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SEXARBEIT: Verein dankt – und fordert mehr

Mit der Aufnahme in den Zweckverband steht der Verein Lisa finanziell bald besser da. Um von der Gratisarbeit wegzukommen, reicht dies laut Präsidentin Yvonne Schärli aber noch nicht.
Sandra Monika Ziegler
Die ehemalige Regierungsrätin und Vereinspräsidentin Yvonne Schärli im Container im Ibach. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 7. Februar 2017))

Die ehemalige Regierungsrätin und Vereinspräsidentin Yvonne Schärli im Container im Ibach. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 7. Februar 2017))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Wie der Name schon sagt, setzt sich Lisa, der Luzerner Verein für die Interessen der Sexarbeitenden, für eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation von Sexarbeitenden in Luzern ein. An vorderster Front mit dabei ist alt Regierungsrätin Yvonne Schärli (SP), welche den Verein seit bald zwei Jahren präsidiert und sich für die Beschaffung der Finanzen starkmacht. Erst jüngst fiel Yvonne Schärli in diesem Zusammenhang «ein Stein vom Herzen», als der Zweckverband für institutionelle Sozialhilfe und Gesundheitsförderung (Zisg) Lisa als förderungswürdig anerkannt hat (Ausgabe vom 24. Juni).

«Der Zisg ist nicht mit viel Geld gesegnet. Umso erfreuter sind wir, dass der Verband uns trotzdem aufnimmt. Das zeugt von grosser Anerkennung», sagt Yvonne Schärli nun auf Anfrage. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Der Beitritt wurde zwar genehmigt, zur ersten Auszahlung von 70 000 Franken kommt es aber erst im Jahr 2019.

Weitere Schritte Richtung Professionalisierung

Dank der Aufnahme in den Zweckverband besteht nicht nur eine Anerkennung, sondern auch die Gewissheit einer jährlichen finanziellen Unterstützung. Das bringt dem Verein Luft und Zeit, sich um weitere Finanzierungen zu kümmern. In diesem Zusammenhang spricht Schärli ein grosses Dankeschön gegenüber den kirchlichen Kreisen aus, im Speziellen an den Luzerner Seelsorger Sepp Riedener. «Dank seinem unermüdlichen Einsatz können wir auch im kommenden Jahr die Dienstleistungen aufrechterhalten, die Mitarbeiterinnen entlöhnen und auch den Container bezahlen. Der Rest des Engagements bleibt aber Gratisarbeit», erklärt Schärli. So würden bis anhin Hausärztinnen und Gynäkologinnen oder neu auch die ehemalige Kantonsrichterin Anita Zosso (CVP) in ihrem Fach Gratisarbeit leisten.

Doch trotz Gratisleistungen will der Verein Lisa die Professionalität weiter vorantreiben. Im Klartext heisst das: «Wir wollen von der Gratisarbeit wegkommen und angemessene Entschädigungen zahlen können.» Denn, so Schärli, Geld hat immer auch mit Anerkennung zu tun. Das Jahresbudget von Lisa beträgt rund 200 000 Franken. Damit komme der Verein laut Schärli geradeso über die Runden. An der öffentlichen Anerkennung werde deshalb weiterhin intensiv gearbeitet und neue Mitglieder akquiriert. «Wenn uns zum Beispiel eine Stiftung unterstützt, im nächsten Jahr aber darauf verzichtet, nützt uns das nur im Moment. Hier ist Kontinuität der Zahlungen gefragt», sagt Yvonne Schärli. Um unter anderem die Rechtsberatung auszubauen, versucht der Verein durch ein Fundraising bei Organisationen und Stiftungen weiterhin genügend Drittmittel zu beschaffen.

Arztuntersuche bisher auf der Toilette

«Die Sexarbeiterinnen brauchen Unterstützung bei Behördengängen, Krankenkassenanträgen oder auch bei Mietverträgen.» Im Bereich der ärztlichen Betreuung sucht der Verein ausserdem nach einer besseren Infrastruktur. «Zurzeit finden die Untersuchungen teilweise auf der Toilette im Container statt.» Laut Yvonne Schärli wäre dazu stattdessen ein ortsnaher Raum mit guter Infrastruktur nötig. Dies könne zum Beispiel die Mitbenutzung einer Praxis oder geeignete Räumlichkeiten im Spital sein.

Gegründet wurde der Verein Lisa im November 2013. Er betreibt den Container im Ibach, der den Sexarbeiterinnen eine Rückzugsmöglichkeit und im Winter einen geschützten Raum zum Aufwärmen bietet. Seit seiner Gründung kämpft der Verein um finanzielle Mittel – sowie um eine breitere Anerkennung.

Hinweis

Mehr Infos: www.verein-lisa.ch

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