So jodelt die Schweiz – im KKL trafen sich Jodlerklubs zum Neujahrskonzert

Das Neujahrskonzert mit Jodlerklubs aus der ganzen Schweiz deckte die grosse Vielfalt an klanglich, harmonisch und rhythmisch variierenden Jodelliedern und Naturjodel auf.

Monika van de Giessen
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Im Bild: Jungjodler Wyssi Burg aus Därstetten.

Im Bild: Jungjodler Wyssi Burg aus Därstetten.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 9. Januar 2020)

Jodeln geniesst eine ungebrochene Popularität. Das Neujahrskonzert im KKL, vor beinahe ausverkauften Rängen glich einem Mini-Eidgenössischen, bei dem die Jodlerinnen und Jodler die Höchstnote – um bei der Jodlersprache zu bleiben – verdient hätten.

Moderator Emil Wallimann.

Moderator Emil Wallimann.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 9. Januar 2020)

Das Konzert vom Donnerstag stand unter dem Patronat des Eidgenössischen Jodlerverbandes EJV und trug die Handschrift des gebürtigen Obwaldners Emil Wallimann, heute wohnhaft in Ennetbürgen. Mit viel Fachwissen und interessanten Informationen zu den jeweiligen Interpreten übernahm dieser auch die Moderation. Wallimann beschäftigte sich schon länger mit dem Gedanken, ein Konzert im KKL, ausschliesslich mit Jodlerinnnen und Jodlern zu gestalten, also ohne instrumentale Zwischenspiele.

Emil Wallimann erklärte:

«Ein Ziel war, dass die Interpreten mindestens ein Jodellied oder einen Naturjodel vortrugen, die vor 1960 komponiert wurden. Gleichzeitig wollte ich die verschiedenen Stilrichtungen und Eigenheiten des Jodelgesangs aufzeigen.»

Der Reingewinn des Konzerts fliesst ausschliesslich in die Nachwuchsförderung.

Innerschweizer überzeugten

Es ist schwierig, aus dieser geballten Ladung Jodelgesang die Rosinen herauszupicken. Der eidgenössische Jodlerverband zählt fünf Unterverbände. Seitens des Zentralschweizerischen Jodlerverbandes ZSJV standen der Trachtenchor Schüpfheim, unter der Leitung von Irma Cèspedes-Bucher, die Jodlergruppe Bärgröseli Alpnachstad, Leitung Antonia Gasser und die Fahnenschwinger Robi Lussi, Toni Zimmermann, Werni Gisler und Pius Odermatt auf der Bühne. Oft kopiert, doch nie erreicht, könnte die Affiche für die Bärgröseli-Jodler aus Alpnachstad lauten. Ihre Stärke liegt ganz klar beim Obwaldner Naturjuiz. Was die Jodler aus Alpnachstad in ihren beiden Vorträgen «Dr Waldliftler» und «Lena’s Aigeglanz» boten, war eine Demonstration von echtem, unverfälschtem Jodelgesang.

Ein weiteres Highlight war der Auftritt des Trachtenjodlerchors Schüpfheim. «Reine Frauenjodlerchöre sind nichts Neues», klärt Wallimann auf. In der Tat, der Trachtenchor Schüpfheim wurde bereits 1934 gegründet. Mit viel Einfühlungsvermögen, einem ausgewogenem Chorklang und einer dynamischen Gestaltung trugen die 28 Frauen ihre beiden Naturjodel vor.

Der Trachtenchor Schüpfheim.

Der Trachtenchor Schüpfheim.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 9. Januar 2020)

Besonderen Applaus erhielt der Jodlerklub Ebnat-Kappel, unter der Leitung von Hansueli Hersche. Wenn die Toggenburger einen Naturjodel anstimmen, dann nennen sie das johlen. Bestechend wirkte der Klang ihres Gesangs, der im KKL-Saal besonders zum Tragen kam. «Der Unterschied zum eigentlich geografisch nahe gelegenen Appenzeller Gesang sei, dass die Melodien lebendiger, lüpfiger, mit Überraschungsteilen gesungen werden», verriet Martin Hersche, Präsident des Jodlerklubs Ebnat-Kappel. Das Datum des 2. Jodler-Neujahrskonzerts steht fest: Es findet am 10. Januar 2021 statt.