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So raffiniert sind die digitalen Veloständer am Bahnhof Luzern

Studenten der Hochschule Luzern haben bei der Entwicklung der elektronischen Veloständer mitgeholfen, die per App reservierbar sind. So muss das System etwa garantieren, dass man das Velo auch bei einem Internet-Ausfall entriegeln kann.
Simon Mathis
Noch sind vor dem Bahnhofsgebäude die Veloparkplätze, die bald per Smartphone reserviert und gemietet werden können, abgesperrt. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern 13. September 2019)

Noch sind vor dem Bahnhofsgebäude die Veloparkplätze, die bald per Smartphone reserviert und gemietet werden können, abgesperrt. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern 13. September 2019)

Direkt vor dem Bahnhof Richtung Torbogen, wo bisher eine Veloreihe stand, entsteht zurzeit ein Veloparkplatz der besonderen Art. Die SBB testen ein System, mit dem man per Handy einen Veloplatz reservieren und zahlen kann (wir berichteten). Entwickler der digital gesteuerten Veloständer ist das Luzerner Start-up Smartmo. Zu den Veloständern gehört zudem eine verschliessbare Helmbox, die gleichzeitig eine Ladestation für E-Bikes ist.

Luzern ist die erste Stadt, in der Smartmo den digitalen Veloständer testet. Hier beginnt der Versuch am 24. September. Danach folgen weitere Tests in Solothurn (ab 2. Oktober), im Hauptbahnhof Zürich (ab 8. Oktober), in Uster (ab 16. Oktober) und in Basel auf dem Areal Wolf (ab 24. Oktober). Per Plakate und Flyer wurden die Velobesitzer dazu angehalten, ihre Velos bis zum 11. September zu entfernen. Die verbleibenden Velos haben die SBB eingezogen und in der Velostation hinter der Universität eingelagert.

Auch fünf Studenten der Wirtschaftsinformatik arbeiteten am Projekt mit. Im Rahmen eines Business-Praxis-Moduls der Hochschule Luzern entwickelten sie eine Sicherheitskomponente für den Schliessmechanismus. Das Unternehmen Smartmo arbeite in mehreren Projekten eng mit der Hochschule Luzern zusammen. Die 25-jährige Studentin Anja Zimmermann, welche die Studentengruppe leitetet, sagt:

«Wir haben uns mit der Ausfallsicherheit der Veloständer beschäftigt – so mussten wir etwa garantieren, dass man das Velo auch entriegeln kann, wenn das Internet ausgefallen ist.»

Für die dafür nötige Komponente habe es keine Vorlage gegeben. «Wir haben etwas ganz Neues, Innovatives an der Schnittstelle zwischen Schloss- und Kommunikationssteuerung geschaffen», sagt die Hildisriederin, die im siebten Semester im Departement Informatik studiert. Das Projekt dauerte zwei Semester – von Sommer 2018 bis Sommer 2019.

Laut Hochschule Luzern sind 100 elektronische Abstellplätze geplant. Diese seien alle miteinander vernetzt. Deshalb müsse man zum Beispiel auch verhindern, dass bei einem Defekt an einem Ort gleich auch alle anderen Schlösser aufspringen. «Die Velos sind mit einem ausgeklügelten Schliessmechanismus gesichert», so Zimmermann.

Der Interessenverband Pro Velo blickt mit gemischten Gefühlen auf den Versuch der SBB. Man werde ihn genau beobachten, sagt Co-Präsident Nico van der Heiden (SP). Die Veloständer hätten im Verband rege Diskussionen ausgelöst. Er sagt:

«Der Nachteil ist klar – durch die Installation der Abstellplätze wird es weniger Veloplätze geben. Ausserdem fragen wir uns, wie hoch die Nachfrage nach kostenpflichtigen Veloplätzen effektiv ist.»

Andererseits bieten die SBB hier durchaus einen Top-Service. «Einen Veloplatz zu reservieren und auf Nummer sicher zu haben, ist ausserordentlich praktisch.»

Wieviel ein digitaler Veloparkplatz kostet, werden die SBB erst an der Medienorientierung zur Eröffnung der Anlage am 24. September kommunizieren.

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