Sie streiten seit mehr als 20 Jahren

Zwei durch eine Stockwerkeigentümerschaft verbundene Streithälse werden vom Luzerner Obergericht nicht getrennt. Dies, weil beide Seiten gleichermassen zum vergifteten Klima beigetragen hätten.

Drucken
Teilen

Gemäss des am Mittwoch veröffentlichten, noch nicht rechtskräftigen Urteils sind die Beklagte und der Kläger seit über 20 Jahren heillos zerstritten. Es kam immer wieder zu Prozessen wegen Provokationen, Körperverletzungen und Tätlichkeiten.

Der Kläger, der die Mehrheit der Anteile hält, verlangte vor Gericht, dass die Nachbarin aus der Eigentümerschaft ausgeschlossen wird. Das Amtsgericht Luzern-Land hiess das Begehren gut, weil eine Fortsetzung der Gemeinschaft weder sinnvoll noch zumutbar sei. Es stellte aber auch fest, dass beide Seiten zur verfahrenen Situation beigetragen hätten.

Nicht unzumutbar

Die Beklagte wehrte sich gegen den Ausschluss vor Obergericht. Dem Kläger stehe nicht das Recht zu, ihren Ausschluss zu fordern, weil er als Mehrheitseigentümer die Gemeinschaft selber auf schikanöse Weise führe. Das Obergericht gab der Frau Recht. Ziel eines Ausschlusses sei es, die Gemeinschaft zu schützen und ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Wer sich selbst grob pflichtwidrig verhalte, dem stehe die Ausschlussklage deshalb nicht zu.

Seien beide Seiten offensichtlich nicht am Gemeinschaftsfrieden interessiert, sei die Fortsetzung der Gemeinschaft nicht unzumutbar. Andernfalls bestehe immer noch die Möglichkeit, den Anteil am Miteigentum zu verkaufen, schreibt das Obergericht.

sda