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So hoch war der Frauenanteil im Luzerner Parlament noch nie

41 der 120 Sitze werden neu von Politikerinnen belegt. Der Frauenanteil beträgt im Kantonsrat damit 34,2 Prozent. Gepunktet haben Frauen vor allem in den Wahlkreisen Luzern-Land, Entlebuch und Hochdorf.
Roseline Troxler

Noch nie haben für den Luzerner Kantonsrat mehr Frauen kandidiert – nämlich deren 315. Das manifestiert sich nun bei den Resultaten. Der Frauenanteil ist mit 34,2 Prozent so hoch wie noch nie. 41 Frauen schafften den Sprung in den Kantonsrat. Gegenüber den Wahlen vor vier Jahren hat ihr Anteil um 5 Prozentpunkte zugelegt.

Gross ist die Freude bei Claudia Bernasconi, die als CVP-Frau die Wiederwahl geschafft hat und sich im überparteilichen Netzwerk «Frauen Luzern Politik» für eine bessere Vertretung der Frauen engagiert. Das Netzwerk mit Politikerinnen jeglicher Couleur wurde 2016 gegründet und führte etwa Workshops für Kandidatinnen durch. Zum Resultat sagt Bernasconi:

«Ich bin sehr stolz. Darauf werden wir sicher noch anstossen.»

Sie sieht mehrere Faktoren, die zur Zunahme führten: «Die Bevölkerung ist sensibilisierter für das Thema. Das liegt vor allem an der reinen Männerregierung der letzten vier Jahre.» Ausserdem habe das Netzwerk über die Parteigrenzen hinweg mobilisiert. Nicht zuletzt sei das Thema von den Medien aufgenommen worden. Nebst der Zunahme bei den Gewählten hebt die Grepper Gemeindepräsidentin hervor, dass auf den vorderen Ersatzplätzen viele Frauen stehen. Gut möglich, dass sich der Frauenanteil während der Legislatur noch erhöht.

Auch im Entlebuch gab's 2 Sitze mehr

Gepunktet haben die Frauen vor allem in den Wahlkreisen Luzern-Land (+3 Sitze), Entlebuch (+2 Sitze) sowie Hochdorf (+1 Sitz), während die Zahl der Mandate in Frauenhand anderswo stagnierte. «Dass wir auch in Regionen wie dem Entlebuch zulegen konnten, freut mich riesig», meint Bernasconi. «Es zeigt, dass das Thema überall angekommen ist.»

Dass sich die Frauen in der Stadt nicht weitere Sitze sichern konnten, führt sie auf das bereits hohe Niveau in diesem Wahlkreis zurück und sagt: «Hier hat die Parteienfrage noch eine wichtigere Rolle gespielt. Das Thema Frauenvertretung ist bei der städtischen Bevölkerung schon länger präsent.» Verloren haben die Frauen aber ausgerechnet bei Bernasconis Partei, der CVP (minus 1 Sitz) sowie bei der FDP (ebenfalls minus 1 Sitz). Dies führt sie allerdings vor allem darauf zurück, dass die Mitte insgesamt eingebüsst hat. «Leider hat es hier auch Frauen getroffen.»

Eine Zunahme an Mandaten gibt es für Frauen hingegen bei SP (+3) und Grünen (+3). Und auch die GLP- und SVP-Frauen konnten sich je ein weiteres Mandat sichern. Mit durchschnittlich 46 Jahren sind die gewählten Frauen jünger als die Männer (Durchschnittsalter von 51 Jahren).

Trotz hohem Anteil: Der Schub, den Frauen letzte Woche im Kanton Zürich erlebten, blieb in Luzern aus. Im Zürcher Parlament stieg der Frauenanteil auf 39,4 Prozent. Für die CVP-Politikerin ist klar: «Wir vom Netzwerk Frauen Luzern Politik wollen auch bei den Ständerats- und Nationalratswahlen im Herbst wieder aktiv sein.» Und unabhängig davon, wie der zweite Wahlgang im Mai ausgeht. «Auch eine zweite Frau würde dem Gremium gut tun», sagt Bernasconi – bereits mit Blick auf die Wahlen von 2023.

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