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Sexuelle Übergriffe: Luzerner Kantonsgericht reduziert Strafe für Taxifahrer um ein Jahr

Der Taxifahrer, der in Kriens eine Australierin vergewaltigt hatte, wurde vom Kantonsgericht Luzern zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Damit reduzierte es die vom Luzerner Kriminalgericht festgelegte Freiheitsstrafe um ein Jahr. Nun liegt das begründete Urteil vor.

(zfo/sam) Ein Taxifahrer, der im März 2016 in Kriens eine Australierin vergewaltigt hatte, ist vom Kantonsgericht Luzern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Damit reduzierte es die vom Kriminalgericht festgelegte Freiheitsstrafe um ein Jahr, wie das am Freitag veröffentlichte Urteil zeigt.

Im Zeitraum von 2010 bis 2016 hatte der Mann mehrere Frauen in seinem Taxi sexuell genötigt, belästigt oder vergewaltigt. Die Frauen waren immer alkoholisiert, teilweise stark. Die letzte Straftat beging der Pakistani, der seit über 20 Jahren in der Schweiz lebt, Ende März 2016. Damals vergewaltigte er in Kriens eine 18-jährige Australierin.

Beschuldigter ist teilweise geständig

Der mehrfache Familienvater in dritter Ehe war vor Gericht teilweise geständig. Das Luzerner Kriminalgericht hatte den heute 46-Jährigen letzten Mai zu sieben Jahren Freiheitsentzug, einem Berufsverbot von fünf Jahren und zur Zahlung der Verfahrenskosten in der Höhe von über 60000 Franken verurteilt. Sein Anwalt legte daraufhin Berufung ein. Er forderte drei Jahre mit teilbedingtem Vollzug und wies auf die positive Prognose seines Mandanten hin. Dieser arbeite heute in einer Festanstellung als Touristenführer sowie Carchauffeur und sei seit der U-Haft vor drei Jahren nicht mehr aktenkundig geworden.

Anders als die Vorinstanz beurteilte das Kantonsgericht das Verhalten des Beschuldigten in zwei Fällen nicht als sexuelle Nötigung, sondern als sexuelle Belästigung. Da einer der beiden Übergriffe bereits sieben Jahre zurücklag, war die Tat verjährt. Zudem kam das Kantonsgericht zum Schluss, dass sich der Beschuldigte nur in zwei von drei angeklagten Fällen der Entführung schuldig gemacht habe, weil er von der Route abwich. In einem Fall konnte die genaue Fahrstrecke nicht mehr eruiert werden.

Frauen wussten nichts von HIV-Infektion

Der Beschuldigte ist HIV-positiv. Er machte sich gegenüber dem Vergewaltigungsopfer und seiner Gattin der versuchten schweren Körperverletzung schuldig. Die beiden Frauen wussten nichts von der Infektion. Angesteckt wurden sie nicht.

Neben der Freiheitsstrafe erhält der Beschuldigte eine Busse von 500 Franken. Zudem muss er die Verfahrenskosten von über 57000 Franken und die Verteidigungskosten von über 18000 Franken bezahlen. Das Kantonsgericht untersagt ihm für die Dauer von fünf Jahren, in irgendeiner Form Taxifahrten anzubieten oder durchzuführen. Über einen allfälligen Landesverweis hatte des Gericht nicht zu befinden, da die Taten vor der Revision der Strafprozessordnung begangen wurden. Das Urteil kann beim Bundesgericht angefochten werden.

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