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Luzerner Kantonsräte sorgen sich um Lehrstellen für Jugendliche

Bei der Lehrstellensuche sei aktuell weder im Kanton Luzern noch in den Zentralschweizer Kantonen eine Häufung von Problemen erkennbar, hält die Regierung fest. Trotzdem beurteilen mehrere Kantonsräte die Lage als «angespannt».

Lukas Nussbaumer
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Mehrere Kantonsräte beurteilen die aktuelle Lehrstellensituation als angespannt.

Mehrere Kantonsräte beurteilen die aktuelle Lehrstellensituation als angespannt.

Bild: Britta Gut

Wegen der Coronapandemie sind die Möglichkeiten für Schnupperlehren eingeschränkt. Jugendliche, deren Eltern und auch Lehrbetriebe würden sich in persönlichen Gesprächen besorgt zeigen, sagt Claudia Wedekind, CVP-Kantonsrätin aus Ermensee. Und wollte in einer dringlichen Anfrage von der Regierung wissen, wie sie die «Rahmenbedingungen beim Übergang in die Berufswelt» beurteilt, wie Wedekind ihren Vorstoss betitelte. Am Dienstagnachmittag diskutierte das Kantonsparlament über ihre Anfrage.

Die Sprecher der Fraktionen zeigten sich mit den Antworten der Regierung grundsätzlich zufrieden. Die gemachten Aussagen zur aktuellen Situation würden einem jedenfalls «positiv stimmen», sagte beispielsweise Jonas Heeb (Grüne, Horw) – und bezog sich auf die regierungsrätliche Antwort auf den Vorstoss. Die Exekutive hält darin fest, sie gehe aktuell von einer «relativ stabilen Situation» aus. In bestimmten Branchen sei es aufgrund der Schutzmassnahmen und Einschränkungen schwieriger, als im Normalfall zu schnuppern und eine Lehrstelle zu finden. Das betreffe zum Beispiel die Hotel- und Gastrobranche und den Eventbereich. Es seien aber Einzelfälle, wo Schnupperlehren verschoben würden oder nicht stattfinden könnten. Bisher sei weder im Kanton Luzern noch in den Zentralschweizer Kantonen eine Häufung von Problemen erkennbar.

Firmen auf Wichtigkeit von Schnupperlehren sensibilisieren

Dennoch sprach Simone Brunner (SP, Luzern) von einer angespannten Situation. Auch die Stadtluzerner SVP-Politikerin Lisa Zanolla – sie zeigte sich mit den Ausführungen der Regierung genauso zufrieden wie Rosy Schmid (FDP, Hildisrieden) – sagte, es gelte weiterhin, ein Auge auf die Situation zu haben. Für Christine Kaufmann (CVP, Kriens) wiederum ist es wichtig, die Firmen für die Wichtigkeit von Schnupperlehren zu sensibilisieren.

Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann sagte, die Schüler würden Lehrstellen finden, auch wenn es zum Teil etwas schwieriger sei. «Der Markt funktioniert.» Die Firmen hätten ein Interesse daran, Lehrlinge auszubilden, weil sie auf Fachkräfte angewiesen seien. Nicht zu vergessen sei, dass es auch Branchen gebe, wo Lehrlinge besonders gefragt seien, so im IT-Bereich und in öffentlichen Verwaltungen.