Sie vertraut auf die Kraft der Kräuter

Hedi Portmann (65) liebt Kräuter, Blumen – die Natur allgemein. In Escholzmatt hat sie sich ihr eigenes Pflanzenparadies eingerichtet.

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Hedi Portmann Zemp in ihrem Garten in Escholzmatt. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Hedi Portmann Zemp in ihrem Garten in Escholzmatt. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Sonne strahlt, Grashüpfer und Grillen zirpen, Vögel zwitschern, Bienen summen, ein angenehmes Lüftchen weht. Einzig das Röhren eines fernen Traktors stört die ansonsten vollkommene Idylle. Hier, ein wenig ausserhalb von Escholzmatt auf über 850 Metern Höhe, hat Hedi Portmann-Zemp ihre eigene Grün-Oase aufgebaut. Rund um das renovierte Bauernhaus blühen Blumen in allen Farben, duften Kräuter und wuchern Sträucher und Bäume. Und auch ein grosser Gemüsegarten fehlt nicht. Stangenbohnen schrauben sich in den Himmel, diverse Salate, Fenchel, Chabis und vieles mehr wachsen in der Sommersonne. Fast alles ist zu finden, was in dieser Höhenlage noch wächst. Genug, um fast den gesamten Eigenbedarf zu decken. «Ich bin selbst immer wieder erstaunt ob der Kraft der Natur», sagt die 65-Jährige. Oft läge noch bis April Schnee, und dann plötzlich spriesse alles, wie aus dem Nichts.

Grosser Heilkräutergarten

Eine Besonderheit von Portmanns Gartenanlage ist ihr Kräuter- und Blumengarten. Unzählige Heilkräuter und Blumen mit heilender Wirkung spriessen dort, alle mit kleinen Metallschildern säuberlich gekennzeichnet. Viele verwendet Portmann für Teemischungen, Tinkturen und Salben. In Eigenregie, mit Hilfe unzähliger Bücher hat sie sich Wissen über die heilenden Kräfte der Pflanzen angeeignet. So weiss sie, dass Malven gut gegen Übergewicht bei Frauen sein sollen und dass Weidenröschen bei Männern Prostataproblemen vorbeugen können. Und Ringelblumen können für Salben oder aber auch für ein feines Risotto verwendet werden.

Portmann vertraut ganz den Kräften der Natur. Deshalb hat sie sich auch dazu entschieden, nicht mit Dünger oder gar Pestiziden nachzuhelfen. Einzig für den Gemüsegarten verwendet sie Kompost sowie Klauenspähne, «ein lang anhaltender absolut natürlicher Dünger».

Spezielle Tricks hätte sie im Allgemeinen nicht, damit die Pflanzen besonders gut wachsen. Alles geschähe fast gänzlich ohne ihr Zutun. Ausser: «Ich spreche mit den Pflanzen. Schliesslich sind sie ja auch Lebewesen.» Da könnten die Leute denken, was sie wollen.

Zurück ins Entlebuch

Portmann fühlt sich sichtlich wohl in ihrem Garten. Auf die Frage, wie viel sie denn arbeiten würde in ihrem Garten, meint sie: «Das ist doch keine Arbeit, das ist Erholung pur.» Und auch ihr Mann Erwin Portmann (75) bestätigt: «Ohne die Gartenarbeit könnte sie nicht mehr.» Kaum zu glauben, dass sie sich anfänglich gar nicht allzu sehr erwärmen konnte, von der Luzerner Agglomeration zurück ins ländliche Escholzmatt zu ziehen. Als eines von elf Kindern wuchs Portmann nämlich in sehr bescheidenen Verhältnissen in eben jenem Bauernhaus auf, das sie nun seit bereits elf Jahren mit ihrem Ehemann bewohnt.

Raphael Zemp