SEMPACHERSEE PUTZETE: Taucher suchen im Sempachersee nach Müll

Alle zwei Jahre organisiert der Fischerverein Sempachersee eine ?Seeputzete?. Auch heuer wieder mit vielen Helfern und leider auch üppig viel Abfall; dennoch ist eine positiv verändertes Umweltbewusstsein zu bemerken.

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Die Taucherequipe des Fischereivereins Sempachersee sucht das Seeufer nach Abfällen ab.

Bild Chris Iseli/Neue LZ

Die Taucherequipe des Fischereivereins Sempachersee sucht das Seeufer nach Abfällen ab. Bild Chris Iseli/Neue LZ

?Der Sempachersee ist für uns ein Lebensraum?, sagte Thomas Frank, Präsident des Fischervereins Sempachersee. ?Deshalb setzen wir uns für einen sauberen See ein.? Alle zwei Jahre organisieren die Sportangler eine ?Seeputzete?. Auch dieses Jahr nahmen wieder über 40 freiwillige Helfer an der Aktion teil. Unter ihnen waren zahlreiche Jungfischer, was Frank besonders freute: ?Die Kinder und Jugendlichen lernen so frühzeitig den respektvollen Umgang mit der Natur.? 

In Gruppen durchkämmten die Helfer die Uferzone rund um den See und sammelten den Abfall verantwortungsloser Mitmenschen ein. Alltägliches wie Dosen und Flaschen aber auch ausgediente Stühle und Autoreifen fanden sie im Schilf und in der Uferböschung. Mit von der Partie bei der ?Seeputzete? ist jeweils auch die Tauchgruppe Poseidon. Die geübten Taucher suchen unter Wasser das Ufer nach Müll und Schrott ab. 

?Es braucht schon Routine, um unter Wasser zu arbeiten?, sagte Andy Odermatt, Präsident der Tauchgruppe. ?Nur wer gut tariert, kann im Wasser die Höhe halten.? Dies sei besonders wichtig, da man sonst immer wieder mit dem Seeboden in Berührung komme. ?Dabei wird Schlamm aufgewirbelt und die Sicht massiv beeinträchtigt?, so Odermatt weiter. Weil der Sempachersee kaum Zuflüsse hat, ist sein Untergrund sehr schlammig. 

?Der See erneuert sich nur etwa alle 12 Jahre?, erklärte Frank vom Fischerverein. Durch den fehlenden Austausch des Wassers ist die Sauerstoffkonzentration am Grund zu gering. Deshalb sterben Algen und ähnliches ab und werden am Boden zu Schlamm zersetzt. Der Sempachersee wird daher seit einigen Jahren künstlich belüftet. ?Der Zustand des Sees hat sich stark verbessert?, sagte Frank. Geändert habe sich auch das Umweltbewusstsein bei der Bevölkerung. Dies bestätigte Odermatt: ?Früher fischten wir ganze Badwannen, Autobatterien, Motorräder und Ölfässer aus dem See.? Heute sei dies kaum mehr der Fall.

Adrian Wanner