garde, geladenen Gäste, verschiedene Delegationen und Kinder mit Fahnen aller Luzerner Gemeinden durch das Städtli in die Kirche St. Stefan ein. Dort feierte man einen ökumenischen Gottesdienst. Pfarrerin Marie-Luise Blum hielt die Festpredigt und forderte die Gemeinde auf, in den Spiegel zu Blicken und zu erkennen, auf wessen Schultern man stehe.

Der Luzerner Regierungspräsident Robert Küng (FDP) begrüsste die Festgesellschaft und sagte – mit dem Wissen aus der Geschichte – dass jeder Konflikt überwunden werden könne. Standen sich doch 1386 bei der Schlacht bei Sempach die Österreicher, respektive die Habsburger, und die Schweizer als Feinde gegenüber. Gestern hielt die Botschafterin der Republik Österreich, Ursula Plassnik, die Festrede.

Integrationsprozess als Paradebeispiel

Sempach sei kein Symbol der Verkrustung, der Abkapselung, der Erstarrung. «Sempach heute steht vielmehr für den Mut, Verantwortung in die eigenen Hände zu nehmen und gelegentlich bisher Unerprobtes zu wagen», so Plassnik. Der Botschafterin sind die Gemeinsamkeiten der Schweiz und Österreichs wichtig. Beides seien kleine Länder im Herzen Europas, eingebettet in grössere Zusammenhänge. Das Schicksal Europas sei auch unser Schicksal. Heutige Herausforderungen wie Klimawandel und Handelskriegen liessen sich nicht im Alleingang lösen, sondern bedürfen Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen den Staaten.

Diesjähriger 1. Juli ist für Österreich ein wichtiger Tag. Österreich hat nun für sechs Monate den EU-Vorsitz. «Die Schweiz hat mehrere Jahrhunderte für ihren erfolgreichen Integrationsprozess benötigt. Im Vergleich dazu steckt der europäische Integrationsprozess – zeitlich gesehen – noch in den Kinderschuhen.» Weiter meint die Botschafterin: «Selbstbestimmt beratschlagen, entscheiden und gemeinsam handeln – das war und ist eine Stärke der Eidgenossen, und das ist und wird eine Stärke der EU sein.» Die Botschafterin will ihre Festrede aber nicht als Plädoyer für einen EU-Beitritt der Schweiz verstanden wissen.

«Brauchen nicht den Opfertod zu sterben»

In einem Gedankenexperiment stellte sich Ursula Plassnik einen Feldherrn der Schlacht bei Sempach vor. Was würde er zur Festgemeinde und dieser Gedenkfeier sagen? «Diese Leute, die heute in dieser Kirche sind, was haben sie für ein Glück! Die brauchen nicht den Opfertod zu sterben. Die brauchen nicht Blut vergiessen, um sicher zu bewähren. Sie dürfen in Rechtsstaaten leben. Dürfen in Freiheit leben. Die haben eine solide Demokratie. Und ich glaube, er würde sich im Positiven wundern, was alles in 600 Jahren möglich geworden ist, wovon er in seiner Generation noch geträumt hat.»

Nach den Reden zog die Festgemeinde weiter vor das Rathaus, wo sie ein Apéro der Gastgemeinde Luzern erwartete. Die Speisen kamen aus allen Himmelsrichtungen und wurden vom Sentitreff vorbereitet. Der Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli (SP) überbrachte das Grusswort. Mit den beschwingten Klängen des Luzerner Fischermanns Orchestra endete die Feier.

Das traditionelle Morgenbrot im Städtli an der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Morgenbrot im Städtli Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Bereit für den Umzug durchs Städtli Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Impressionen vom Umzug der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Impressionen von der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Der Schwyzer Regierungsrat Andreas Barraud (SVP, Mitte) und der Luzerner Regierungsrat Robert Küng (FDP, rechts) an der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Schwyz war Gastkanton an der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Rund 15 Gruppierungen nahmen an der Prozession teil. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Der Luzerner Regierungsrat Paul Winiker (SVP) an der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Impressionen von der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Impressionen von der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Fritschivater Alfred Meier an der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Impressionen von der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Impressionen von der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Impressionen von der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Impressionen von der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Der ökumenische Gottesdienst anlässlich der Schlachtfeier Sempach. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Pfarrerin Marie-Luise Blum aus Hochdorf hielt die Festpredigt. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
Der Gottesdienst in der Kirche St. Stefan. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juli 2018)
19 Bilder

Farbenfrohe Schlachtfeier in Sempach

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