Signal für neues ÖV-Konzept auf Grün

Neue direkte Busverbindungen und grössere Fahrzeuge, bessere Anschlüsse an den S-Bahn-Stationen und Vortritt der Busse gegenüber den Autos: Mit diesen Massnahmen soll im Raum Luzern die Kapazität des öffentlichen Verkehrs um 30 Prozent ausgebaut werden.

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Der Verkehrsverbund Luzern spricht von der Umsetzung zugunsten einer optimalen Mobilität für alle Luzernerinnen und Luzerner. Im Bild öffentlicher und privater Verkehr auf der Luzerner Seebrücke. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Der Verkehrsverbund Luzern spricht von der Umsetzung zugunsten einer optimalen Mobilität für alle Luzernerinnen und Luzerner. Im Bild öffentlicher und privater Verkehr auf der Luzerner Seebrücke. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Der Verbundrat habe das Angebotskonzept AggloMobil due beschlossen und den Auftrag zur Umsetzung erteilt, teilte der Verkehrsverbund Luzern am Dienstag mit. Das Konzept sei in der Vernehmlassung von den Gemeinden, den Transportunternehmen und den Interessenvertretern breit unterstützt worden.

Ziel von AggloMobil due ist es, die Kapazität des öffentlichen Verkehrs auf den vorhandenen Strassen und Schienen deutlich zu steigern. Es könne nicht auf Grossinvestitionen wie den Tiefbahnhof oder den Bypass gewartet werden, schreibt der Verbundrat.

Um schneller ins Zentrum zu können, sollen die Passagiere vermehrt die S-Bahn benutzen. In Ebikon, Emmenbrücke, Horw, Kriens- Mattenhof, Rothenburg und Littau soll das Umsteigen vom Bus auf die Bahn mit besseren Anschlüssen attraktiver werden; etliche Linien fahren gar nicht mehr bis ins Stadtzentrum.

Mit grösseren Fahrzeugen und neuen Direktverbindungen soll die Kapazität auf den ausgelasteten Hauptachsen ausgebaut werden. Neue Direktverbindungen sind zwischen Kriens und Emmenbrücke, Littau und Emmen sowie Littau und Ebikon geplant. Zudem sollen die Busse in der Agglomeration gegenüber den Autos konsequent bevorzugt werden.

Vereinzelte Kritik

Gemäss Verkehrsverbund stiess in der Vernehmlassung vor allem das geplante Umsteigen für die Passagiere aus Rain-Rothenburg in Rothenburg-Dorf auf Kritik. Gefordert wurden auch zusätzliche Tangentiallinien, etwa zwischen Malters und Kriens.

AggloMobil due ist in verschiedene Module aufgeteilt. Kernelement ist das Basismodul, das in sämtlichen Korridoren Entlastungen bringt.

Es handelt sich dabei um die Tangentiallinien Kriens-Emmenbrücke und Littau-Ebikon, um den Umsteigebahnhof Ebikon, grössere Busse von Luzern nach Ebikon sowie Anpassungen auf der Buslinie Luzern- Kantonsspital. Das Basismodul wird durch Verstärkungsmodule Süd, Nord und Zentrum ergänzt.

Erste Massnahmen im nächsten Jahr

AggloMobil dürfte im Endausbau zusätzliche Betriebskosten von 9,3 Millionen Franken verursachen. Die einzelnen Elemente könnten «elastisch» und variabel umgesetzt werden, schreibt der Verkehrsverbund. Abhängig sei die Umsetzung etwa von den finanziellen Rahmenbedingungen (Sparprogrammen), allfälligen Bewilligungsverfahren und Beteiligungen des Bundes.

Die ersten Massnahmen sollen auf Dezember 2013 umgesetzt werden. Es handelt sich dabei um die Ausrichtung der Busse auf die S-Bahnen in Horw und Kriens-Mattenhof sowie die Verlängerung der Trolleybuslinie 6 bis Büttenen.

Bis 2016 soll die neue Trolleybuslinie 3 Kriens-Emmenbrücke in Betrieb sein. Ab spätestens 2018 soll die Linie 1 statt bis Maihof bis nach Ebikon fahren.

sda