Senioren tanzen im Grand Casino Luzern mit «Frau Küenzi» um die Wette

250 Junggebliebene geben im Grand Casino alles und wickeln sogar die Zunftgewaltigen zünftig um die Finger.

Hannes Bucher
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Impressionen von der Seniorenfasnacht im Grand Casino Luzern.
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Impressionen von der Seniorenfasnacht im Grand Casino Luzern.
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Impressionen von der Seniorenfasnacht im Grand Casino Luzern.

Bild: Corinne Glanzmann (22.Februar 2020)

Ja, in der Tat, sie sind «Junggebliebene», die gut 250 Seniorinnen und Senioren, die am Samstagnachmittag den Panora­masaal des Grand Casino Luzern einnehmen. «Schon vor halb zwei gab es eine Warteschlange», freut sich Organisator Rolf Keller. Die «Senioren Fasnacht» ist angesagt, eben diese Junggebliebenen ab 60 sind angesprochen, für «5 Stutz» ist man und frau mit dabei, Schenkeli und Ziegerkrapfen sind von den Luzerner Bäckern gesponsert, wie Speaker und Wey-Altzunftmeister Heinz Sperl verkündet.

Nun, zum Essen bleibt für viele Anwesende nur gerade in den Tanzpausen Zeit. Sonst wird das Tanzbein geschwungen – und ja, es zeigt sich: Diese Altersgruppe beherrscht die klassischen Tanzschritte noch. Ob die Swinging Boys nun zum Foxtrott, Walzer oder Marsch aufspielen, flugs ist der Takt gefunden, der passende Schritt dazu, das Drehen und Wenden. Da rauschen die bunten Kostüme, die hübschen Röcke bauschen sich – da oder dort muss mal ein keckes Hütchen wieder zurechtgerückt werden. Dann ein Tango und die Tanzpartnerin zeigt sich als nach wie vor agile Tänzerin, die sich auch mal frech nach hinten beugt. Zur Freude und Genugtuung des Tanzpartners. Weniger graziös dann, wenn die Band Frau Küenzi zum Besten gibt. Da ist fasnächtliches Frei-Stil-«Gwaggle» angesagt. Nun gibt’s auch bei den an den Tischen-Verbliebenen kein Halten – Mitschaukeln, Mit­singen, Mitklatschen ist angesagt.

Pure Fasnachtsfreude wird an diesem Nachmittag ansteckend, sympathisch-ausgelassen gelebt und zelebriert. Etwa von der «Heidi aus Adligen». «Alles selber gemacht», sagt sie zu ihrem tollen Kostüm und ja, die roten Wäschestücke, die sie keck schwingt, dürfen sich an der Fasnacht ebenso sehen lassen, wie die prächtigen Feuerwehrhosen. Die Heidi könnte eine ernsthafte Konkurrentin sein, wenn es um die Kostümprämierung geht.

«Augenwasser» bekommt dann «Lina die Zofe» alias Erica Bucheli, dann nämlich, als die Alte Garde Lozärn auftritt und aufspielt. «Es holt mich heim», sagt die Siebzigerin, «ich war 1975 bei der Gründung der Musig mit dabei.» Sie habe dann lange noch die Kostüme genäht, die kleine Tochter «an einen Strick gebunden als Latärnli mitgeführt». Als die Musig dann im Dreivierteltakt aufspielt, gibt’s kein Halten mehr: «Lina, die Zofe» ist mit auf der Bühne.

Dort ist sie auch, als die Luzerner Fasnachtsgewaltigen einziehen – die Maskenliebhaber, die Fidelitas, die Safran-Zunft, die Wey-Zunft und das LFK sich die Ehre geben. Und flugs sind die Prominenten inklusive Narrenbegleitung und weiterem Tross willkommene Tanzpartner. Sie finden sich auch mitten im «Polonaise-Tatzelwurm» wieder, der sich um die Tische schlängelt.

Geht’s mit der Seniorenfasnacht auch 2021 weiter? «Selbstverständlich», sagt Rolf Keller. «Diese Generation, die gekrampft hat, die hat dies verdient.» Dazu gehört auch der «Luchs aus Bueri» oder vielmehr eine Luchsin. «Bombig» sei es, sagt sie. «Oder eben nach heutigem Deutsch ‹huere geil›.» Sagt’s – und ist schon wieder auf der Tanzbühne.