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Silvester ohne Knaller: So wird Kriens zur Stadt

Aus der Gemeinde Kriens ist über Nacht eine Stadt geworden. Zu diesem Anlass fand auf dem neuen Stadtplatz ein Fest statt. Im Gespräch mit Einwohnern wurde schnell klar: Nicht jeder freut sich über diesen Wechsel.
Chiara Zgraggen
Jung und Alt kamen am Silvesterabend auf den neuen Stadtplatz, um gemeinsam ins neue Jahr zu starten. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)Jung und Alt kamen am Silvesterabend auf den neuen Stadtplatz, um gemeinsam ins neue Jahr zu starten. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)
Gut 300 Personen waren am Fest anwesend. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)Gut 300 Personen waren am Fest anwesend. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)
Die Bildprojektionen wechselten manchmal schnell, manchmal eher gemächlich. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)Die Bildprojektionen wechselten manchmal schnell, manchmal eher gemächlich. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)

Auf dem Stadtplatz sollen künftig Anlässe wie die Chilbi oder Märkte stattfinden. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)Auf dem Stadtplatz sollen künftig Anlässe wie die Chilbi oder Märkte stattfinden. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)
Gebannt starren die Anwesenden auf den Countdown. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)Gebannt starren die Anwesenden auf den Countdown. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)
Einige hatten selbst grosse Wunderkerzen oder «Zuckerstöcke» dabei. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)Einige hatten selbst grosse Wunderkerzen oder «Zuckerstöcke» dabei. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)
Im neuen Stadthaus sind nun alle Dienststellen unter einem Dach zu finden. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)Im neuen Stadthaus sind nun alle Dienststellen unter einem Dach zu finden. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)
Immer wieder zierte das Wort «Stadt» die Fassade des Stadthauses. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)Immer wieder zierte das Wort «Stadt» die Fassade des Stadthauses. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 31. Dezember 2018)
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Die Gemeinde Kriens wird über Nacht zur Stadt

Silvester, 23 Uhr: Eine Stunde vor Jahreswechsel ist es noch ganz ruhig auf dem Krienser Stadtplatz. Dass in einer Stunde der Wechsel von der Gemeinde zur Stadt vollzogen wird, lässt sich lediglich durch die Plakate am Eingang des 27'000-Seelen-Ortes vermuten. Was der «künftige» Stadtpräsident Cyrill Wiget zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt: Bald werden gut 300 erwartungsvolle Frauen und Männer den Platz betreten, um mit ihm ins erste Jahr als Stadt hineinzufeiern.

Viel eher hievt er um diese Zeit noch Festbänke auf den Stadtplatz, um mit dem Satz – «Da können Sie sich noch ein wenig setzen, bevor es losgeht» – die Erwartungen an diesen Abend weiter aufzubauen. Doch was geht eigentlich «los» um 23.30 Uhr? Der Krienser Stadtrat hat vorab zum Fest geladen – mit dem Hinweis, dass für eine «visuelle Silvester-Überraschung» gesorgt sei. Dazu die Anweisung, selbst etwas zum Anstossen aufs neue Jahr mitzunehmen. Solche «Bring your own drink Partys» (zu Deutsch «Bring dein eigenes Getränk zur Party») entsprächen ganz dem heutigen Zeitalter, hiess es vorab.

Nicht alle finden den Wechsel gut

Also trudeln immer mehr Menschen mit Weidenkörben oder Coop-Säcken auf den neuen Stadtplatz. Alsbald ploppen erste Sektflaschen, Gläser und Plastikbecher werden hervorgeholt, die letzte Zigarette in diesem Jahr geraucht. Einer der bereits früh anwesenden Krienser ist der 64-jährige René Flad. Er, der im neuen Jahr zum Gallivater ernannt wird, lebt seit seiner Geburt in der Gemeinde. Die Änderung zur Stadt war für ihn ein logischer Schritt. «Es ist Zeit geworden für eine Veränderung», so Flad. Der Anlass sei eher «mittelwichtig» – viel eher ergebe sich so eine schöne Gelegenheit, die Leute anzutreffen. Wie viele der Anwesenden erhofft auch René Flad sich, dass «der Krienser Charakter erhalten bleibt».

Ganz so positiv spricht nicht jeder Einwohner über den Wechsel zur Stadt. So stört sich ein Mann, welcher seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, von Akzeptanz, aber nicht von Gutheissen. «Wir müssen jetzt halt damit leben, dass Kriens eine Stadt ist. Nötig wäre es für mich nicht gewesen», so sein Urteil. Wenn man den Wechsel zur Stadt eher als nötiges Übel denn als Chance sieht, weshalb begibt man sich denn zu diesem Anlass? «Der Grund für meine Anwesenheit ist reine Neugierde», so der Mann.

So sieht das neue Stadthaus aus:

Grüner Stadtpräsident verzichtet auf Feuerwerk

Beim Krienser Stadtfest sucht man Feuerwerk und Ansprachen vergebens. Letztere wäre laut Stadtpräsident Wiget «zu langweilig» gewesen, das Feuerwerk als Grüner nicht vertretbar. Dies hat jedoch zur Folge, dass einige Krienser nicht recht zu wissen scheinen, ob der Anlass nun bereits seinen Anfang genommen hat oder nicht. Einige Blicke wandern denn von der Armbanduhr über das beleuchtete Stadthaus bis hin zur Strasse, wo auch zu später Stunde noch volle Busse in Richtung Stadt Luzern den Weg passieren. Je näher das Jahresende rückt, desto hektischer wechseln die Projektionen auf der Ostfassade des Stadthauses ihr Gesicht. Wo um 23 Uhr noch Schneeflocken die Front zierten, kommen nun das neue Stadtwappen, zielscheibenartige Kreise oder ein Bild der «künftigen» Stadträte zum Vorschein. Dann ist der Zeitpunkt da: In fünf Minuten ist das neue Jahr eingeläutet. Gläser und Becher sind rasch nachgefüllt, der Blick erwartungsvoll auf das Stadthaus gerichtet, um dann zehn Sekunden vor Schluss die letzten Sekunden herunterzuzählen.

Um 0 Uhr erreicht dann der Lautstärkepegel seinen Höhepunkt: Gläser erheben sich, «es guets Neus» wird gewünscht, Küsse verteilt. Die Sicht auf das Stadthaus gibt ein Bild des gesamten Stadtrates preis, ob welchem der Wunsch «Alles Gute im 2019» prangt.

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