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SEMPACH: Leitlinien für besonderen Weiler

Was passiert mit leer stehenden Scheunen im Sempacher Weiler Kirchbühl? Dieser Frage haben sich die Stadt Sempach und die Hochschule Luzern angenommen. Viel Spielraum bleibt nicht.
Susanne Balli
Der Weiler Kirchbühl oberhalb von Sempach. (Bild: Google Streetview)

Der Weiler Kirchbühl oberhalb von Sempach. (Bild: Google Streetview)

Susanne Balli

susanne.balli@luzernerzeitung.ch

Der Weiler Kirchbühl oberhalb von Sempach gehört zu den baukulturell bedeutendsten Weilern der Zentralschweiz. Er ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz verzeichnet. Was ihn so besonders macht, ist seine Wirkung als Ensemble. Wichtige Elemente sind die Kirche St. Martin, der Kirchhof und die historischen Bauernhäuser mit Gärten und Nebengebäuden. Das romanisch-gotische Gotteshaus ist eine der ältesten Kirchen des Kantons Luzern, die ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt hat.

Trotz schützenswertem Ortsbild wurden in der Vergangenheit auch Neubauten erstellt. Dies erfolgte aber im Einklang mit bestehenden Werten. Unter anderem auch wegen des hohen Engagements für Baukultur im Weiler Kirchbühl erhielt Sempach im letzten Jahr den Wakker-Preis.

Kirchbühl soll sich auch künftig weiterentwickeln können. Weil aufgrund des Strukturwandels die landwirtschaftliche Nutzung von Gebäuden abnimmt, stehen mehrere grosse Scheunen leer, die künftig neu genutzt werden sollen. Allerdings mit Einschränkungen, denn gemäss dem neuen Raumplanungsgesetz sind alle Weiler als Nichtbauzonen ausgewiesen (siehe Kasten).

Infoveranstaltung für die Bevölkerung

Gestützt auf die neuen Vorgaben hat der Sempacher Stadtrat letzte Woche neue Leitlinien zur Weiterentwicklung des Weilers verabschiedet. Diese basieren auf einem Projekt, das die kantonale Denkmalpflege und Archäologie, die Dienststelle Raum und Wirtschaft sowie die Hochschule Wirtschaft, Technik und Architektur in seinem Auftrag durchgeführt haben. «Miteinbezogen wurden auch die betroffenen Bewohner und Eigentümer», sagt Sempachs Bauvorsteherin Mary Sidler. Die neuen Leitlinien werden der Bevölkerung am 29. Januar präsentiert (siehe Hinweis).

Zu den vorhandenen Elementen des Weilers wurde ein Siedlungsinventar erstellt. Derzeit stehen vier Scheunen leer. Bei zwei bestehen laut Sidler Absichten, sie künftig einer neuen Nutzung zuzuführen. Eine der Scheunen ist im Besitz der Einwohnergemeinde Sempach. «Wir hatten schon mal vor, dort etwas zu machen. Es gibt aber bisher kein konkretes Projekt. Dafür wollten wir zuerst die Leitlinien abwarten, um dann die richtigen Schritte einzuleiten», sagt Sidler. Laut den neuen Leitlinien ist die Umnutzung dieser Scheune einem Ersatzneubau vorzuziehen. Sollte dies aufgrund mangel­hafter Bausubstanz nicht möglich sein, ist ein Neubau denkbar.

Fest steht: Künftige Bau­vorhaben sollen sich an die neuen Vorgaben halten. Damit soll der Weilercharakter und seine Quali­täten gestärkt werden. Ausgeschlossen sind zusätzliche Neubauten – unabhängig vom Ersatz der Scheunen – mit reiner Wohnnutzung. Auch die künftige Art der Nutzung der Scheunen ist in den Leitlinien definiert. Vorstellbar sind unter anderem folgende Nutzungen:

«In einem nächsten Schritt werden die neuen Leitlinien in einen ‹Richtplan Weiler Kirchbühl› überführt, der als Grundlage für die nächste Ortsplanungsrevision dient», sagt Sidler. Bei künftigen Bauprojekten solle wie bisher immer ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden. Bei Umbauprojekten werde es zudem ein begleitendes Verfahren durch ein Fachgremium geben.

Hinweis

Die Leitlinien zu Kirchbühl werden am 29. Januar um 19.30 Uhr im Alterswohnheim Meierhöfli Sempach der Bevölkerung präsentiert.

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