SEMPACH: Die Volkszählung der Vögel beginnt

Wie steht es um die Vogelvielfalt in der Schweiz? Die landesweite Zählung unter der Leitung der Vogelwarte Sempach soll diese Frage beantworten.

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Wo ist der Gesang der Feldlerche noch zu hören? Die Volkszählung der Vögel soll die genaue Antwort geben (Bild: Vogelwarte/Stefan Rieben)

Wo ist der Gesang der Feldlerche noch zu hören? Die Volkszählung der Vögel soll die genaue Antwort geben (Bild: Vogelwarte/Stefan Rieben)

Am Wochenende beginnt die landesweite Volkszählung der wildlebenden Brutvögel in der Schweiz. An der Vogelwarte Sempach laufen die Vorbereitungen für dieses Grossprojekt auf Hochtouren. In den nächsten vier Jahren soll mit der Unterstützung von über tausend Freiwilligen ermittelt werden, wo in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein wie viele und welche Vögel brüten.

Die Volkszählung der Vögel wird gemäss Vogelwarte einen Gesamtüberblick über die rund 200 heimischen Brutvogelarten geben, vom seltenen Bartgeier bis zu unserer häufigsten Art, dem Buchfinken. Sie wird Hotspots der Artenvielfalt aufdecken und zeigen, in welchen Regionen und für welche Vogelarten Fördermassnahmen am dringendsten sind. Dadurch wird der Brutvogelatlas zu einer wichtigen Grundlage für den Natur- und Vogelschutz.

Spiegelbild des Wandels

Vögel brauchen ein vielfältiges Angebot an Lebensräumen mit genügend Nahrung und geeigneten Brutplätzen. Kann eine Landschaft die Anforderungen einer Vogelart nicht erfüllen, wird diese verschwinden. Die Situation der Brutvögel sei daher auch ein Spiegelbild des Wandels der gesamten Natur und der Landschaft, wie die Vogelwarte schreibt. Die Feldlerche beispielsweise brütete vor einigen Jahrzehnten noch weit verbreitet im Schweizer Mittelland. Mit dem Lebensraumverlust nahmen ihre Bestände immer stärker ab.

Der Klimawandel könnte dazu führen, dass in Südeuropa verbreitete Brutvögel wie der bunte Bienenfresser auch bei uns häufiger werden. Gleichzeitig zwingt die Erwärmung empfindliche Arten wie das Alpenschneehuhn, tiefere Lagen zu räumen.

pd/bep