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SERIE: «Einfach nur so viel trinken, dass der Kopf nicht brummt»

Roland Barmet (55), LFK-Präsident
Roland Barmet (55), LFK-Präsident (Bild: Eveline Beerkircher)

Roland Barmet (55), LFK-Präsident (Bild: Eveline Beerkircher)

Roland Barmet (55) macht sich dieses Jahr nicht nur als Luzerner Hotelier und Gastgeber einen Namen, sondern will sich nun auch öffentlich als Tänzer beweisen. Warum das so ist und weshalb der Chansonnier Joe Dassin eine wichtige Rolle in seinem Leben spielte, erzählt er im Interview – natürlich ganz im Zeichen der fünften Jahreszeit, denn schliesslich hat Barmet ja das Amt des LFK-Präsidenten inne.

Roland Barmet, Sie hatten jetzt acht Jahre Zeit, um sich auf das Amt des LFK-Präsidenten vorzubereiten. Hat die Zeit gereicht, sind Sie bereit?

Roland Barmet: Es waren nicht ganz so viele Jahre. Eigentlich waren es nur zwei. Wer ins Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) eintritt, weiss eigentlich, dass er früher oder später dran ist. Ich bin bereit.

Letztes Jahr waren Sie vor allem singend unterwegs. Ganz nach Ihrem Vorbild Joe Dassin. Werden auch dieses Jahr Songs angestimmt?

Barmet: Eher nicht, vom Singen habe ich mich aufs Tanzen verlegt. Falls doch, würde ich erneut «Les Champs-Élysées» singen, das kennen alle, und das war sooo schön letzte Fasnacht.

Auf der Fasnachtsplakette haben die Schuhe je ein Loch in der Sohle. Hat das eine spezielle Bedeutung?

Barmet: Ja, als Präsident darf man auch noch etwas zur Plakette sagen, man darf auch kleine Wünsche anbringen. Und bekanntlich habe ich das Motto «Mer tanzed dor d Fasnacht» gewählt. Es wird also getanzt, bis wir Löcher in den Sohlen haben.

Sie sind bekannt für Ihr Personalmanagement. Kommt das beim LFK auch zum Einsatz?

Barmet: Die Personalfluktuation ist im LFK definitiv höher als in meinem Hotel Cascada – die meisten werden im LFK schon nach 6 Jahren Einsatz pensioniert und treten zu den Altherren über – obwohl sie noch nicht «Greise» sind. Auch das Führen von «Huerenaffe» ist schwieriger – da sie wie im Urwald an allen Orten ihre Grösse, ihre Stärke und ihre Männlichkeit zeigen wollen.

Gibt es für die Fasnacht einen Deal mit dem Wettergott?

Barmet: Die Bestellung für trockenes Wetter ist aufgegeben. Laut Wätterschmöcker Märtu Holdener (de Muuser) aus dem Muotital sind uns so kalte Fasnachtstage vorausgesagt, dass der «Nachthafe» einfrieren wird. Ich meldete mich sofort bei Petrus und sagte: «Hauptsache trocken – aber nicht die Kehle.»

Das LFK ist eine 40-köpfige Horde von Huerenaffe, laut «Nölli-Grötze»-Lexikon werden damit Fasnächtler bezeichnet, die mit Schalk und Witz provozieren. Wo wird die Grenze gezogen, gibt es dazu Absprachen oder gar einen internen Knigge?

Barmet: Wir haben ein 100-seitiges «Benimm dich an der Fasnacht»-Regelbüchlein, welches jeder LFK-Delegierter erhält. Es wird jedoch von jedem – wie bei den gesetzlichen Verordnungen – individuell interpretiert. Mir ist bis «anno dato» noch kein Fehlverhalten gemeldet worden. Da wir an der Fasnacht ausschliesslich hart «chrampfen», bleibt wenig Zeit zum Festen. Das machen wir nach der Fasnacht umso ausführlicher beim Belohnungs- und Dankesanlass des LFK.

Wo gefestet wird, fliesst auch Alkohol. Das Kafi Huerenaff gehört dazu. Wo ist das Limit? Und wie sollte die Mischung sein?

Barmet: Das Geheimrezept vom Kafi Huerenaff bleibt natürlich unter Verschluss. Nur so viel: Das Verhältnis macht es aus. Von der Menge her gibt es eine individuelle Regel. Mein Tipp: einfach nur so viel trinken, dass am nächsten Tag der Kopf nicht brummt.

... und Ihr Lieblingsgetränk?

Barmet: Ich bleibe am liebsten beim Weissen – Einladungen dazu sind herzlich willkommen.

Ihr Weibel ist bekannt, sich ab und an einen Schnupf zu genehmigen. Was ist mit Ihnen? Ziehen Sie zwischendurch mal an einem Stumpen?

Barmet: Nein, um Gotteswillen! Ich hab mal als Knirps Nielen geraucht, seither habe nie wieder geraucht. Wenn ich dran denke, wird mir heute noch übel.

Gibt es für einen LFK-Präsidenten und seine Entourage auch «No-Gos»?

Barmet: Begrabschen von LFK-Delegierten ist ein «No-Go»! Gegen einen Augenflirt sind wir jedoch nicht abgeneigt. Fasnacht mit Anstand und Rücksicht ist die Zauberformel – die auch wir einhalten, und hoffen somit, auf Gegenliebe zu stossen. So ist auch eine lustige Fasnacht garantiert. Nicht jeder empfindet das Gleiche als spassig.

Tanzen bis zum Umfallen? Wie bleibt Mann standhaft?

Barmet: Vorgängiges Training – Kondition antrainieren – Kräfte einteilen – nicht zu viel trinken – und nach unserem Motto geniessen: «Mier tanzed dor d Fasnacht ond gönd nömme hei ...»

Tipps vom Obertänzer?

Barmet: Keine Hemmungen haben, Fasnächtlerinnen zu einem Tanz aufzufordern – alle Damen schätzen es, wenn getanzt wird. Es ist nicht wichtig, wie der richtige Schritt geht, sondern das man es versucht und sich zur Musik bewegt.

Wer erhält am Schmudo den ersten Tanz?

Barmet: Die Schnellste ist die «Gschwindischti». Da ich als sehr scheu gelte, bin ich froh, wenn «Frau» mich auffordert. Es ist Damenwahl, die ganze Fasnacht lang. Am liebsten tanze ich mit Damen U 70. Mein Weibel Bruno bevorzugt U 50.

Sandra Monika Ziegler

mit Roland Barmet, LFK-Präsident

Serie: Weitere Beiträge finden Sie auf www.luzernerzeitung.ch/interview

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