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SEMPACH: Wer die Blasmusik liebt, dem kann die Hitze nichts antun

Die Blasmusikfreunde kamen gestern am Luzerner Kantonal Musikfest voll auf ihre Kosten. Und, wie auch die Musiker, gehörig ins Schwitzen.
Stephan Santschi
In Uniform trotzen sie der Hitze: Die Musikgesellschaft Emmen beim gestrigen Auftritt der Parademusik am kantonalen Musikfest in Sempach. (Bild Nadia Schärli)

In Uniform trotzen sie der Hitze: Die Musikgesellschaft Emmen beim gestrigen Auftritt der Parademusik am kantonalen Musikfest in Sempach. (Bild Nadia Schärli)

Hansueli Bieri verlässt die Bühne in der Sempacher Festhalle. Der 31-jährige Cornetspieler hat mit der Feldmusik Marbach soeben den Auftritt beendet. Wie ein Musiker wirkt er in diesem Moment aber nicht. Vielmehr macht er den Eindruck eines Hochleistungssportlers. Der Schweiss tropft von seinen Haaren auf die Schultern, das Gesicht ist von der Anstrengung gezeichnet. «Es war streng», sagt er und lächelt. Während des Auftritts wischten er und seine Kollegen immer wieder mit der Hand über den Mund. «Der Schweiss lief über die Lippen. Das war mühsam. Doch es ging schon. Wir sind mit unserem Auftritt zufrieden.»

Mit kompletter Uniform in der Hitze

So wie Hansueli Bieri ging es gestern den meisten Protagonisten der rund 40 Vereine am Luzerner Kantonal Musikfest in Sempach. Mit viel Leidenschaft frönten sie ihrem Hobby, der Blasmusik. Doch Temperaturen um die 30 Grad im Schatten machten ihnen zu schaffen. Erst recht, als es galt, in der prallen Sonne im Gleichschritt der Luzernerstrasse entlangzumarschieren. «Tenü­erleichterung gibt Punkteabzug», erklärte Bieri. Das heisst: Der Auftritt musste in kompletter Uniform, also mit Anzug und Hut absolviert werden.

Musikgesellschaft Doppleschwand (Bild: Dominik Wunderli)Musikgesellschaft Doppleschwand (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Doppleschwand (Bild: Dominik Wunderli)Musikgesellschaft Doppleschwand (Bild: Dominik Wunderli)
Feldmusik Winikon (Bild: Dominik Wunderli)Feldmusik Winikon (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Gettnau (Bild: Dominik Wunderli)Musikgesellschaft Gettnau (Bild: Dominik Wunderli)
Feldmusik Winikon (Bild: Dominik Wunderli)Feldmusik Winikon (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Wauwil (Bild: Dominik Wunderli)Musikgesellschaft Wauwil (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Wauwil (Bild: Dominik Wunderli)Musikgesellschaft Wauwil (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Romoos (Bild: Dominik Wunderli)Musikgesellschaft Romoos (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Romoos (Bild: Dominik Wunderli)Musikgesellschaft Romoos (Bild: Dominik Wunderli)
Musikgesellschaft Wangen bei Olten (Bild: Dominik Wunderli)Musikgesellschaft Wangen bei Olten (Bild: Dominik Wunderli)
Feldmusik Gunzwil (Bild: Videostill rem)Feldmusik Gunzwil (Bild: Videostill rem)
Brass Band Feldmusik Zell (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Brass Band Feldmusik Zell (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Brass Band Feldmusik Zell (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Brass Band Feldmusik Zell (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Musikgesellschaft Emmen (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Musikgesellschaft Emmen (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Musikgesellschaft Emmen (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Musikgesellschaft Emmen (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Brass Band Musikgesellschaft Schwarzenberg (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Brass Band Musikgesellschaft Schwarzenberg (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Marbacher Feldmusik beim Auftritt in der Festhalle (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Marbacher Feldmusik beim Auftritt in der Festhalle (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Marbacher Feldmusik beim Auftritt in der Festhalle (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Marbacher Feldmusik beim Auftritt in der Festhalle (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Brassband Feldmusik Winikon (Bild: Videostill rem)Brassband Feldmusik Winikon (Bild: Videostill rem)
Musikgsellschaft Harmonie Beromünster (Bild: Videostill rem)Musikgsellschaft Harmonie Beromünster (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Flühli (Bild: Videostill rem)Musikgesellschaft Flühli (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Schwarzenbach (Bild: Videostill rem)Musikgesellschaft Schwarzenbach (Bild: Videostill rem)
Feldmusik Uffikon, MG Buchs (Bild: Videostill rem)Feldmusik Uffikon, MG Buchs (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Schenkon (Bild: Videostill rem)Musikgesellschaft Schenkon (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Oberkirch (Bild: Videostill rem)Musikgesellschaft Oberkirch (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Richenthal-Langnau (Bild: Videostill rem)Musikgesellschaft Richenthal-Langnau (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Kleinwangen-Lieli (Bild: Videostill rem)Musikgesellschaft Kleinwangen-Lieli (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Doppleschwand (Bild: Videostill rem)Musikgesellschaft Doppleschwand (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Flühli (Bild: Videostill rem)Musikgesellschaft Flühli (Bild: Videostill rem)
Musikgesellschaft Flühli (Bild: Videostill rem)Musikgesellschaft Flühli (Bild: Videostill rem)
30 Bilder

