SEMPACH: Die Vogelwarte züchtet Rebhühner für Genf

Jahrelang hat die Schweizerische Vogelwarte in Sempach Rebhühner aufgepäppelt. Nun sollen die Tiere in Genf wieder angesiedelt werden.

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Ein Rebhuhn. (Bild Siegel/djv.newsroom.de)

Ein Rebhuhn. (Bild Siegel/djv.newsroom.de)

Das in der Schweiz beinahe ausge-storbene Rebhuhn soll eine neue Chance erhalten. Westlich von Genf soll mit gezüchteten und im Herbst freigelassenen Rebhühnern wieder ein neuer Bestand aufgebaut werden, wie die Schweizerische Vogelwarte Sempach am Donnerstag mitteilte.

Miniatursender für die Ortung
Landwirte, Gemeinden, der Kanton Genf und die Vogelwarte Sempach haben in der Champagne genevoise Pionierarbeit geleistet. Durch das gemeinsame Engagement sind dort 40 Hektaren Ausgleichsflächen entstanden, wo die Rebhühner ausgewildert werden sollen. Die paar wenigen verbleibenden Rebhühner in der Region reichten nicht mehr aus für eine Bestandeserholung.

Vor der Freilassung werden die Rebhühner mit individuell nummerierten Ringen und Miniatursendern versehen. Der Bestand soll von den Fachleuten aus Sempach laufend überwacht werden. Dank der Miniatursender kann der Standort jedes einzelnen Vogels über mehrere Monate genau eruiert werden.

Nur noch eine Handvoll Rebhühner
Das Rebhuhn kam mit der modernen Landwirtschaft nicht zurecht. Auf den grossen, eintönigen Agrarflächen findet es kaum mehr Samen von Wildkräutern als Nahrung. Auch die als Deckung wichtigen Hecken sind vielerorts verschwunden. Und die eingesetzen Pestizide vernichteten die Insektennahrung.

Von mehr als 10'000 Vögeln in den 1960-er Jahren sank der Bestand in der Schweiz auf je eine Handvoll Individuen in den Kantonen Genf und Schaffhausen.

ap/ana