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SERIE: Dieser Bahnhof war ursprünglich ganz woanders geplant

Der alte Bahnhof in Ebikon ist 1991 abgerissen worden. Seinen Standort verdankt er der Pleite einer Eisenbahngesellschaft.
Der alte Ebikoner Bahnhof im Jahr 1991. (Bild: PD)

Der alte Ebikoner Bahnhof im Jahr 1991. (Bild: PD)

Das heutige Bahnhofsgebäude (Bild: Corinne Glanzmann)

Das heutige Bahnhofsgebäude (Bild: Corinne Glanzmann)

1991 war Ebikon schon längst eine grosse Agglomerationsgemeinde mit über 10 000 Einwohnern. Trotzdem stand dort ein Bahnhof, der eher zu einem kleinen Kaff passte. Als die drei Autoren des Dorfchronik-Buches «Ebikon » – Bernhard Peter, Josef Huber und Albert Mattmann – im Jahre 1984 die rasche Entwicklung der Gemeinde schilderten, veranlasste sie das idyllische SBB-Hüttchen zur Bemerkung: «Einzig das Bahnhofsgebäude von Ebikon scheint am wenigsten von der Entwicklung und dem Wachstum mitbekommen zu haben. Das muss wohl bis zur Errichtung der Doppelspur Luzern–Zug– Zürich auf einen Neubau warten.»

Die drei Chronisten sollten mit ihrer Prophezeiung zumindest teilweise recht behalten. Zwar gibt es auch heute noch keine durchgehende Doppelspur zwischen Luzern und Zürich. Doch als das Teilstück Rotsee–Rotkreuz an die Hand genommen wurde, erhielt Ebikon einen neuen Bahnhof. Kein architektonisches Wunderwerk zwar, aber immerhin zweckmässig und grösser als der alte Bahnhof. Das Gebäude wurde im September 1991 eingeweiht. Der Gleisausbau zwischen Rotsee und Rotkreuz verzögerte sich indes wegen zahlreicher Einsprachen um mehrere Jahre.

Eisenbahngesellschaft ging pleite

Die so genannten Eisenbahnbarone, die sich im 19. Jahrhundert daran machten, die ganze Schweiz mit einem Bahnnetz zu überziehen, dachten wohl nicht an eine Doppelspur. Die Bahnen wurden damals von Privatgesellschaften betrieben. Es war die Gesellschaft der Ostwestbahn, die 1858 mit dem Gedanken spielte, Luzern mit Zug und Zürich durch eine Eisenbahnstrecke zu verbinden. Die Strecke zwischen Luzern und Ebikon war rechts des Rotsees vorgesehen, der Ebikoner Bahnhof in der Fildern und der Stadtbahnhof im Wey-Quartier. Im Sommer 1858 begannen die Gleisarbeiter ihre Pickel zu schwingen. Die Arbeiten waren in vollem Gange, als ein paar Monate später die Ostwestbahn pleite ging. In der provisorischen Endstation Rankhof waren Güterschuppen, die Lokomotivremise, die Toilettenanlage, eine Schiebebühne und ein Sodbrunnen bereits fertiggestellt. Sogar der Strecken-Unterbau war so gut wie fertig.

Neuer Standort wegen Tiefbahnhof?

Es war alles für die Katz. Die Nordostbahngesellschaft übernahm schliesslich die Vorarbeiten für die Strecke Luzern–Zug–Zürich für damals stattliche 1,8 Millionen Franken. Die neue Gesellschaft entschied sich für die heutigen Bahnhof-Standorte und für die immer noch aktuelle Streckenführung. Gut möglich, dass die Bahnstrecke durch Ebikon in ferner Zukunft anders verläuft. Dann nämlich, wenn der Tiefbahnhof kommt und dieser über einen Tunnel mit Ebikon verbunden sein wird. Das Vorhaben kostet geschätzte astronomische 2,4 Milliarden Franken. Das kann dauern. Darum hat auch der heutige Bahnhof gute Chancen, wie schon sein Vorgänger, lange zu existieren.

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