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SEMPACH: Das Haus ist Teil der Geschichte

In drei Monaten eröffnet das neue Museum im ehemaligen Rathaus. Durch die Strahlkraft der Schlacht­feiertradition soll es zu nationaler Bekanntheit gelangen.
Florian Weingartner
Sie prägten die Erneuerung des alten Sempacher Rathauses mit (von links): Historiker Kurt Messmer, Joe Ineichen (Korporation), Werner Fluder (Präsident Rathausstiftung) und Martin Steger (ehemaliger Stadtarchivar). (Bild Pius Amrein)

Sie prägten die Erneuerung des alten Sempacher Rathauses mit (von links): Historiker Kurt Messmer, Joe Ineichen (Korporation), Werner Fluder (Präsident Rathausstiftung) und Martin Steger (ehemaliger Stadtarchivar). (Bild Pius Amrein)

Genau 540 Jahre alt ist das ehemalige Rathaus in der kleinen Altstadt von Sempach. Nun erstrahlen die roten Balken und weissen Wände in neuem Glanz. Die Restaurierung und der Umbau im Innern sind so gut wie abgeschlossen. Die Bauabnahme erfolgt demnächst, dann startet die Einrichtung des neuen Museums. Am 19. Juni feiert das restaurierte Rathaus mitsamt Museum dann Eröffnung.

Das ambitionierte Projekt hat viele Väter und Mütter. Involviert sind die Korporation Sempach als ehemalige Besitzerin des Gebäudes, die Stadt Sempach und der Museumsverein. Zusammengefasst werden die Interessen der Beteiligten in der Stiftung Rathaus Sempach, die von Werner Fluder präsidiert wird. «Das Museum wird nationale Ausstrahlung haben, davon sind wir überzeugt.» Massgeblich dazu beitragen soll die komplett neu konzipierte Ausstellung. «Das vorige Museum entsprach nicht mehr dem Zeitgeist», erklärt Fluder. Es war 1969 eingerichtet worden und zeigte vornehmlich Objekte des ländlichen Lebens.

Nachbildung des Winkelriedsteins

Für die Erarbeitung des neuen Konzepts wurde die Berner Kommunikationsagentur Wapico verpflichtet. Der Historiker Kurt Messmer, zusammen mit Martin Steger vom Museumsverein für die fachliche Expertise zuständig, verspricht: «Die Ausstellung wird attraktiv.» Als Highlight streicht er die Nachbildung des Winkelriedsteins hervor, dessen Fläche mit Filmaufnahmen von früheren Gedenkveranstaltungen bespielt werden soll.

Herzstück des Museums ist klar die Ausstellung zur Schlacht von Sempach mit der dazugehörigen Erinnerungskultur im Dachstock des Rathauses. Höhepunkt dieser Kultur, die bis heute gepflegt wird, war die 500-Jahr-Feier von 1886. An dieser Feier versöhnten sich Liberale und Konservative symbolisch.

Vielfältige Nutzung

Das Museum zieht sich aber durch das gesamte vierstöckige Gebäude. Dabei wird auch die wechselvolle Geschichte des Gebäudes gezeigt. Dieses war ursprünglich als frei stehendes Markt- und Handelsgebäude erbaut worden, wovon insbesondere die grosse Tuchlaube im ersten Stock zeugt. Im Erdgeschoss war lange Zeit eine Metzgerei untergebracht. Im zweiten Stock ist der Bürgersaal zu finden, in dem die Ratsgeschäfte erledigt wurden. Martin Steger ist wohl der profundeste Kenner der Geschichte des Hauses. Er sagt: «Über die Jahrhunderte wurde am Haus vieles verändert. Es war Markt, Rathaus, Gerichtsgebäude, Schule, Theater, und auch die Büros der Vogelwarte waren zu Beginn hier drin.»

Veränderungen sichtbar gemacht

Die zahlreichen baulichen Veränderungen werden nun teilweise sichtbar gemacht. So ist an der seeseitigen Fassade die Konstruktion aus verschiedenen Epochen sichtbar gemacht worden. Im Innern wurde zudem eine alte Stroh-Kalk-Mauer freigelegt, die hinter Glasscheiben zu sehen sein wird. Die Sempacher Stadträtin Mary Sidler Stalder sagt dazu: «Wir wollen die Geschichte des Hauses erlebbar machen.» In diesem Sinn sei das Haus selber das beste Stück der Ausstellung, da sind sich die Verantwortlichen einig.

Tuchlaube und Bürgersaal mit Foyer können für Veranstaltungen gebucht werden. Das Erdgeschoss wurde komplett umgebaut und mit Glasscheiben zur Gasse hin versehen. Im Empfangsraum soll ein Überblick über das Angebot im Haus gegeben werden.

Ursprünglich hätte das Museum bereits Anfang April eröffnet werden sollen. Die Verzögerung erklärt Stiftungspräsident Werner Fluder so: «Wir waren wohl etwas zu optimistisch. Die Restaurierung eines solchen Hauses ist meist aufwendiger, als man denkt, weil man nicht alles so vorfindet wie erwartet.» Auch die Museumsgestaltung habe letztlich eine solche Dynamik entwickelt, die mehr Zeit bedingte.

Mit Stadtführungen kombinieren

Wie das Museum betrieben werden soll, ist noch nicht restlos geklärt. Sicher soll es von Freitag bis Sonntag geöffnet sein. Für den Betrieb wird der Museumsverein zuständig sein. Die Initianten rechnen mit einer relativ sicheren Besucherquelle: Jährlich gibt es in Sempach rund 100 Stadtführungen, die von über 1000 Besuchern gebucht werden. «Mindestens diese Leute werden wohl auch eine Führung durch das Museum machen», so Fluder. Dafür wird es Kombi-Angebote geben, die Stadt- mit Rathaus- und Museumsführung verbinden. Der Einzeleintritt kostet 9 Franken für Erwachsene und 5 Franken für Kinder.

Hinweis

www.rathaus-sempach.ch

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