SICHERHEIT: So schützt man sich vor Einbrechern

Ruhe bewahren, Polizei anrufen, den Einbrecher nicht selber stellen wollen – solche Ratschläge gibt die Polizei ab heute bei der Messe Bauen und Wohnen auf der Allmend. Gefragt ist auch Nachbarschaftshilfe.

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Die Anzahl der Einbruchdiebstähle im Kanton Uri stieg weiter an. (Symbolbild) (Bild: Archiv Keystone)

Die Anzahl der Einbruchdiebstähle im Kanton Uri stieg weiter an. (Symbolbild) (Bild: Archiv Keystone)

Roger Rüegger

roger ruuegger@luzernerzeitung.ch

Sicherheit ist ein zentrales Thema an der Messe Bauen und Wohnen, die heute auf der Luzerner Allmend beginnt. Die Luzerner Polizei nimmt mit einem Stand zur Einbruchsprävention teil. Denn Einbrecherinnen und Einbrecher haben jetzt Saison. Letzten Montag hat die Luzerner Polizei in Perlen zwei Einbrecherinnen aus Serbien festgenommen. Die beiden Teenager (15 und 17) hatten zuvor versucht, in eine Wohnung einzudringen (wir berichteten).

Im Kanton Luzern wurden letztes Jahr 848 Einbruchdiebstähle im privaten Raum, also in Wohnungen und Privathäusern, verübt. «Die Täterschaft dringt meist tagsüber in Wohnungen und Häuser ein, wenn die Leute arbeiten und unterwegs sind», schildert Erwin Gräni, Chef Prävention der Luzerner Polizei, die Vorgehensweise.

In der Ferienzeit ist die Gefahr von ungebetenen Gästen gross. Ein guter Zeitpunkt also für die Sicherheitsberatung der Polizei, die Bevölkerung mit Tipps über richtiges Verhalten und Verbrechensverhütung zu informieren. «Wir bieten den Besuchern der Messe im Rahmen einer Sonderausstellung eine neutrale und kostenlose Plattform für Sicherheitsfragen in kriminalpolizeilichen Belangen an», sagt Gräni.

Letztes Jahr wurden 1542 Einbrüche verübt

Die Anzahl der Einbrüche hat in den letzten Jahren stetig abgenommen. Im Jahr 2013 wurden im Kanton Luzern laut Statistik der Polizei insgesamt 2546 Einbruchdiebstähle verübt. Davon haben 1332 im privaten Raum stattgefunden. Letztes Jahr wurden auf Kantonsgebiet zwar 1000 Einbrüche weniger gemeldet. Insgesamt waren es dennoch 1542 (siehe Grafik).

Gräni ordnet die Zahlen wie folgt ein: «In Geschäftsräumen, Büros, Lagerhallen und dergleichen finden Einbrüche häufiger nachts statt, wenn sich niemand mehr in den Räumlichkeiten oder auf dem Gelände aufhält.» Die meisten Einbrecherinnen und Einbrecher würden in der Regel der Konfrontation mit Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Weg gehen. «Wenn die Täter während ihrer Tat hören oder sehen, dass jemand die Wohnung oder die Geschäftsräume betritt, machen sie sich meist sofort aus dem Staub. Einbrecher scheuen Licht und Lärm.»

Was aber, wenn man ungeladene Gäste in einem Gebäude antrifft oder klare Anzeichen bestehen, dass jemand Unbefugtes anwesend ist? In solchen Fällen rät die Polizei, Ruhe zu bewahren und den Tatort nicht zu betreten. Als Erstes solle man sofort die Polizei über den Notruf 117 benachrichtigen. Auf keinen Fall sollte man selber aktiv werden. «Versuchen Sie nie, einen Einbrecher aufzuhalten oder diesen gar zu stellen. Überlassen Sie diese Arbeit der Polizei», betont der Präventionschef.

Keine Hemmungen, die Polizei anzurufen

Die Luzerner Polizei führt ab Ende Oktober die Plakataktion «Bei Verdacht Tel. 117» durch. «Wir wollen die Bevölkerung sensibilisieren, keine falschen Hemmungen zu haben, die Polizei anzurufen, wenn sie verdächtige Vorkommnisse in der Gegend beobachten», sagt Gräni. Zu melden seien zum Beispiel unbekannte Personen, die sich in unüblicher Weise im eigenen Haus oder in der Nähe des Hauses oder im Quartier aufhalten, oder Fahrzeuge, die auffällig langsam durch ein Quartier fahren oder parkiert sind. Dies gelte auch, wenn unüblicher Lärm oder Geräusche im Haus oder aus der Nachbarschaft zu hören seien. Die beiden Einbrecherinnen in Perlen wurden von einer ­Anwohnerin beobachtet, welche die Polizei benachrichtigte. Die Nummer der Prävention der Luzerner Polizei lautet 041 289 24 44.

An der Messe Bauen und Wohnen in Luzern bieten 300 Aussteller in vier Hallen bis 8. Oktober Einblicke und Anregungen zu Garten, Küche, Badewelten und vielem mehr.

Hinweis

Weitere Sicherheitshinweise finden Sie hier.