SICHERHEIT: Luzerner Polizei bleibt unterdotiert

Die Luzerner Polizei soll für Patrouillendienste und Ermittlungen personell gestärkt werden. Der Regierungsrat schlägt vor, 50 neue Stellen zu schaffen und 8 Stellen vom Backoffice an die Front zu verschieben. Die Polizei bleibt trotz dieser Massnahmen unterdotiert.

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Zwei Mitarbeitende der Luzerner Polizei auf Patrouille beim Bahnhofplatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Zwei Mitarbeitende der Luzerner Polizei auf Patrouille beim Bahnhofplatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Personalbestand der Luzerner Polizei betrug im letzten Jahr 787 Vollzeitstellen. 678 Stellen entfielen auf Korpsangehörige in Polizeifunktion. Ein Polizist ist somit durchschnittlich für 569 Einwohner zuständig. Im Schweizer Schnitt sind es rund 100 weniger.

Dieser Bestand ist nach Einschätzung der Kantonsregierung ungenügend. Die Luzerner Polizei sei personell unterdotiert, schreibt sie in ihrem am Dienstag publizierten Bericht. Wenn sie ihrem Leistungsauftrag und den Erwartungen der Bevölkerung gerecht werden wolle, sei eine weitere Personalaufstockung unumgänglich.

Das Korps war bereits ab 2008 personell verstärkt worden, aber nicht in dem Umfang, der nötig gewesen wäre. Synergiegewinne konnten bei der Fusion der Stadtpolizei mit der Kantonspolizei zur Luzerner Polizei gewonnen werden.

Um die gesteckten Ziele mittelfristig zu erreichen, wäre eine Aufstockung um mindestens 82 Stellen nötig. Bei der Kriminalpolizei fehlen gemäss Planungsbericht 25 Mitarbeiter, bei der Verkehrspolizei 19 und bei der Sicherheitspolizei 31. Die restlichen Stellen entfallen auf interne Leistungen.

Drohender Teufelskreis

Ein Verzicht auf eine Bestandeserhöhung wäre nach Ansicht der Regierung fatal. Es würden vermehrt Fälle unberarbeitet bleiben, auf die Verfolgung weniger gravierender Delikte müsste verzichtet werden, Wirtschaftsdelikte könnten verjähren.

Bei einem Unterbestand kann die uniformierte Polizei auch nicht im gewünschten Mass Präsenz markieren. Dieser schreibt die Regierung eine starke präventive Wirkung zu.

Eine weitere Schwächung der präventiven Präsenz würde zu einer weiteren Zunahme von Delikten führen, heisst es in dem Planungsbericht. Dies hätte eine stärkere Belastung der Kriminalpolizei zur Folge. Der Regierungsrat spricht von einem drohenden «Teufelskreis», den es zu vermeiden gelte.

Aufstockung sind Grenzen gesetzt

Weil das Geld knapp sei (eine Stelle kostet rund 120'000 Franken) und weil es gar nicht genügend rekrutierbare Anwärter gebe, ist gemäss Regierungsrat eine Erhöhung des Bestandes um 82 Einheiten nicht möglich. Er schlägt deshalb vor, gestaffelt nur 50 weitere Polizisten einzustellen.

Zugute kommen sollen diese Stellen der Arbeit an der Front. Der Regierungsrat schlägt ferner vor, dass bis 2019 intern durch Reorganisationen im Backoffice 8 Stellen für die Front frei gemacht werden. Für die präventive Präsenz und die Ermittlungstätigkeit würden somit 58 Stellen neu zur Verfügung stehen.

sda