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Senior aus Küssnacht durchquert Europa mit dem Einrad – nun wird er dafür geehrt

Mit einem neu geschaffenen Preis wurden im KKL Menschen für aussergewöhnliche Leistungen im Alter ausgezeichnet. Die Initianten wollen damit «dazu motivieren, das Alter als Ausgangspunkt für neue Abenteuer zu verstehen».
Luca Merlo
Die Gewinner der Limmex-Medaille mit anderen Gästen und den Jurymitgliedern am Mittwochabend im KKL. (Bild: PD)

Die Gewinner der Limmex-Medaille mit anderen Gästen und den Jurymitgliedern am Mittwochabend im KKL. (Bild: PD)

Jeden Tag sammelt Walter Burri (86) im Zug zwischen Interlaken Ost und West liegen gebliebene 20-Minuten-Zeitungen ein und verteilt sie dann gratis mit dem Fahrrad an gut 100 Kunden im Dorf. Dazu gehören Firmen und Private. «Interlaken hat keinen einzigen Zeitungskasten, das Oberland haben sie vergessen. Deshalb bringe ich nun eben die Zeitung zu den Leuten,» erklärt der sportliche Rentner. Und nebenbei erleichtert er die SBB jährlich um rund drei Tonnen Altpapier.

Für sein selbstloses Hobby wurde Burri am Mittwoch an einem Galaabend im KKL mit der Limmex-Medaille in der Kategorie Gesellschaft ausgezeichnet. Neben Burri erhielten vier weitere Senioren aus der ganzen Schweiz eine Medaille in den Kategorien Kultur, Sport, Wirtschaft und Soziales. Der Galaabend, an dem zahlreiche prominente Gäste geladen waren, wurde von Ex-Miss Schweiz Christa Rigozzi moderiert.

Alt Bundesrat Samuel Schmid sitzt in der Jury

Ins Leben gerufen hat die Limmex-Medaille das gleichnamige Unternehmen, das 2011 die weltweit erste Notruf-Uhr auf den Markt brachte. Mit der Medaille möchte Limmex gemäss CEO Heinz Rutishauser zu einer vermehrten Anerkennung und Wertschätzung von Senioren beitragen und «dazu motivieren, das Alter als Ausgangspunkt für neue Abenteuer zu verstehen». Bei der Auswahl der Kandidaten, die grösstenteils von ihren Angehörigen angemeldet wurden, habe man ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass die Personen nicht öffentlich bekannt sind. «Wir wollten die Geschichten aus den Nebenstrassen hören, die jedem von uns eine Motivation sein sollen», so Rutishauser.

In die Endauswahl schafften es je drei Senioren pro Kategorie, die Sieger wurden durch eine Jury und ein Online-Voting bestimmt. In der Jury sass auch alt Bundesrat Samuel Schmid. Es sei ihm ein besonderes Anliegen, dass «alle Teile der Gesellschaft gefragt sind und auch bleiben», sagte der ehemalige VBS-Vorsteher. «Ich höre oft von Leuten: ‹Dafür bin ich zu alt.› Das können wir nicht brauchen. Deshalb finde ich diese Medaille eine fantastische Idee, weil sie diejenigen ehrt, die im Alter Spezielles schaffen», so Schmid.

Höchstleistung nach schwerer Krankheit

In der Kategorie Sport gewann Hans Howald aus Küssnacht am Rigi. Auf seinem Einrad «Berta» unternimmt er wochenlange Touren, auf denen er Tausende von Kilometern zurücklegt. Angefangen mit dieser aussergewöhnlichen Sportart hat er aber erst relativ spät: «Ich wollte es eigentlich einfach mal ausprobieren, dann hat mir meine Frau Stefanie auf den 60. Geburtstag ein Einrad geschenkt», so Howald. Seither ist der 69-jährige fast nur noch auf einem Rad unterwegs. Zuerst umrundete er die Schweizer Seen, dann ging es immer weiter. «Meine längste Tour bis jetzt war von der französischen Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer – das waren ziemlich genau 4171 Kilometer», erzählt er schmunzelnd.

Hans Howald (69) aus Küssnacht mit seinem Einrad «Berta». (Bild: Sonja Ruckstuhl)

Hans Howald (69) aus Küssnacht mit seinem Einrad «Berta». (Bild: Sonja Ruckstuhl)

Howald, der aufgrund einer schweren Erkrankung mehrere Chemotherapien hinter sich hat, hofft, dass er mit seinen Abenteuern auch andere ältere Menschen dazu motivieren kann, «die Komfortzone zu verlassen». «Von meinen Touren kehre ich jeweils reich beschenkt zurück. Nicht im Portemonnaie, aber im Herzen», sagt Howald weiter. «Und wenn ich dabei für andere Menschen eine Inspiration sein kann, umso besser.»

Start zur Altersmesse auf der Allmend

Am Freitag um 10 Uhr beginnt in der Messe Luzern die Messe «Zukunft Alter». Sie dauert bis am Sonntag. Rund 150 Aussteller präsentieren ihre Produkte, Dienstleistungen und Informationen. Im Zentrum stehen die Themen Vorsorge, Wohnen, Freizeit, Gesundheit, soziales Engagement oder Familie.

In der Halle 2 finden zudem auf drei Bühnen über 100 Referate, Gesprächsrunden oder Präsentationen statt. Dabei geht es unter anderem um das Vererben an soziale Institutionen, Demenz, Wohnen im Alter oder Ernährung. Am Freitag um 12.30 Uhr, Samstag um 15 Uhr und Sonntag um 12.15 Uhr gibt es zudem jeweils ein Podiumsgespräch zwischen Niccel und Emil Steinberger zum Motto «Lachen kennt kein Alter». Weiter werden am Sonntag um 10.30 Uhr die Gewinner der Limmex-Medaille vorgestellt (siehe Text oben). Der Eintritt kostet für Erwachsene 12 Franken, als LZ-Abonnent erhalten Sie 4 Franken Vergünstigung mit dem AboPass. Infos auf www.messe-zukunft-alter.ch. (std)

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