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SEMPACH: Seehotel rückt wieder in Fokus

Die Stadt nimmt für die Realisierung eines Hotels am See einen neuen Anlauf. Ausschlaggebend ist das finanzielle Engagement eines renommierten Investors.
Stephan Santschi
Sempach nimmt einen neuen Anlauf für ein Seehotel. Peter Eltschinger von der Remimag Gastronomie AG (links) und Stadtpräsident Franz Schwegler vor der Seevogteiwiese, wo das Hotel geplant ist. (Bild Pius Amrein)

Sempach nimmt einen neuen Anlauf für ein Seehotel. Peter Eltschinger von der Remimag Gastronomie AG (links) und Stadtpräsident Franz Schwegler vor der Seevogteiwiese, wo das Hotel geplant ist. (Bild Pius Amrein)

Stephan Santschi

«Die Zeit ist reif, den Bau eines Seehotels in Sempach erneut zu prüfen.» Stadtpräsident Franz Schwegler ist froh, dass wieder Bewegung in das Hotelprojekt Seevogtey kommt. Mit «erneut» bezieht er sich auf das Jahr 2007, als die Umwandlung der Seevogteiwiese in eine Hotelzone an der Gemeindeversammlung abgelehnt wurde. Ausschlaggebend waren die Grösse des Projekts und der ungewöhnlich zahlreiche Aufmarsch junger Stimmbürger, die sich für den Erhalt ihres Seeplätzlis wehrten. «Die Realisierung eines Hotels am See steht aber in unserem Leitbild und ist damit ein Auftrag des Volkes», betont Schwegler. Der nächste Versuch scheiterte 2013 dann an der misslichen finanziellen Lage der Stadt.

Initiant ist in Sempach bekannt

Nun wird die Thematik dank dem Engagement der Remimag Gastronomie AG erneut aufgenommen. Das renommierte Familienunternehmen mit Sitz in Rothenburg besitzt und führt bereits fünfzehn Betriebe, zehn davon befinden sich in der Zentralschweiz. Konkret finanziert die Remimag AG in Sempach das Nutzungskonzept und die Machbarkeitsstudie für ein Hotel mit Restaurant auf der Seevogteiwiese. Weshalb? «Weil ich Freude an Hotels und an der Gastronomie habe. Und weil ich in der Region verwurzelt bin», erklärt Peter Eltschinger, Inhaber und Verwaltungsratspräsident der Remimag AG. Der Hildisrieder eröffnete 1994 mit dem Ristorante Una storia della vita im Sempacher Städtli seinen ersten Betrieb. «Daraus wurde ein riesiger Erfolg. Sempach ist deshalb auch ein Teil der Geschichte meines Lebens», sagt er in Anlehnung an den italienischen Namen seiner Restaurant-Premiere.

Wie viel er investiert, wird nicht verraten. Fest steht aber: Die Remimag AG wird nur in der ersten Phase in der Arbeitsgruppe von Projektleiter Hans­ueli Remund vertreten sein. Sollte das Projekt weiterverfolgt werden, würde es für Investoren öffentlich ausgeschrieben. Das will der Stadtrat von Sempach so. «Klar werden wir uns dann bewerben und intensiv um einen Zuschlag bemühen», sagt Eltschinger – im Wissen, dass seine Firma das Risiko eingeht, ein Sempacher Seehotel zwar zu lancieren, letztlich aber nicht betreiben zu können.

Die Dominanz des Campings

Eltschinger ist der Meinung, dass der Bau überfällig ist. «Die Leute lieben die Lage am Wasser. Das ist ein Mitgarant für den Erfolg», sagt er und zählt mehrere seiner Betriebe auf, die an einem See oder Fluss liegen. Diesen landschaftlichen Vorzug müsse Sempach nutzen, um zwischen den Ballungszentren Luzern, Hochdorf, Sursee und Willisau auf sich aufmerksam zu machen. Schwegler ist überzeugt, dass ein Hotel am See den mehrtägigen Tourismus fördern und das Städtli aufwerten würde. «Wir haben in der Gemeinde nur etwa zehn Doppelzimmer. Der Grossteil unserer 50 000 Logiernächte generiert der Campingplatz. Das ist eine andere Klientel.»

Doch weshalb sollte ein Projekt, das 2007 am Willen des Volkes scheiterte, nun salonfähig sein? Eltschinger kann konkret Auskunft geben, weil er damals als einer der Aktionäre der initiierenden Hotel Seepark Sempach AG direkt involviert war. «Unser damaliger Verwaltungsratspräsident kümmerte sich nicht um Widerstände in der Bevölkerung. Er sagte, der Jugendraum beim Seeplätzli müsse weichen, anstatt eine Lösung anzustreben.» Die Quittung folgte umgehend. Eltschinger betont: «Die Jungen können bleiben.» Die Seevogteischeune, die als landwirtschaftlicher Lagerraum dient, müsste aber abgerissen werden.

Ein zweiter Punkt, der dem Projekt zum Erfolg verhelfen könnte, sei der reduzierte Umfang. Schwegler sagt, dass man nicht mehr die ganze Seevogteiwiese für einen Hotelbau zur Verfügung stellen wolle. «Einen Teil der Fläche möchten wir für die Durchführung von Grossveranstaltungen frei halten», sagt der Stadtpräsident und verweist auf das Kantonal-Musikfest, bei dem jüngst 25 000 Besucher in Sempach begrüsst werden konnten.

Bescheidener sind auch die Pläne für das Hotel selber. War 2007 noch von einem Viersternehaus mit 100 Zimmern die Rede, wolle man diesmal nicht über 30 Zimmer hinausgehen. Ist diese Zahl aber nicht zu klein, um ein Hotel rentabel zu führen? Eltschinger verneint, spricht über einen integrierten Saal für Events und verweist auf die grosse Bedeutung eines dazu passenden Restaurants: «Ich würde hier den Fokus auf Fischspezialitäten legen.»

Bis 2016 soll Umzonung vors Volk

Sind das Nutzungskonzept und die Machbarkeitsstudie erstellt, kommt das Projekt zwecks Umzonung der Seevogteiwiese vor das Volk. «Das geschieht wahrscheinlich im Frühling oder Herbst 2016», so Schwegler. Dann wird sich zeigen, ob die Zeit wirklich reif ist für ein Sempacher Hotel am See.

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