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SEMPACH: Aufgepasst: Eierdiebe leben gefährlich

Markus Grüter (28) kennt die Eigenheiten seiner 120 Strausse. So weiss er anhand der Körperhaltung, wie es dem Tier zu Mute ist.
Tamara Lipp
Was guckst du? In Sempach befindet sich die grösste Straussenfarm des Kantons Luzern. (Bild Pius Amrein)

Was guckst du? In Sempach befindet sich die grösste Straussenfarm des Kantons Luzern. (Bild Pius Amrein)

Etwas ausserhalb von Sempach, hinter einem kleinen Waldstück, liegt die grösste der fünf Straussenfarmen des Kantons Luzern. Man hört leise die monotonen Geräusche der nahe gelegenen Autobahn, und zwischendurch meldet sich der Hahn zu Wort – ansonsten ist es ruhig auf dem 18 Hektaren grossen Hof. Inhaber ist Markus Grüter (28), der zusammen mit seinem Partner Yves Wagner (31) den Betrieb seiner Eltern weiterführt. «Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für gefiederte Tiere, zudem wollte ich etwas anderes betreiben, als die traditionelle Landwirtschaft», sagt Grüter. Deshalb absolvierte der gelernte Gärtner die Kurzausbildung Nebenerwerb Landwirtschaft. So entstand aus dem Bauernbetrieb mit Schweinehaltung und Milchproduktion 2012 die Straussenfarm.

Straussenfarm von Markus Grüter in Sempach. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))Straussenfarm von Markus Grüter in Sempach. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Bild: Pius Amrein (Neue LZ)Bild: Pius Amrein (Neue LZ)
Straussenfarm von Markus Grüter in Sempach. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))Straussenfarm von Markus Grüter in Sempach. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
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Straussenfarm in Sempach

25 Hühnereier in einem Ei

Die Farm hat insgesamt zwölf Ställe für gut 120 Strausse, die in verschiedene Altersgruppen eingeteilt sind. «Wir ziehen sie von Hand auf, deshalb sind unsere Strausse sehr zahm», sagt Grüter. Das Wildtier dürfe man nicht in die Ecke treiben, es brauche immer eine Fluchtmöglichkeit, sonst werde der Strauss panisch. Aus Sicherheitsgründen haben sie einen Doppelzaun, der vorschriftsgemäss 1,80 Meter hoch ist. Grüter sagt: «Mich faszinieren die eleganten Bewegungen und das soziale Verhalten der Strausse.»

An der Körperhaltung erkenne er den Gemütszustand des Tieres. «Bei einem gerade aufgerichteten Hals geht es dem Tier gut.» Ein aufgestellter Schwanz und Gefieder könne auf mögliches Aggressionsverhalten hinweisen. Doch das komme selten vor. «Wenn wir ihnen die Eier klauen, müssen wir allerdings aufpassen. Aber das ist verständlich», sagt Grüter. Eine Straussenhenne legt gut 50 Eier im Jahr. Das Ei mit der sehr kalkhaltigen Schale wiegt gut 1,5 Kilogramm und entspricht ungefähr 25 Hühnereiern.

Die Beine sind seine Waffe

Auslauf haben die bis zu 2,7 Meter grossen Tiere auf dem weitläufigen Hof genug, und die Türen zum Stall sind immer offen. «Nur bei sehr kalten Temperaturen schliessen wir die Türen, da Glatteis gefährlich ist und sie keinen Durchzug mögen.» Der Bewegungsdrang des Tieres müsse befriedigt werden. «Bereits in der zweiten Lebenswoche lassen wir die Küken auslaufen. Das ist wichtig für die Bildung der starken Beine – Fundament und Verteidigungswaffe des Strausses», erläutert Grüter. Die ersten acht Zuchttiere holten sie aus Deutschland. Grüter erzählt: «In der Schweiz kann es zu Blutproblemen kommen, da die Tiere oft aus derselben Familie stammen. Um Inzucht zu vermeiden, holten wir deshalb kürzlich zwei neue Männchen aus Deutschland.»

Von der Brut bis zur Schlacht machen Grüter und Wagner alles selber. Ihr Hauptprodukt ist das Straussenfleisch. Pro 100 Gramm kostet das Fleisch zwischen 2,90 Franken für das Straussen-Gulasch und 7,20 Franken für das Straussenfilet. «Pro Tier erhält man 25 bis 40 Kilogramm Fleisch», sagt Grüter. Gut 14 Monate dauert es, bis das Tier geschlachtet werden kann. Im Jahr werden 50 bis 100 Strausse geschlachtet. «Das Fleisch ist sehr kostbar, cholesterin- und fettarm. Aber im weltweiten Fleischkonsum macht das Straussenfleisch nicht mal ein Prozent aus.» Einmal im Monat veranstaltet Grüter einen Verkaufsabend (www.straussenfarm-sempach.ch). «Uns ist es wichtig, dass die Verkaufsstelle auf dem Hof ist. So sieht der Konsument, woher das Fleisch kommt. Zudem schätzen wir den direkten Kundenkontakt.»

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