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SICHERHEIT: Jetzt schlagen die Einbrecher wieder zu

Fünf Einbrüche ereignen sich durchschnittlich jeden Tag in Luzern. Deren Zahl hat aber deutlich abgenommen – weshalb ist jedoch unklar.
Yasmin Kunz
Die Anzahl der Einbruchdiebstähle im Kanton Nidwalden stieg weiter an. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Die Anzahl der Einbruchdiebstähle im Kanton Nidwalden stieg weiter an. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Die gute Nachricht zuerst: In der Nacht auf kommenden Sonntag können Sie eine Stunde länger schlafen. Die weniger gute Nachricht: Am Abend ist es wieder früher dunkel – beste Bedingungen für Einbrecher.

Gemäss Luzerner Polizei wird in der Stadt Luzern und den umliegenden Gemeinden deutlich mehr eingebrochen als in Gemeinden auf dem Land. «Verkehrsmässig gut erschlossene Gemeindegebiete wie etwa jene entlang Hauptachsen werden von Einbrechern bevorzugt», sagt Polizeisprecher Urs Wigger. Dies habe hauptsächlich mit den Fluchtmöglichkeiten und der Anonymität zu tun.

Allerdings: Seit 2013 nimmt die Zahl der Einbruchdiebstähle gemäss Statistik der Luzerner Polizei ab. Wurden im vergangenen Jahr 1844 Einbrüche registriert – das entspricht fünf pro Tag – waren es 2014 insgesamt 2097 Einbrüche, 2013 gar 2546, also rund einen Drittel mehr.

Auch im Kanton Zug weist die neuste Statistik eine Abnahme an Einbruchdiebstählen auf. Registrierte die Zuger Polizei im Jahr 2014 mehr als 750 Einbruchdiebstähle, waren es im vergangenen Jahr mit 554 rund 26 Prozent weniger. Am meisten waren Mehrfamilienhäuser (293 Mal), Geschäftsräume (50 Mal) und Einfamilienhäuser (66 Mal) betroffen. Ein Einbruchdiebstahl erfüllt meist gleich drei Tatbestände: Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.

Polizei erhöht Präsenz in Quartieren

Die Ursachen für diese Abnahme seien schwer auszumachen, wie der Sprecher der Luzerner Polizei Urs Wigger auf Anfrage sagt. «Es kann damit zusammenhängen, dass bestimmte Tätergruppen ihr deliktisches Arbeitsfeld geografisch verlagert haben.» Er könne sich aber auch vorstellen, dass sich die Präventionsarbeit der Polizei ausbezahlt und die Bevölkerung aufmerksamer geworden sei. «Ein weiter Grund kann auch die erhöhte Polizeipräsenz in den Wohnquartieren sein.»

Christian Maag, Geschäftsführer von Abus, einer führenden Sicherheitsfirma in Baar, relativiert den Abwärtstrend jedoch: «Trotz der auf den ersten Blick erfreulichen Abnahme der Anzahl Einbrüche hat die Schweiz nach wie vor eine der höchsten Einbruchszahlen von Europa.» Die Anfragen für Sicherheitsmassnahmen würden deshalb auch nicht abnehmen. «Besonders in den dunklen Monaten haben wir alle Hände voll zu tun», sagt er. Die Kunden lassen Türen und Fenster besser sichern, richten Alarm- oder Videoanlagen ein. «Das Bedürfnis nach Sicherheit bestimmt, ob und welche Massnahmen ergriffen werden – nicht die Vermögenssituation.»

Kriminaltouristen jeglicher Art

In den meisten Fällen handelt es sich bei den mutmasslichen Tätern um Kriminaltouristen. Die würden sich allerdings unterscheiden, sagt Polizeisprecher Wigger: «Die einen reisen für mehrere Tage in die Schweiz und übernachten in Unterkünften, andere kommen lediglich für ein paar Stunden in unser Land.» Ein eigentliches Profil dieser Täter könne man nicht ausmachen. «Wir haben die ganze Bandbreite – von Männern über Frauen bis hin zu Jugendlichen.» Aus welchen Ländern die Einbrecher einreisen, lässt sich laut Wigger nicht eruieren. Zu den gestohlenen Gegenständen hingegen kann die Polizei Angaben machen: Beim Deliktsgut handelt es sich in den meisten Fällen um Wertgegenstände wie Bargeld und Schmuck.

Von den im letzten Jahr 1844 verübten Einbruchdiebstählen betreffen 931 den privaten Raum wie etwa Mehrfamilienhäuser (603 Mal). Ein Jahr zuvor zählte die Luzerner Polizei in privaten Räumen mit 1195 Einbruchdiebstählen 22 Prozent mehr. Von Einbrüchen betroffen sind unter anderem auch Garderoben, Büroräume und Sportanlagen.

Das Vorgehen von Einbrechern ist praktisch immer gleich. Während die einen spontan in ein Objekt einbrechen, beobachten andere dieses über längere Zeit. Das Eindringen wird gemäss Wigger jeweils den Gegebenheiten vor Ort angepasst. So würden sich die Einbrecher sowohl über Türen und Fenster als auch Balkone Zugang verschaffen. Wigger: «Eine andere Variante ist auch das Einschleichen in Objekte durch offene Türen oder Fenster.» Wichtig sei, dass man auffällige Beobachtungen unverzüglich der Polizei melde (siehe Kasten).

Yasmin Kunz

Tipps gegen Einbrüche

Um Einbruchdiebstähle zu verhindern, rät die Luzerner Polizei generell zu folgendem Verhalten:
Signalisieren Sie Anwesenheit: Lassen Sie im Inneren die Lichter brennen, verhindern Sie aber den Blick in die Innenräume.

Machen Sie den Sicherheitscheck: Verschliessen Sie alle Türen und Fenster, bevor Sie das Haus verlassen – auch wenn Sie nur schnell im Keller was holen.
Benachrichtigen Sie die Polizei, wenn Sie auffällige Beobachtungen machen: Dies können etwa unbekannte Personen, die sich im Quartier aufhalten, oder unübliche Geräusche sein. Greifen Sie aber niemals selber ein.

Nachbarn: Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn über die Möglichkeit der Nachbarschaftshilfe. Thematisieren Sie im Quartierverein den Einbruchschutz.

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