Serie «Advent, Advent»

Nehmt es uns nicht übel

Was tun, wenn die bevorstehenden Festtage plötzlich erstaunlich ruhig daherkommen? Sich freuen.

Susanne Balli
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Susanne Balli.

Susanne Balli.

Bild: Pius Amrein

Diese Weihnachten ist alles anders. Gerade ältere und alleinstehende Menschen, die aufgrund der Pandemie nicht wie gewohnt mit ihren Verwandten und Freunden feiern können, fühlen sich vielleicht einsam und traurig. Auch meine Familie und ich müssen uns damit abfinden, dass wir dieses Jahr nicht wie gewohnt zusammen feiern können.

Doch trotz widriger Umstände freuen wir uns auf die Festtage. Ich getraue mich fast nicht, das an dieser Stelle zuzugeben. Wir möchten schliesslich niemanden vor den Kopf stossen. Fakt aber ist: Es steht kein dichtgedrängtes Programm mit weihnachtlichen Besuchen bei Grosseltern, Gottis und Göttis an (auch wenn die immer sehr schön waren). Wir haben es vermieden, auf lange Shoppingtouren zu gehen, um noch dies und jenes zu besorgen (auch wenn mir die Weihnachtsbummel durch die Stadt gefallen haben). Es steht diesmal kein grosses Weihnachtsessen bei uns mit den Eltern oder Schwiegereltern an (was für alle eine liebgewonnene Tradition ist).

Heute gibt es nur uns vier. Wir lieben zwar Kochen und Essen. Nun planen wir aber ein Menu ohne Schnickschnack, bereiten ein Schinkli zu und schieben einen Kartoffelgratin in den Ofen. Dazu frischen Zopf und Salat. Zum Dessert gibt es ein Mandarinensorbet – ein gekauftes.

Damit bleibt uns heute massenhaft Zeit. Zeit, am Morgen auszuschlafen, gemeinsam im Pyjama zu brunchen, einen Spaziergang in den Wald zu machen – mit Tee aus der Thermoskanne und Weihnachtsguezli – danach im TV Märchenfilme anzuschauen und auf den Heiligen Abend zu warten.

Anstelle der Erwachsenengespräche bei einem langen Essen wollen wir diesmal ausgiebig musizieren, die Kinder bescheren und mit ihnen die neuen Sachen erkunden.

Liebe Schwiegereltern und Eltern, liebe Gottis und Göttis: Nehmt es uns nicht übel. Es war immer toll, euch in der Weihnachtszeit zu treffen und mit euch zu feiern. Wir wünschen, dass ihr alle gesund bleibt, und wollen das Verpasste nachholen, sobald es geht.