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SENIOREN: Kriens: Akuter Mangel an Pflegebetten

Eine neue Beratungsstelle in Kriens hilft Pflege­bedürftigen. Das ist auch nötig. Denn die Gemeinde hat viel zu wenig Pflegeplätze.
Symbolbild. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Symbolbild. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Christian Glaus

Die Bevölkerung wird immer älter, der Bedarf an Pflegeangeboten steigt. Dies zeigt sich auch in der Gemeinde Kriens. Waren 2010 noch 1218 Einwohner älter als 80 Jahre, werden es 2030 gemäss Prognosen fast doppelt so viele sein, nämlich 2397. Der Bedarf an Pflegeplätzen wird sich im selben Zeitraum ebenfalls verdoppeln, nämlich auf knapp 600. Aktuell hat es in den vier Krienser Heimen 268 Plätze.

Die Gemeinde arbeitet an einem Altersleitbild. Dieses beschreibt, wie die Seniorenpolitik in Kriens aussehen soll. Dabei geht es um Lebensgestaltung, Wohnen, Information, Dienstleistungen und Pflege oder finanzielle Sicherheit. Das Altersleitbild soll dem Einwohnerrat laut Sozialvorsteher ­Lothar Sidler im Herbst dieses Jahres vorgelegt werden.

Beratungsstelle als Drehscheibe

Wie es um Pflege und Betreuung älterer Menschen in Kriens steht, weiss die Krienser Infostelle Gesundheit – KIG Kriens. Die Beratungsstelle ist seit November 2014 in Betrieb. Sie funktioniert als Drehscheibe zwischen Senioren oder deren Angehörigen, Heimen, Spitälern und Spitex und ist ein Zusammenschluss der Beratungsstellen von Spitex und den Heimen Kriens. «KIG Kriens ist entstanden, weil man gemerkt hat, dass eine Drehscheibe fehlt. Die Leute wussten nicht, an wen sie sich mit ihren Fragen wenden sollen», sagt Yvonne Truttmann, Leiterin der neuen Beratungsstelle. Bereits in den ersten Monaten wurde KIG Kriens rege kontaktiert. Im ersten Quartal dieses Jahres (Januar bis März) fanden 328 Beratungsgespräche statt.

Oft wird die KIG Kriens von Betroffenen oder von Angehörigen pflegebedürftiger Menschen kontaktiert. Aber auch von Spitälern, der Spitex und anderen Dienstleistungserbringern, wenn Menschen nach dem Spitalaufenthalt nicht direkt nach Hause entlassen werden können oder spezielle Pflege brauchen. «Wir kennen die öffentlichen und privaten Angebote in und um Kriens und helfen bei der Vermittlung für das passende Angebot», erklärt Truttmann.

Ein Notbett, zwei Ferienbetten

Viele Senioren wollten zu Hause bleiben und nicht in ein Heim gehen. Sie kümmern sich lange nicht um die geeignete Wohnform. Zum Teil zu lange, sagt Yvonne Truttmann: «Dann geht es ihnen Knall auf Fall ganz schlecht. Etwa nach einem Sturz oder einem Hirnschlag.» In solchen Fällen muss es schnell gehen. Doch die Beratungs­stelle stösst immer wieder an ihre Grenzen. Weil es an Pflegeplätzen mangelt – und zwar akut. Nur gerade ein Notbett und zwei Ferienbetten stehen in Kriens zur Verfügung. Deshalb ist es ein Hauptziel in der Beratung und Betreuung durch die KIG, die ambulanten Angebote aufzuzeigen und bei der Koordination behilflich zu sein.

Andere Lösungen gefragt

Die Beratungsstelle hat Bedarf und Angebot an Pflegeplätzen ermittelt. Im ersten Quartal dieses Jahres konnten in den Heimen Kriens lediglich acht Platzierungen in Ferienbetten und zwei Platzierungen im Notbett vorgenommen werden. Bei 39 Anfragen für ein Notbett und bei 42 Anfragen für ein Ferienbett konnte kein Angebot in den Heimen Kriens gemacht werden. «In diesen Fällen müssen wir nach anderen Lösungen suchen. Zum Beispiel, dass die Menschen in einem anderen Heim im Kanton Luzern oder ausserhalb des Kantons betreut werden. Oder, dass sie nach Hause gehen und dort von der Spitex betreut werden», so Truttmann.

Bei der KIG Kriens ist man sich offenbar gewöhnt zu improvisieren. «Wir versuchen jeden Tag, möglichst pragmatische Lösungen zu suchen, wenn es brennt», sagt Truttmann. Das zahlt sich aus: In den ersten drei Monaten dieses Jahres konnte die KIG Kriens in 31 Fällen einen beschleunigten Heimeintritt erwirken. Die Personen fanden Platz in einem Notbett oder einen definitiven Platz in einem Pflegeheim.

Der Mangel beschränkt sich nicht nur auf Plätze, die kurzfristig benötigt werden. In den Heimen Kriens fehlten im ersten Quartal auch 44 Heimplätze. Ebenso ist der Mangel an Alterswohnungen laut Truttmann gross. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen, die nicht mehr zu Hause leben können, mit einem Heim ausserhalb der Gemeinde Kriens vorliebnehmen müssen. Erst wenn es in Kriens wieder Platz hat, können sie zurück in ihre Wohngemeinde. «Im Durchschnitt haben wir 20 bis 30 Personen auf dieser Dringlichkeitsliste», sagt Truttmann.

Mehr Plätze ab 2019

Dass der Mangel an Alterswohnungen und Heimen derart gross ist, führt Truttmann einerseits auf das starke Wachstum der Gemeinde zurück. Andererseits wird die Bevölkerung immer älter. Eine Entlastung könnte der Neubau des Heims Grossfeld sein, so Truttmann. Doch noch ist unklar, wann dieser realisiert werden könnte. Der Gemeinde fehlt das Geld für das Bauprojekt. Es müsste von den Heimen Kriens realisiert werden, sofern Einwohnerrat und Volk einer Auslagerung der Heime in eine gemeinnützige AG zustimmen. Auch sind weitere Bauvorhaben geplant. So der Lindenpark neben dem Gemeindehaus, wo die Genossenschaft Wohnen im Alter Kriens ab 2019 neu 21 Pflegeplätze und Alterswohnungen mit Dienstleistungen für zirka 50 Personen anbieten will. Zudem führt die Gemeinde Kriens Gespräche mit Grundeigentümern, die in Kriens eine Überbauung realisieren wollen und Interesse zeigen, Pflegeplätze und Wohnen mit Dienstleistungen einzubauen. Dort könnten ab 2019 weitere 20 Pflegeplätze und Wohnungen für zirka 40 Personen zur Verfügung gestellt werden.

Hinweis

Die Beratungsstelle KIG Kriens gibt Auskunft zu den Themen Gesundheit und Alter. Sie koordiniert die Eintritte in die Heime Kriens und die Alterswohnungen Hofmatt und stellt Kontakte zu anderen Organisationen her. Informationen unter www.kig-kriens.ch oder Tel. 041 329 19 90.

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