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Die Blumenbeete in der Stadt Luzern brauchen eine Extra-Dusche

Das trockene und heisse Wetter macht Bäumen und Pflanzen zu schaffen: Die Stadtgärtnerei Luzern hat deshalb einzelne Bepflanzungen in den Herbst verschoben. Dennoch gibt es viel zu giessen – besonders bei den Blumenrabatten.
Simon Mathis
Markus Jiménez von der Stadtgärtnerei bewässert ein Blumenbeet bei der Bushaltestelle Hirtenhof in Luzern. (Bild: Stefan Kaiser (Luzern, 23. Juli 2018))

Markus Jiménez von der Stadtgärtnerei bewässert ein Blumenbeet bei der Bushaltestelle Hirtenhof in Luzern. (Bild: Stefan Kaiser (Luzern, 23. Juli 2018))

Äste brechen ab, und Laub segelt schon jetzt zu Boden. Der Hitzesommer macht den Bäumen zu schaffen. Am Montag schlug etwa das Amt für Wald beider Basel Alarm: Ganze Baumgruppen seien aufgrund der anhaltenden Hitze abgestorben. Vor allem die Buche sei betroffen, aber auch der Bergahorn und die Weisstanne.

Im Kanton Luzern ist die Situation anscheinend noch nicht ganz so schlimm. «Fälle von absterbenden Bäumen wegen Trockenheit sind mir im Kanton Luzern noch nicht bekannt», sagt Urs Felder, Leiter der Waldregion Entlebuch. «Gesunde Bäume vertragen viel, besonders wenn sie in einem Wald stehen.» Die Lage könne sich durchaus ändern, wenn die Hitzeperiode weiter andauere. Über Regen würden sich Felder freuen. «Es benötigt schon einen Dauerregen», so Felder. Ein Platzregen tue es nicht mehr, damit die Trockenheit zurückgehe.

Wasser aus dem Reuss-Rotsee-Kanal

Die Hitze hält auch die Gärtner der Stadt Luzern auf Trab. «Schon seit Frühling ist klar: Dieser Sommer wird heiss und trocken», sagt Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei Luzern. «Entsprechend haben wir uns vorbereitet.» Heuer gössen die rund 100 Mitarbeiter deutlich intensiver als in den Vorjahren. Um wie viel Kubikmeter es sich konkret handle, lasse sich erst im Herbst errechnen. Zum Giessen verwendet die Stadtgärtnerei neben Trinkwasser auch das Wasser aus dem Reuss-Rotsee-Kanal oder aus dem Vierwaldstättersee.

Da die Gärtner schon im Voraus wussten, was auf die Pflanzen zukommt, haben sie bereits im Frühling einzelne Ansaaten und Pflanzungen terminlich zurückgestellt. «Gewisse Arbeiten haben wir in den Herbst verschoben, da es dann mehr Feuchtigkeit hat», erklärt Cornel Suter. Im Rampenlicht stehen zurzeit vor allem die Blumen, welche die Rabatten der Stadt sowie die Kapellbrücke zieren. Sie habe man erst vor einigen Wochen gesetzt. Besonders gefährdet seien zudem Jungbäume. «Sie muss man besonders stark giessen.»

Wildtiere wissen sich selbst zu helfen

Nicht nur für die Pflanzen, auch die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei haben sich für die Temperaturen gewappnet. Ihre Arbeit im Hitzesommer beginnt teilweise bereits um 5 Uhr früh anstatt um 7 Uhr. «Wenn es der Betrieb zulässt, schieben wir einzelne Schichten unserer Gärtner nach vorne, damit sie weniger lang an der brütenden Hitze arbeiten müssen», sagt Suter. Ausserdem stelle die Stadtgärtnerei für ihre Mitarbeiter kostenlos Mineralwasser und Sonnencremes sowie die geeignete Arbeitskleidung zur Verfügung.

Und wie sieht es eigentlich mit den Tieren aus? «In der Regel sind keine Massnahmen nötig, um Wildtieren auszuhelfen», sagt Christian Frank, der die Umweltberatung Luzern leitet. «Tiere muss man nicht lehren, gegen die Hitze zu bestehen.» Gämsen etwa zögen sich ganz von alleine in höhere und schattigere Gebiete zurück. «Wenn es Verluste gibt, so ist das Teil eines natürlichen Prozesses.»

Länger statt häufiger giessen

Was kann man als Hobbygärtner tun, um die eigenen Pflanzen durch die Hitzewelle zu bringen? Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei Luzern, hat einige nützliche Tipps. Regel Nummer eins ist natürlich das Giessen. Bei Hitze brauchen Pflanzen mehr Wasser. Dabei muss man nicht unbedingt häufiger giessen, sondern länger – bis das Wasser in den Wurzelbereich vorgestossen ist. «Nur fünf Minuten oberflächlich giessen reicht nicht», erklärt Suter. «Lieber alle zwei bis drei Tage und kräftig giessen, statt tagtäglich und nur wenig.»

Um weniger Trinkwasser zu verbrauchen, sammelt man idealerweise Regenwasser in einer Tonne. Die Hitzewelle sollte einen nicht davon abhalten, ökologisch zu denken. «Es regnet und gewittert ja trotz Trockenheit hin und wieder», sagt Suter. Giessen sollte man eher abends, damit das Wasser nicht gleich wieder verdunstet.

Wenn es so heiss ist wie heuer, sollte man auf das Düngen von Rasenflächen verzichten, weil Dünger den Rasen verbrennen kann. Den heimischen Rasen sollte man nicht zu tief mähen – denn das kann dazu führen, dass die Halme durch die Sonneneinstrahlung verbrennen. Ältere Bäume muss man nicht extra giessen. «Die werden nicht eingehen, wenn sie bereits 40 bis 50 Jahre alt sind», sagt Cornel Suter. «Ausserdem müsste man unzählige Liter an einen Baum schütten, bis er das Wasser aufnehmen kann. Das wäre unverhältnismässig.»

Gesucht: Die schönsten Pflanzen-Inseln

Verkehrsinseln, Kreisel, unscheinbare Strassenränder – oder auch repräsentative Uferpromenaden: Überall finden sich gestaltete Grünflächen mit Blumen, die zurzeit besonders schön blühen. Wo liegt Ihre Lieblings-Blumenrabatte? Wo findet man den ökologisch wertvollsten Strassenrand? Senden Sie uns Ihre Bilder an region@luzernerzeitung.ch Die besten Bilder werden dann in der Zeitung publiziert. (red)

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