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SEMPACH: Bis zum letzten Ton im Freudentaumel

Trotz Tausender Gäste im Saal und am Strassenrand: Die Musikanten ­liessen sich auch beim Finale des Musikfestes nicht aus dem Takt bringen.
Sempach stand gestern ganz im Zeichen der Blasmusik. Mit dabei beim Marsch durchs Städtli war auch die Musikgesellschaft Doppleschwand. (Bild Dominik Wunderli)

Sempach stand gestern ganz im Zeichen der Blasmusik. Mit dabei beim Marsch durchs Städtli war auch die Musikgesellschaft Doppleschwand. (Bild Dominik Wunderli)

Evelyne Fischer

Mit der Note B war alles vorbei: Die Musikgesellschaft Schlierbach sorgte gestern auf der Parademusik-Strecke als letzte von insgesamt 29 Formationen für den guten Ton. Den Schlusspunkt unter den Marschmusik-Wettbewerb zu setzen, sei für die Schlierbacher Aktiven «eine grosse Ehre», sagt deren Präsident Michael Koller. Umso mehr fuchste es ihn, nicht mitmarschieren zu können. Denn statt sich feinsäuberlich einzureihen, säumte er wie unzählige Zuschauer den Strassenrand. An Krücken. Diese wird er dummerweise erst in zwei Wochen los. Koller nimmts mittlerweile mit Humor: «Immerhin konnte ich meinen Kollegen so kräftig die Daumen drücken.»

Im Jubel ging die Punktzahl unter

Schon früher kam die Musikgesellschaft Wauwil zum Zug. Mit dem Stück «Parademusik-Fan» überzeugte sie nicht nur das Publikum: 51,8 Punkte heimste sie sich ein. Im Freudentaumel ging das Juryverdikt allerdings zunächst komplett unter. «Ein Wunschresultat», jubelte André Vogel, Präsident der Musikgesellschaft. Diese hatte im vergangenen Jahr den kantonalen Musiktag in Wauwil organisiert. «Unser Auftritt bewies: Wir haben das Spiel trotz dieser Pause nicht verlernt», sagte Vogel.

Musikgesellschaft Doppleschwand (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Doppleschwand (Bild: Dominik Wunderli)
Feldmusik Winikon (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Gettnau (Bild: Dominik Wunderli)
Feldmusik Winikon (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Wauwil (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Wauwil (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Romoos (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Romoos (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Wangen bei Olten (Bild: Dominik Wunderli)
Feldmusik Gunzwil (Bild: Videostill rem)
Brass Band Feldmusik Zell (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Brass Band Feldmusik Zell (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Musikgesellschaft Emmen (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Musikgesellschaft Emmen (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Brass Band Musikgesellschaft Schwarzenberg (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Marbacher Feldmusik beim Auftritt in der Festhalle (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Marbacher Feldmusik beim Auftritt in der Festhalle (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Brassband Feldmusik Winikon (Bild: Videostill rem)
Musikgsellschaft Harmonie Beromünster (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Flühli (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Schwarzenbach (Bild: Videostill rem)
Feldmusik Uffikon, MG Buchs (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Schenkon (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Oberkirch (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Richenthal-Langnau (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Kleinwangen-Lieli (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Doppleschwand (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Flühli (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Flühli (Bild: Videostill rem)
30 Bilder

Musikfest Sempach

Ob der prallen Sonne glänzten die Stirnen der Wauwiler Musikanten. Aufs kühle Blonde mussten sie sich allerdings gedulden noch stand der Konzertvortrag an. Also begnügten sie sich damit, die Kittel auszuziehen, die Hemdsärmel hochzukrempeln und den Hut am Arm baumeln zu lassen. Dass das Quecksilber im Thermometer gestern kräftig in die Höhe stieg, sah man nicht nur den Aktiven an: Die Schattenplätze waren heiss begehrt, die Sonnenbrillenträger zahlreich. Man konnte ferner beobachten, wie Ehrendamen nach dem Auftritt ihre Pumps gegen Flipflops eintauschten, wie SVP-Nationalrätin Yvette Estermann aus Kriens im luftigen Sommerkleid daherkam und sich Regierungspräsident Reto Wyss aus Rothenburg gar den Sonnenhut aufsetzte.

Exportschlager Blasmusik

Die Hitze tat der guten Laune des Regierungspräsidenten keinen Abbruch: Mit speziellem Gruss hiess er bei seiner Festansprache das Klarinettisten-Register willkommen. Dieses habe mit der Luzerner Regierung eines gemein: «Klarinettisten sind in den Korps Mangelware ebenso wie bald die Frauen in der Regierung.» Wyss zeigte nicht nur Herz für Minderheiten, sondern brachte auch seinen Stolz zum Ausdruck: «Luzern ist ein Kulturkanton mit zwei Exportschlagern: dem Lucerne Festival und der Blasmusikszene.» Die Luzerner Formationen würden auf Topniveau spielen. «Und mit anständigem Frauenanteil.» Musikanten seien damit ausgezeichnete Botschafter für den Kulturkanton. «Die Formationen sorgen für Chitt im Dorf, im Kanton, im Land.»

Besondere Ehre für Ur-Sempacher

Der Höhepunkt des morgendlichen Festakts im Städtli war die Übergabe der Kantonalfahne. Ein Moment, den Toni Käppeli wohl nie vergessen wird. Der Ur-Sempacher gehört seit 61 Jahren der Musikgesellschaft Harmonie Sempach an, seit 2002 amtet er als deren Fähnrich. Es sei die Kür seiner Karriere, nun über die Kantonalfahne zu wachen, meinte Käppeli. Just als der 77-Jährige diese ergriff, liess eine kräftige Böe die Fahne verheddern. Ruhig Blut, sagte sich da der «würdige, stramme Kantonalfähnrich» (Zitat OK-Präsident Peter Gabriel). Im Handumdrehen hatte er den Stoff entwirrt, die Fahne zum Gruss erhoben.

Es war nicht das letzte Mal, dass vor historischer Kulisse kräftiger Beifall ertönte. Denn insgesamt feierten an den beiden Festwochenenden des 29. Luzerner kantonalen Musikfestes 25 000 Blasmusik-Fans mit. Sie applaudierten 4000 Aktiven und 1400 Jungmusikanten und genossen einen Grossanlass, der dank 1500 Helfern rundum stimmig war. Nicht nur OK-Präsident Peter Gabriel (siehe Nachgefragt) machte damit seinem Spitznamen «Der Organisator» alle Ehre auch der Kanton bewies: Den Ruf als Blasmusik-Hochburg hat sich Luzern redlich verdient.

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