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SHOPPING: Kritik an längeren Öffnungszeiten

Unter der Woche bis 19 Uhr und samstags bis 18 Uhr? Nicht nur die Gewerkschaft ist empört über den Vorschlag des Luzerner City-Vereinigung-Präsidenten – auch Geschäftsinhaber hegen Zweifel.
Kilian Küttel
Besteht eine Notwendigkeit zu längeren Ladenöffnungszeiten? (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Besteht eine Notwendigkeit zu längeren Ladenöffnungszeiten? (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Die Diskussionen um die Ladenöffnungszeiten in Luzern sind neu lanciert, seit Josef Williner, Präsident der Luzerner City-Vereinigung in einem Interview mit unserer Zeitung vorschlug, diese unter der Woche bis 19, samstags bis 18 Uhr zu verlängern (wir berichteten): «Ausgerechnet am Samstag, wenn viele Leute frei haben, schliessen die Läden um 16 Uhr», sagte er. «Könnte man bis 18 Uhr einkaufen, würden viele Touristen, Gäste und Kunden ihren Shopping-Tag mit einem Nachtessen in der Stadt abschliessen. Davon würden auch die Restaurants profitieren.»

Eine Forderung, die den Luzerner Gewerkschaftsbund (LGB) Sturm laufen lässt. In einer markig formulierten Medienmitteilung schreiben die Gewerkschafter: «Josef Williner prescht mit den ewig gleichen Forderungen nach längeren Ladenöffnungszeiten vor.» Und dies entgegen den Abmachungen, welche die Partner an einem runden Tisch getroffen hätten. «Wir sind sehr enttäuscht von diesen Aussagen. Es war vereinbart, dass die Partner keine Forderungen über die Öffentlichkeit einbringen werden. Solche Aussagen ersticken das Vertrauen im Keim», sagt LGB-Präsident Martin Wyss auf Anfrage.

«Spitzenzeit würde sich wohl einfach verlagern»

Dass die Gewerkschafter nicht viel von längeren Öffnungszeiten halten, überrascht wenig. Interessanter ist indes die Reaktion der Ladenbetreiber in der Stadt Luzern. Denn diese stehen nicht vorbehaltlos hinter den Forderungen von City-Vereinigung-Präsident Williner. Thomas Barmettler, Inhaber des gleichnamigen Käsefachgeschäfts an der Hertensteinstrasse, sagt beispielsweise: «Als Geschäftsmann kann ich nicht gegen längere Öffnungszeiten sein. Aber ob eine Verlängerung am Samstag die Umsätze tatsächlich antreibt, wage ich zu bezweifeln.» Er geht davon aus, dass sich der Besucherstrom zeitlich nach hinten verschiebt: «Im Moment ist es samstags zwischen 14 und 15.30 Uhr ruhig, bevor in der letzten halben Stunde nochmals viele Kunden kommen. Hätten wir länger geöffnet, würde sich die Spitzenzeit wohl einfach auf 17.30 bis 18 Uhr verlagern.»

Ebenso wenig überschwänglich reagiert Marcel Bütler, Manager des Skatershops Doodah an der Töpferstrasse: «Am Samstag würde ich es begrüssen, wenn wir bis 17 Uhr geöffnet haben könnten. 18 Uhr wäre wohl zu lange. Eine Verlängerung unter der Woche bis 19 Uhr würde dagegen wenig bringen.» Seine Aussage begründet Bütler unter anderem mit der Pendlersituation: «Wenn jemand von Zürich nach Luzern kommt, bringt es ihm wenig, wenn die Läden eine halbe Stunde länger geöffnet haben. Er kommt wahrscheinlich so oder so zu spät.» Weiter fordert Bütler, dass die Abendverkäufe in Luzern überdacht und vor allem vereinheitlicht werden: «Für die Kunden muss es doch mühsam sein, nicht zu wissen, welche Geschäfte am Abendverkauf auch tatsächlich geöffnet haben und welche nicht.» Er schlägt zwei Abendverkäufe pro Woche bis 20 Uhr vor – «einen am Dienstag und einen am Donnerstag.»

Gewerkschaftsbund zeigt sich gesprächsbereit

Den Vorbehalten zum Trotz – es gibt auch Akteure, die Williners Vorpreschen befürworten. Auf Anfrage schreibt der Grossverteiler Coop: «Wir stehen dem Vorschlag einer moderaten Anpassung der Ladenöffnungszeiten positiv gegenüber.»

Geht es aber nach dem Gewerkschaftsbund, soll alles so bleiben wie bis anhin: «Der LGB sieht heute in Übereinstimmung mit den drei Volksentscheiden der vergangenen Jahre keinen konkreten Anpassungsbedarf.» Wyss merkt allerdings an, dass der LGB gesprächsbereit wäre, «wenn sich die Ladenbesitzer auf einen lösungsorientierten Vorschlag einigen können.»

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