Musikfest Sempach

Entsprechend durchgeschwitzt kamen die Formationen am Ende der Parademusikstrecke an. Die Freude liessen sie sich aber nicht nehmen. «Das ist eine Einstellungssache. Ich übe täglich. Hier haben wir die Gelegenheit zu zeigen, was wir können. Heute ist der Tag x, der Höhepunkt», erzählte Sonja Rölli von der Feldmusik Zell. Der Applaus ist schliesslich das Brot der Künstler. So recht zufrieden war Rölli mit der Darbietung aber nicht: «Wir haben uns bewegt wie eine Handorgel.» Verlangt wird hier aber ein präzises und einheitliches Marschieren. Die Hitze habe wohl für Konzentrationsmängel gesorgt. Anita Spielmann, die als eine von vier Juroren mit Strohhut die Strasse rauf und runter huschte, um die Parademusik zu bewerten, entging dies nicht. 47,6 Punkte gab es für Zell, 60 waren maximal möglich. Der Vorfreude auf den geselligen Teil tat dies keinen Abbruch. «Der See und das Städtchen sind wunderschön. Das kann nur gut werden», sagte Rölli. Begeistert waren auch die Zaungäste, die gut eingecremt in der Sonne harrten. «Der Schwung der Musik und der Gleichschritt gefallen mir. Klar schauen wir uns aber auch die Männer an», meinte Hildegard Dörig aus Hildisrieden mit einem Grinsen.

Nicht wenige Formationen marschierten am Ende der Parademusikstrecke übrigens einfach weiter. So, als ob es um die Ecke etwas gratis gäbe. Und prompt: Wer in die Altstadt einlief und dabei ein weiteres Stück zum Besten gab, wurde mit einem Bier oder einem Wasser belohnt. Franz Räber, Posaunist der Musikgesellschaft Emmen, stand die Freude über die Abkühlung ins Gesicht geschrieben. «Mit dem Bier vor Augen haben wir es geschafft», sagte er lächelnd. Von der Akustik im Städtchen war er begeistert. «Ein schönes Gefühl. Die Wände der Häuser sorgen für einen ganz speziellen Klang.»

Heute endet das Musikfest

Am anderen Ende des Stadtzentrums bereitete sich derweil die Stadtmusik Willisau auf ihren Auftritt in der Kirche St. Stefan vor. Dort fand sich neben der Festhalle der zweite Standort für die Konzertvorträge. Die etwas kühleren Temperaturen waren willkommen. Auch für die Instrumente. «Hitze verändert deren Klang», erklärte Sabrina Koch aus Ettiswil. Mit dem Piccolo und der Querflöte gelang ihr wie der ganzen Formation eine nahezu perfekte Performance. Entsprechend lange fielen die Ovationen des Publikums aus.

Wer gestern dem Bad im See den Vorzug gab, kann heute der Blasmusik nochmals die Ehre erweisen. Ab 7.30 Uhr wird der letzte Akt des Musikfests in Sempach aufgeführt.

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