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SICHERHEIT: Mit Stock und Hut sahen die Aufseher zum Rechten

Die Interventionstruppe SIP ist in der Stadt Luzern keineswegs ein neues Phänomen. Schon im letzten Jahrhundert waren «Anlagen- und Quaiaufseher» unterwegs.
Ein Quai-Aufseher am Inseli. Im Hintergrund Schülerinnen einer Zeichenschule bei der Arbeit. Das Bild stammt aus den Sechzigerjahren. (Bild: Stadtarchiv Luzern)

Ein Quai-Aufseher am Inseli. Im Hintergrund Schülerinnen einer Zeichenschule bei der Arbeit. Das Bild stammt aus den Sechzigerjahren. (Bild: Stadtarchiv Luzern)

Sie schlichten Streit, fordern Jugendliche auf, ihren Abfall korrekt zu entsorgen, und stellen sich Velofahrern auf dem Trottoir entgegen: Die Rede ist von den Patrouillen der städtischen Interventionstruppe SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention). Deren Einführung sorgte 2005 für Kontroversen. Braucht es solche Hilfspolizisten wirklich, welche unbewaffnet sind und Fehlbare mit netten, aber bestimmten Worten zurechtweisen? Die Diskussionen haben sich mittlerweile beruhigt, die SIP gehört zum Luzerner Strassenbild.

Was viele hingegen nicht wissen, dass solche Hilfspolizisten keineswegs ein neues Phänomen sind. Sie hiessen früher «Anlagenaufseher» und waren im Auftrag der Stadtpolizei am Seeufer unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen. Wie die SIP waren die Aufseher unbewaffnet – hatten aber einen Stock dabei, mit dem potenzielle Tunichtgute zurechtgewiesen werden konnten. Dies ist auf obenstehendem Bild aus den 1960er-Jahren sehr schön ersichtlich. Der Aufseher auf dem Inseli trägt zudem eine stattliche Uniform, welche wohl den Zweck hatte, Respekt einzuflössen. Im Vergleich dazu kommen die SIP-Patrouillen mit ihren Jeans und Sportjacken geradezu leger daher. Dafür macht es ihnen die moderne Technik möglich, bei Bedarf per Handy Verstärkung anzufordern, was die Aufseher damals natürlich nicht konnten.

Aufseher waren von 7 bis 22 Uhr im Einsatz

Die Dienste der Anlagen- und Quai-Aufseher waren genauestens geregelt. Das zeigt ein Dokument aus dem Jahr 1930, das im Luzerner Stadtarchiv liegt. Darin wird ein durchgehender Aufsichtsdienst von 7 bis 22 Uhr sichergestellt. Aufgeteilt wurden die Dienste in zwei Schichten, welche gemäss Stundenplan der Stadtpolizei von einem gewissen Johann Hauser und seinem Kollegen Johann Meyer geleistet wurden. Das Arbeitspensum betrug insgesamt 10 Stunden pro Tag. Die zeitlich versetzten «Mittags-, Zobig- und Nachtessenspausen» galten notabene nicht als Arbeitszeit.

Interessanterweise waren die Schichten etwas ungleich verteilt. Aufseher Hauser war von 7 bis 20 Uhr im Einsatz, inklusive drei Stunden Pause. Kollege Meyers Schicht dauerte sogar von 8 bis 22 Uhr – er hatte dafür eine zusätzliche Stunde Pause. So lange Schichten müssen die heutigen SIP-Mitarbeiter zwar nicht mehr bewältigen, dafür stehen sie auch während der Nacht im Einsatz. 2016 waren sie während total 7400 Stunden auf den Luzerner Strassen unterwegs. Und auch wenn sich das Einsatzgebiet auf Quartiere wie Neustadt oder Baselstrasse ausgeweitet hat, so haben sich die «Hot Spots» am Seeufer seit 1930 gar nicht so stark verändert. Die Besucher von Inseli, Europaplatz und Ufschötti gehören jedenfalls noch heute zu den besten «Kunden» der SIP-Aufseher.

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

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