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SILVESTER: Bei 8 Grad steigen sie in die Reuss

Morgen findet das 40. Silvesterschwimmen in Luzern statt. Ausgestattet sind die Schwimmer mit Neoprenanzügen - und einer Flasche Champagner.
Christian Glaus
Mit alkoholfreiem Champagner stossen zehn Mitglieder der SLRG am 31. Dezember 1976 nach dem ersten Silvesterschwimmen in Luzern an. Marcel Meier (Fünfter von links) nimmt auch dieses Jahr teil. (Bild: PD)

Mit alkoholfreiem Champagner stossen zehn Mitglieder der SLRG am 31. Dezember 1976 nach dem ersten Silvesterschwimmen in Luzern an. Marcel Meier (Fünfter von links) nimmt auch dieses Jahr teil. (Bild: PD)

Was heute ein Traditionsanlass ist, hat aus einer spontanen Idee angefangen: das Silvesterschwimmen in der Stadt Luzern, das morgen bereits zum 40. Mal stattfindet. Im Dezember 1976 suchten die Mitglieder der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) Sektion Luzern nach einem Anlass, um das alte Jahr ausklingen zu lassen. Und natürlich sollte dieser Anlass mit Wasser zu tun haben. Die zehn Rettungsschwimmer kamen auf keine bessere Idee, als gemeinsam von der Seebrücke in die Reuss zu springen.

Marcel Meier (67) erinnert sich noch gut daran: «Wir haben die Polizei angerufen und sie informiert, dass wir gleich in die Reuss springen werden.» Es handle sich also nicht um einen Ernstfall, wenn jemand anrufe. Die Rettungsschwimmer stiegen gemeinsam in einen Bus ein und wiesen den Chauffeur an, mitten auf der Seebrücke anzuhalten. «Von dort aus sind wir dann in die Reuss gesprungen», so Meier, der alle Fotos und sogar einen Zeitungsartikel vom ersten Luzerner Silvesterschwimmen aufbewahrt hat.

Geschrei und Applaus

Der Reporter der «Luzerner Neuesten Nachrichten» berichtete damals: «Rund um das Gebiet zwischen See- und Kapellbrücke hatten sich riesige Menschenmengen angestaut, die erstaunt stehen geblieben waren. Nach feierlichem Zeremoniell war es dann so weit. Man schwang sich über das Brückengeländer, posierte einen Augenblick und sprang dann mit Geschrei und unter dem Applaus und den Zurufen der Zuschauer in die Fluten. Auch im Wasser wurde mit Gläsern und Halb-Champagner als Inhalt noch einmal angestossen und dem neuen Jahr zugeprostet.»

Am Silvesterschwimmen hat sich seither wenig geändert. Nach wie vor ist es ein vereinsinterner Anlass, der aber in der Öffentlichkeit zelebriert wird – und jedes Jahr zahlreiche Schaulustige anlockt. 20 bis 25 Rettungsschwimmer springen jeweils am Silvesternachmittag um 15 Uhr von der Seebrücke in die Reuss. In diesem Jahr, weil es das 40. Silvesterschwimmen ist, sollen es aber mehr sein, nämlich 40 Teilnehmer. «Es wird knapp, dieses Ziel zu erreichen, könnte aber klappen», sagt Alex Huth, Organisator des Silvesterschwimmens und Sportleiter bei der SLRG Luzern. Per WhatsApp und SMS habe man versucht, so viele Vereinsmitglieder zu organisieren wie möglich.

Pioniere kommen wieder

Dabei sein wird auch wieder Marcel Meier – zusammen mit etwa fünf weiteren Personen, die am ersten Silvesterschwimmen teilgenommen hatten. Was ist die Motivation, ins eiskalte Wasser zu springen? «Es geht nur um den Spass», sagt Meier. «Die Stimmung ist immer saugut.» Doch im Gegensatz zu den Silvesterschwimmen an anderen Orten sind die Schwimmer in Luzern gut ausgerüstet. Die einen tragen einen Neoprenanzug, die andern gar einen Trockenanzug, bei dem kein Wasser eindringt. «Im Tauchanzug ist es angenehm warm. Ohne wäre es mir viel zu kalt», sagt Meier, der nach eigenen Angaben nicht gerne in kaltem Wasser schwimmt. Die Wassertemperatur bewege sich jedes Jahr zwischen 5 und 8 Grad – je nach Witterung. «Am schönsten ist das Silvesterschwimmen wenn es Schnee hat und kalt ist», so Meier.

Wie früher ziehen die Rettungsschwimmer auch heute noch die Aufmerksamkeit auf sich. «Viele bleiben stehen, schauen uns zu und winken», erzählt Organisator Alex Huth. Während die Luzerner den Anlass inzwischen kennen, bleiben die Touristen ungläubig stehen. Huth erinnert sich: «Vor drei Jahren hat mich ein asiatischer Tourist am Arm angefasst. So, als wollte er überprüfen, ob wir wirklich echte Menschen sind.»

Doch nicht alle belassen es beim Schwimmen im Tauchanzug. Nach der Ankunft beim Rathaussteg ziehen sie ihren Anzug aus und springen von der Rathausbrücke in die kalte Reuss. «Ohne Anzug springen nur die ganz harten rein», so Huth. «Das sind meist die Jungen.»

Christian Glaus

Zuschauen, nicht reinspringen

Silvesterschwimmencgl. «Die grosse Aufmerksamkeit haben wir eigentlich nicht gesucht», sagt Alex Huth, Organisator des Silvesterschwimmens der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) Sektion Luzern morgen um 15 Uhr ab Seebrücke Luzern. Das Silvesterschwimmen ist ein vereinsinterner Anlass. Für Passanten bedeutet das: Zuschauen, nicht reinspringen. Das Silvesterschwimmen meldet die SLRG jedes Jahr bei den Behörden an. Traditionell haben alle Teilnehmer eine Champagnerflasche dabei, mit der sie im Wasser anstossen. Huth: «Es ist alkoholfreier Champagner.» Mit Alkohol wird erst nach dem Schwimmen angestossen. Für die Rettungsschwimmer gilt: Wer die Flasche unterwegs verliert, muss eine Runde zahlen.

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