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SENIOREN: E-Bikes bereiten Polizei Sorgen

Die Zahl der Unfälle, an denen ältere Personen beteiligt sind, steigt kontinuierlich an. Eine gefährliche Entwicklung zeichnet sich bei Velos und E-Bikes ab.
Immer mehr ältere Menschen verletzen sich auf Velos und E-Bikes (Symbolbild). (Archivbild Boris Bürgisser)

Immer mehr ältere Menschen verletzen sich auf Velos und E-Bikes (Symbolbild). (Archivbild Boris Bürgisser)

Ismail Osman

Ältere Personen gehören neben Kindern zu den schwächsten Verkehrsteilnehmenden. Zu diesem Schluss kommt die Luzerner Polizei im Rahmen ihrer kürzlich erschienenen Verkehrsunfallstatistik. Von elf Personen, die im vergangenen Jahr auf Luzerns Strassen zu Tode kamen, waren sieben Personen über 64 Jahre alt im Vorjahr waren es vier Personen. Auffällig ist auch die Anzahl der Senioren, die im vergangenen Jahr mit dem Velo verunfallten. Von den 34 Personen, die in diesem Alterssegment schwer verunfallten, waren 15 mit dem Velo unterwegs. Im Jahr davor waren es lediglich 9. Insgesamt verletzten sich 11 weitere Menschen über 64 Jahre bei der Benutzung eines E-Bikes.

Senioren sind länger mobil

Die Entwicklung bereitet der Polizei Sorgen, kommt aber nicht überraschend, wie Franz-Xaver Zemp, Chef Fachbereich Verkehr bei der Luzerner Polizei, erklärt: «Der Anteil an älteren Menschen in unserer Bevölkerung steigt weiter an. Entsprechend haben sowohl aus demografischen wie auch wirtschaftlichen Gründen immer mehr ältere Menschen über einen längeren Zeitraum den Zugang zur individuellen Mobilität.»

Die Polizei versuche, mit Präventions- und Sensibilisierungskampagnen die Sicherheit älterer Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, sagt Zemp. Zum Beispiel mit Besuchen bei Seniorengruppen. Dies sei aber nicht zuletzt eine Frage von Zeit und Ressourcen: «Im Gegensatz zu den Verkehrsinstruktionen, die wir in der Volksschule durchführen, hat die Verkehrspolizei keinen definierten Auftrag zur Verkehrsbildung für Senioren.»

Mit Sorge beobachtet Zemp vor allem die steigende Zahl der Unfälle von Senioren mit Velos und E-Bikes: «Man darf nicht ausser Acht lassen, dass mit steigendem Alter auch die Verletzlichkeit zunimmt.» Dies gilt besonders bei den schweren und schnellen E-Bikes.

«Neue Verkehrsgefahren»

Die motorisierten Velos sind auch bei der Pro Senectute ein aktuelles Thema, wie Jürg Lauber, Leiter Kommunikation der Altersorganisation Pro Senectute Luzern, auf Anfrage bestätigt: «Wir evaluieren derzeit, wie wir ältere Menschen besser auf Verkehrsgefahren der neuen Fortbewegungsmittel sensibilisieren können.» Ein besonderes Phänomen bieten die gerade auch bei Senioren beliebten E-Bikes. «Es ist eine Tatsache, dass diese mit ihrer Geschwindigkeit und den ungleich längeren Bremswegen im genauen Gegensatz zur altersbedingten Einbusse der Sinneswahrnehmung und der Reaktionszeit der Senioren stehen.» Eine weitere Gefahr bei E-Bikes besteht auch für ältere Fussgänger, erklärt Lauber: «Aus der Ferne ist nicht für jeden ersichtlich, ob es sich um ein normales Velo oder ein E-Bike handelt. So können Distanzen schnell falsch eingeschätzt werden.»

Unfallzahl liegt im Durchschnitt

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 143 Personen über 64 Jahre in Verkehrsunfällen verletzt. Laut der Statistik der Luzerner Polizei lag der Durchschnitt 2009 bis 2013 bei 141 Unfällen.

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