SEMPACH: SF fängt sich wegen Forellenspiel Rüffel ein

Im letzten August hat die Sendung «SF bi de Lüt – Heimspiel» in Sempach Halt gemacht – und ihren Kandidaten Fische fangen lassen. Was als Spiel gedacht war, endet nun mit einer Beschwerde.

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Forellen im Wasser. (Archivbild Beat Blättler/Neue LZ)

Forellen im Wasser. (Archivbild Beat Blättler/Neue LZ)

Gerügt wurde bei der am 29. August 2008 ausgestrahlten Sendung ein Fangspiel mit lebenden Zuchtforellen. Die Beschwerde ist am vergangenen Freitag von der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) mit 5:2 Stimmen gutgeheissen worden. Die Szene sei «unsittlich und damit programmrechtswidrig», weil die Forellen als «blosse Spielzeuge missbraucht und instrumentalisiert» worden seien, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Nicht eingetreten ist die UBI auf die Beschwerde hinsichtlich möglicher Tierquälerei, weil dafür die Luzerner Strafbehörden zuständig seien. Die schriftlichen Entscheidbegründungen werden den Verfahrensbeteiligten später zugestellt.

Beim Spiel ging es darum, so rasch als möglich von Hand Forellen aus einem grossen Bottich zu fischen. Dabei hatte Moderator Nik Hartmann dem TV-Publikum noch versichert, dass es den Forellen gut gehe – «die sind an die Bottiche gewohnt». Hans-Ueli Zwimpfer – aus einer traditionsreichen Fischerfamilie aus dem Gastgeberort stammend – gelang es daraufhin als Vorgabe in 67 Sekunden, drei der Zuchtfische zu erhaschen. Kandidat Diego Baumann aus dem Wallis hatte die Aufgabe, in derselben Zeit einen der Fische zu erhaschen, was ihm auch knapp gelang und ein Preisgeld von 8000 Franken einbrachte.

Die UBI beurteilt als Bundesbehörde Beschwerden gegen Radio- und Fernsehsendungen. Sie hat festzustellen, ob ausgestrahlte redaktionelle Sendungen geltendes Recht verletzt haben oder eine rechtswidrige Verweigerung des Zugangs zum Programm vorliegt. Bevor eine Beschwerde bei der UBI eingereicht werden kann, ist das Verfahren vor der Ombudsstelle zu durchlaufen.

scd

Die Sendung mit der beanstandeten Sequenz (ab Minute 39):