SEMPACH/WILLISAU: Pnos setzt Kopfgeld aus

Die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) schiesst scharf gegen Linksaktivisten. Zur Ergreifung dieser setzt sie ein Kopfgeld aus. Die Polizei ermittelt.

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Ausschnitt aus dem inzwischen gereinigten Denkmal bei der Schlachtkapelle. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Ausschnitt aus dem inzwischen gereinigten Denkmal bei der Schlachtkapelle. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Rund eine Woche nach dem offiziellen Gedenken an die Schlacht in Sempach haben sich rund 200 Rechtsradikale zu einer gemeinsamen Kranzniederlegung beim Schlachtdenkmal getroffen. Dabei wurden sie laut Medienmitteilung von Linksaktivisten gestört.

Linken wird mit Sprengfalle gedroht
Die Pnos greift nun zu Selbstjustiz und hat für «sachdienliche Hinweise eine Belohnung von 500 Franken ausgesetzt». Sie sucht deshalb Insassen eines Autos, welche die Teilnehmer des Umzugs fotografiert hat.

Der Willisauer Pnos-Präsident Michael Vonäsch geht aber noch weiter und droht den Linksaktivisten, dass sie «in den nächsten Monaten im Kanton Luzern nichts zu lachen haben.» Zudem überlegt er sich, ob «im nächsten Jahr eine Sprengfalle an den gestohlenen Sachen angebracht werden soll». Was gestohlen wurde, geht aus der Medienmitteilung nicht hervor.

Polizei nimmt Drohung zur Kenntnis
Die Luzerner Polizei hat die Drohung zur Kenntnis genommen und eine Untersuchung eingeleitet. «Wir haben die Medienmitteilung an einen Untersuchungsrichter weitergeleitet und prüfen den Tatbestand der Schreckung der Bevölkerung», erklärte Sprecher Simon Kopp auf Anfrage. Sollte der Untersuchungsrichter den Tatbestand als gegeben erachten, wird Strafanzeige gegen Michael Vonäsch erhoben. Bei einer Verurteilung droht ihm dann eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

rem/zim