SEMPACH: Vögel der «Roten Liste» akut gefährdet

Für Vogelarten, die auf der so genannten Roten Liste stehen, verschlechtert sich die Situation weiterhin. Dies zeigt der von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach berechnete Swiss Bird Index für diese Artengruppe. Die Liste führt alle Brutvögel auf, die Gefahr laufen, aus der Schweiz zu verschwinden.

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Weil Wiesen immer früher und immer öfter gemäht werden, bleibt dem Braunkehlchen kaum Zeit, seine Jungen aufzuziehen. (Bild: pd)

Weil Wiesen immer früher und immer öfter gemäht werden, bleibt dem Braunkehlchen kaum Zeit, seine Jungen aufzuziehen. (Bild: pd)

Das Ziel, die Rote Liste der in der Schweiz brütenden Vögel zu verkürzen, wird verfehlt. Dies würde der neue Swiss Bird Index (SBI) zeigen, den die Vogelwarte Sempach für die Arten der Roten Liste erstellt hat. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Vogelwarte vom Dienstag hervor.

Die Waldschnepfe brütet ausschliesslich in feuchten Wäldern mit Lichtungen. Mit dem Verschwinden solcher Wälder wird auch die Waldschnepfe seltener.

Die Waldschnepfe brütet ausschliesslich in feuchten Wäldern mit Lichtungen. Mit dem Verschwinden solcher Wälder wird auch die Waldschnepfe seltener.

Im Gegenteil lasse der anhaltende Rückgang dieser Arten sogar befürchten, dass die Liste bei einer Neubeurteilung noch länger werden könnte. «Von den untersuchten 40 Arten zeigen 23 einen negativen Trend», wird Verena Keller von der Vogelwarte zitiert. «Ihnen gegenüber stehen lediglich 13 Arten mit positivem Trend und vier Arten mit kleinen Beständen, die keinen Trend zeigen.» Nicht beurteilt seien ausgestorbene Arten worden und solche, die in der Schweiz natürlicherweise nie häufig waren.

Biodiversität weiter akut gefährdet

Die negative Entwicklung der gefährdeten Arten zeige den Handlungsbedarf an: Nur mit zusätzlichen Anstrengungen könne der Biodiversitätsverlust in Bezug auf die einheimischen Vögel gestoppt werden.

«Rote Listen» sind Warnsignale für den Zustand der Natur. 40% der rund 200 in der Schweiz brütende Vogelarten stehen auf der Roten Liste, schreibt die Vogelwarte weiter. Der Anteil der gefährdeten Arten ist im Kulturland und in den Feuchtgebieten deutlich höher als etwa im Wald oder in alpinen Lebensräumen. Die Probleme für die Vögel der Landwirtschafts- und der Feuchtgebiete sind also besonders akut. Insbesondere eine wildtierfreundliche Landwirtschaft könnte eine markante Besserung bringen.

pd/kst