Sie sammelt Kochrezepte aus Iran

Vier Wochen reiste Gabi Kopp aus Kriens durch den Iran. Aus 80 Kochrezepten und vielen bewegenden Begegnungen macht sie nun ein Buch.

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Reich an verschiedenen Farben und Formen: Gabi Kopp präsentiert in ihrer Küche eine Auswahl iranischer Gerichte. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Reich an verschiedenen Farben und Formen: Gabi Kopp präsentiert in ihrer Küche eine Auswahl iranischer Gerichte. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Auf dem Tisch stehen Schälchen mit geröstetem Reis und Linsen, cremigen Datteln aus Bam, getrockneten Zitronen, Safranzuckerkristallen und eingelegten Nüssen. In der Luft hängt ein feiner Sandelholz-Duft. Wir sind im Wohnzimmer von Gabi Kopp (54) in Kriens, einer selbstständigen Illustratorin und Cartoonistin sowie leidenschaftlichen Köchin. «Was an typischen Beilagen noch fehlt, sind Früchte, frische Kräuter mit Frühlingszwiebeln, Fladenbrot, Pickles und die Joghurtspeise Mast-o-Khiar», sagt Kopp. Dazu noch ein Reis mit Safrankruste - und wir hätten ein perfektes Arrangement aus der traditionellen persischen Küche, an die Kopp während einer Reise 2007 ihr Herz verlor. «Als Erstes sind es die sinnlichen Düfte», begründet Kopp ihre Begeisterung. Bis im Herbst 2013 will sie ein Buch über diese Küche mit Rezepten, Zeichnungen sowie Porträts der Köche und typischen Lokale machen.

Gastfreundlich und interessiert

Gerade wieder, im September und Oktober, reiste Kopp auf der Suche nach Kochrezepten nach Shiraz, Isfahan und Teheran. «Fast täglich stand ich in einer anderen Küche und durfte iranischen Frauen beim Kochen zuschauen», erzählt Kopp. Dabei zeichnete sie nicht nur rund 80 Kochrezepte akribisch mit Fotos und Stift auf, sondern führte Interviews mit den Köchen. Kopp: «Die Iraner sind vorsichtig im Kontakt mit Personen, die sie nicht kennen.» Zu stark sei die Repression der Regierung. Dass sie den Zugang zu den iranischen Familien erhielt, war nur dank der in der Schweiz lebenden Iranerin Iran Riahi und ihren iranischen Freundinnen möglich. Sie und eine Freundin aus Teheran begleiteten Kopp als Dolmetscherinnen. «Sobald die Betroffenen erfuhren, dass ich Recherchen für ein Kochbuch mache, wich die Vorsicht einer grossen Freundlichkeit und einem regen Interesse», so Kopp.

Von Haus aus kochbegeistert

Seit Jahren verdient sich Gabi Kopp ihr Brot als Illustratorin und Cartoonistin. Kochen ist ihr Hobby. 1982 bis 1986 war sie Köchin im Restaurant Widder. «Meine Begeisterung fürs Kochen kommt von Haus aus», so Kopp. Ihre Mutter sei eine sehr gute Köchin gewesen und habe sehr vielfältig gekocht. Gabi Kopp hat schon einmal ein Kochbuch verfasst: «Das Istanbul-Kochbuch» liegt in der vierten Auflage vor. «Auch im neuen Buch will ich Illustrationen und Geschichten der Menschen mit den Rezepten kombinieren», sagt sie. «Damit kann ich meine Leidenschaften, das Kochen und das Zeichnen, vereinen.»

Basil Böhni

Hinweis:
Mehr zur Crowd-Funding-Community auf www.wemakeit.ch und zum Buch auf www.gabikopp.ch . «Das Istanbul-Kochbuch» ist beim Jacoby & Stuart Verlag erschienen (30 Franken).