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SEMPACH: Volkszählung der Schweizer Brutvögel steht vor dem Abschluss

Um herauszufinden, welche Vogelarten wo und wie oft brüten, haben freiwillige Mitarbeiter der Vogelwarte Sempach vier Jahre lang die Schweiz durchforscht. Nun steht das grösste vogelkundliche Feldprojekt der Schweiz, der Brutvogelatlas 2013-2016, vor dem Abschluss.
Die Lage des Braunkehlchens ist dramatisch: Der kleine Insektenfresser hat mehr als einen Drittel der Wiesengebiete verlassen, in denen er bei den Feldarbeiten für den letzten Atlas vor zwanzig Jahren noch brütete. (Bild: Vogelwarte / Marcel Burkhardt)

Die Lage des Braunkehlchens ist dramatisch: Der kleine Insektenfresser hat mehr als einen Drittel der Wiesengebiete verlassen, in denen er bei den Feldarbeiten für den letzten Atlas vor zwanzig Jahren noch brütete. (Bild: Vogelwarte / Marcel Burkhardt)

In wenigen Wochen ende die vierte und letzte Feldsaison für den neuen Brutvogelatlas der Schweiz und Liechtenstein, teilte die Vogelwarte Sempach am Donnerstag mit. Mehr als 3000 freiwillige Vogelkundler legten zwischen 2013 und 2016 über 400'000 Kilometer zurück und entdeckten dabei insgesamt 215 Brutvogelarten.

Die erfassten Daten dienen der Vogelwarte, den derzeitigen Zustand und die neusten Entwicklungen in der einheimischen Vogelwelt aufzuzeigen. Der Brutvogelatlas gilt als Standardwerk für die Vogelkunde und den Vogelschutz in der Schweiz und Liechtenstein.

Der neue Atlas ist der dritte Brutvogelatlas der Schweiz. Die Feldaufnahmen für den letzten dauerten von 1993 bis 1996. Der nächste stehe wieder in 20 Jahren an, wie Projektleiter Peter Knaus auf Anfrage sagte. In der Zwischenzeit führt die Vogelwarte aber immer wieder etwas wenige umfangreiche Erhebungen durch.

Anhand der erfassten Daten zeige sich nun beispielsweise, dass die Lage des Braunkehlchens dramatisch sei, sagte Knaus. Der kleine Insektenfresser verliess mehr als einen Drittel der Wiesengebiete, in denen er bei den Feldarbeiten für den letzten Atlas vor zwanzig Jahren brütete.

Weniger Kuckucke

In einer ähnlichen Situation befinden sich auch die Feldlerche - bekannt wegen ihres trillernden Gesangs - sowie der Brutschmarotzer Kuckuck, der die Jungenaufzucht kleineren Singvögeln überlässt. Trotz Biodiversität seien die Kuckuck-Bestände leider rückläufig, sagte Knaus.

Positiv entwickelten sich dafür beispielsweise die Bestände des Wiedehopfs mit dem prächtigen Kopfschmuck sowie jener des Steinkauzes. Knaus begründet dies mit geglückten Schutzbemühungen. Eine einfache und erfolgversprechende Variante sei die Einrichtung von Nistplätzen. Doch die Brutvögel bräuchten daneben auch genügend Futter. Geeignete Rückzugsorte für die Beute der Vögel seien deshalb genauso wichtig, betonte Knaus.

Während der Feldarbeit wurde weiter festgestellt, dass einige Arten sich wegen der Klimaerwärmung vermehrt in höheren Lagen ausbreiten. Beispielsweise die Mönchsgrasmücke. Sie gehört zu den häufigsten Brutvögeln und gilt als äusserst anpassungsfähig. Solange sie in den höheren Lagen keine Konkurrenz erhalte, sei sie auch nicht gefährdet, sagte Knaus.

Der neue Brutvogelatlas soll am 1. November 2018 erscheinen. (sda)

Der Wiedehopf ist von der Schweizer Bevölkerung zum „Atlasvogel“ und damit zum Maskottchen für den Brutvogelatlas 2013–2016 gewählt worden. (Bild: Vogelwarte / Marcel Burkhardt)

Der Wiedehopf ist von der Schweizer Bevölkerung zum „Atlasvogel“ und damit zum Maskottchen für den Brutvogelatlas 2013–2016 gewählt worden. (Bild: Vogelwarte / Marcel Burkhardt)

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