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SERIE: Kirche Werthenstein: Hier kommt der Politiker ins Schwärmen

Vor 400 Jahren wurde die Wallfahrtskirche eingeweiht. Alt Regierungsrat Anton Schwingruber kennt sie wie kein Zweiter.
Der Luzerner alt Regierungsrat Anton Schwingruber kennt die Wallfahrtskirche Werthenstein in- und auswendig. Hier ist er in der Kirche zu sehen. (Bild Roger Grütter)

Der Luzerner alt Regierungsrat Anton Schwingruber kennt die Wallfahrtskirche Werthenstein in- und auswendig. Hier ist er in der Kirche zu sehen. (Bild Roger Grütter)

Matthias Stadler

Die Geschichte beginnt um das Jahr 1500. Ein alter, frommer Mann aus den Niederlanden sucht rund um Werthenstein am Emmenknie Gold. Eines Nachts hört der Mann beim Gebet einen wundersamen Gesang aus der Höhe. Er blickt zum Felsen hinauf, auf dem eine Burgruine steht, und sieht ein helles Licht. Der Mann muss an ein göttliches Zeichen glauben. Deswegen hängt er am Ort der Erscheinung ein Bild der Maria auf und betet fortan täglich dort.

Dies ist der Grundstein für den Wallfahrtsort Werthenstein. Später verstärken verschiedene Geschichten über Wunderheilungen die Anziehungskraft des Felsens, welcher stolz über Werthenstein aufragt. Für die zahlreichen Pilger wurde deswegen bald eine Kapelle errichtet, welche dem Ansturm der Gläubigen aber wiederum nur für kurze Zeit standhielt. Im Jahr 1608 entschieden sich die Verantwortlichen zum Bau einer Kirche. Acht Jahre später – also vor genau 400 Jahren – wurde die Wallfahrtskirche Werthenstein eingeweiht. Laut Informationen der Pfarrei Werthenstein besuchten danach jährlich rund 30 000 Pilger die Kirche, weshalb die Luzerner Regierung beschloss, ein Franziskanerkloster bauen zu lassen – 1838 wurde das Kloster durch die Regierung aber wieder aufgehoben. Im 18. Jahrhundert zählte man in Werthenstein rund 80 000 Pilger pro Jahr. Somit war Werthenstein der zweitgrösste Wallfahrtsort der Schweiz – nur Einsiedeln war noch beliebter.

Heute ist es um die Kirche etwas ruhiger geworden. Sie und das Kloster bleiben aber Kulturdenkmale von nationaler Bedeutung. Die Anlage liegt am Jakobsweg, Pilger können in einem Zimmer übernachten. Am Pfingstsonntag wurde ein Abschiedsgottesdienst zu Ehren der Missionare der sogenannt heiligen Familie gehalten, welche seit 1909 dort lebten und Werthenstein vor kurzem verliessen (Ausgabe vom 7. Mai).

Zwiebelturm ist Markenzeichen

Die Wallfahrtskirche und die Klostermauern liegen an prominenter Lage beim Eingang zu Werthenstein. Vom Felsen, auf dem die Anlage steht, blickt man auf den Zugang von Luzern im Tal. Das ist wohl einer der Gründe, weshalb dort vor der Kirche eine Burg stand. Die Kirche selber hat einen Zwiebelturm, der laut alt Regie­rungsrat Anton Schwingruber, der aus Werthenstein stammt und noch immer dort wohnt, um das Jahr 1690 gebaut wurde. «Der Turm ist ein Markenzeichen der Kirche.» Schwingruber kennt das Kloster und die Kirche in- und auswendig. Er hat in seiner Kindheit als Ministrant gedient, seine Erstkommunion, Firmung und Hochzeit hier gefeiert sowie an einer Informationsbroschüre zur Anlage mitgearbeitet.

Vor dem Haupteingang der Kirche stehen auf beiden Seiten je eine Rundkapelle. Die Kapellen wurden von den Brüdern Hans Ludwig und Christoph Pfyffer gespendet und fünf Jahre nach dem Bau der Hauptkirche geweiht. Sie heissen dementsprechend Pfyfferka­pellen. Darin steht je ein Altar, der bis zur Decke reicht, was laut Anton Schwingruber aussergewöhnlich ist. «Die Grösse der Altare gab dazumal Anlass zu Diskussionen. Sie wurden als zu gross empfunden.»

Spätgotik, Renaissance und Barock

Wenn man an den Kapellen vorbeigeht, gelangt man ins Innere der Kirche. Diese ist von mittlerer Grösse, etwa 250 Leute finden darin Platz. Das Gotteshaus ist vom Übergang der Spätgotik zur Renaissance geprägt und schlicht gehalten. Es beinhaltet Elemente der Renaissance wie etwa die Chorstühle. Aber auch Elemente des Barockstils sind in der Kirche zu finden, so etwa der Hauptaltar. Das Hauptbild stellt die Himmelfahrt Marias dar und wurde im Jahr 1768 vom spätbarocken Künstler Konrad Wengner gemalt. Im linken Seitenaltar ist ein spätgotisches Gnadenbild abgebildet, im rechten Seitenaltar eine Darstellung Jesu im Tempel. Das älteste Bild in der Kirche stammt aus dem Jahr 1580, welches die Muttergottes mit dem sterbenden Jesus auf ihrem Schoss zeigt. An der Rückwand stehen zwei Emporen, auf der oberen ist die Orgel platziert, auf der unteren Sitzbänke.

Die ganze Decke war ursprünglich mit Gemälden verziert. Doch fiel diese im Jahr 1823 herunter, wie Anton Schwin­gruber weiss. Deswegen sind heute nur noch über dem Hauptaltar Deckengemälde zu sehen. Die Kanzel, im Stil der Renaissance und in einem fast schon leuchtenden Braun gehalten, ist laut Anton Schwingruber eine der bedeutendsten im Kanton Luzern. Sie kam 1974 aus der abgebrochenen Kirche Rickenbach nach Werthenstein. Ursprünglich stammt sie aus dem 17. Jahrhundert.

Der alt Regierungsrat fasst die Kirche so zusammen: «Schlicht, nicht zu gross, aber doch mit einem mystischen Charme.»

Hinweis

Am kommenden Samstag findet eine Wanderung mit Anton Schwingruber, Regierungsrat Robert Küng und anderen Politikern zum Thema «Himm­lische Pfade» statt. Die Wanderung startet um 10 Uhr beim Bahnhof Willisau und endet bei der Wallfahrtskirche Werthenstein. Informationen unter www.sakrallandschaft-innerschweiz.ch

Bild Roger Grütter

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