SEMPACH: Schlachtfeier-Diskussion weckt «Besorgnis»

Die Juso will an der Schlachtfeier von Sempach am 27. Juni gegen rechtsextreme Gruppierungen auftreten. Die SP des Kantons Luzern unterstützt das Vorhaben und fordert eine Neuausrichtung der Feier.

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Aufmarsch von Rechtsextremen an der Gedenkfeier der Schlacht bei Sempach im Juni 2008. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Aufmarsch von Rechtsextremen an der Gedenkfeier der Schlacht bei Sempach im Juni 2008. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Der Sempacher Stadtpräsident Franz Schwegler will nicht, dass die Schlachtfeier von Sempach am 27. Juni als «politische Plattform» genutzt wird. Denn die Jungsozialisten (Juso) Schweiz und die Jungen Grünen Schweiz wollen dann gegen Rechtsextreme demonstrieren. Der Hintergrund: Jedes Jahr marschieren mehrere hundert Rechtsextremisten an der Gedenkfeier für die Schlacht bei Sempach mit.

Die Jungen Grünen und die Juso Schweiz zeigen sich in einer Medienmitteilung «befremdet über Haltung und Kommunikation der Luzerner Behörden». Noch bevor die Behörden und die Gesuchsteller Gelegenheit gehabt hätten, sich persönlich auszutauschen, werde ein Entscheid gefällt, heisst es. Dies, obschon Schwegler am Montag gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung klargemacht hatte, dass noch nicht entschieden sei.

SP fordert eine Neuausrichtung der Gedenkfeier
Die SP des Kantons Luzern «nimmt die aktuelle Diskussion um die Schlachtfeier in Sempach mit gewisser Besorgnis zur Kenntnis», heisst es in einer Mitteilung der Partei. Sie fühle sich in ihrer Forderung nach einer Neuausrichtung der Gedenkfeier bestärkt – und stellt sich gegen das Argument, die Juso würde den Frieden der Feier stören.

Die Partei schreibt weiter, dass «die jahrelange, stillschweigende Tolerierung von rechtsextremen Gruppierungen an der Schlachtfeier nicht länger vertretbar» sei. Dank der Juso werde die Diskussion um die Art der Gedenkfeier neu lanciert. Sie fordert nun die Luzerner Regierung und den Stadtrat von Sempach zu einer offenen Diskussion über die zukünftige Ausrichtungsform der Gedenkfeier auf.

Klares Zeichen und klärendes Gespräch
Die SP des Kantons Luzern verlangt laut Mitteilung nun von der Kantonsregierung und dem Stadtrat von Sempach ein klares Zeichen gegen Rechtsextreme Gruppierungen an diesem Anlass.

Die Jungen Grünen und die Juso schreiben in ihrer Mitteilung, dass sie «guten Mutes» bleiben, dass ein klärendes Gespräch mit dem Kanton, der Gemeinde Sempach und den Sicherheitskräften eine einvernehmliche und demokratische Lösung bringen werde.

ana