So reagieren betroffene Standorte

Merken
Drucken
Teilen

Schliessungen Die Zukunft von 16 Postfilialen in Luzern ist ungewiss. Die Reaktionen auf die drohende Schliessung fallen jedoch unterschiedlich aus:

  • Stadt Luzern: Fünf Filialen werden geschlossen. Bereits bekannt war, dass die Stellen Würzenbach, Hirschengraben, Schönbühl und Reussbühl auf der Kippe standen. Für drei der Standorte wurde eine Agenturlösung gefunden. Dazu gehört Würzenbach, wo künftig dieSpar-Filiale eine Agentur beherbergt. Quartierbewohner sind enttäuscht, wie der Augenschein vor Ort zeigt: «Dass ich künftig persönliche Dokumente in einem Geschäft abholen muss, akzeptiere ich nicht», sagt Dragan Mrdja (72). Auch Jacqueline Meusel (79) ist traurig: «Die Schliessungist schade. Hier hat es viele ältere Leute, die die Post nutzen. Es läuft gut.» Laut der veröffentlichten Lis­te ist auch der Standort an der Universität Luzern betroffen. Gegen die Schliessung regt sich Widerstand:Die SP Stadt Luzern forderte den Stadtrat auf, diese mit allen Mittelnzu verhindern.
  • Rickenbach: Der Widerstand gegen die Postschliessung ist gross.Die 3300 Einwohner zählende Gemeinde setzt sich seit gut zweiJahren gegen den Poststellenabbau zur Wehr. Die Interessengemeinschaft «Erhalt Poststelle 6221 Rickenbach LU»hat sich formiert, bis Mitte Mai wurden 2400 Unterschriften für eine Petition gesammelt. Gemeindepräsident Roland Häfeli sagt: «Wir haben die Aufgabe der Bevölkerung erhalten, dass wir uns gegen den Abbau wehren sollen, und diese Position werden wir auch gegenüber der Post vertreten.» Häfeli hofft, dass der Prozess in Bundesbern gegen den Abbau der Poststellen schnell vonstattengeht und die Gemeinde ihre Filiale allenfalls retten kann.
  • Flühli:Gemeindepräsidentin Sabine Wermelingerbedauert denSchliessungsentscheid. Überrascht sei sieaber nicht.Bereits laufen Gespräche bezüglich einer Agenturlösung. Wie sich diese genau gestaltet, wird von der Post am 13. Juni im Kurhaus kommuniziert. In Flühli blicktman dieser Änderung gelassen entgegen. Man habe bereits Erfahrungen sammeln können mit der Agentur in Sörenberg und habe nichts Negatives gehört. Trotzdem:Für die Einwohner von Flühli kann ein Gang zur Post nun dauern:«Je nachdem, wo jemand wohnt, kann sich die Strecke zur nächstgrösseren Filiale in Schüpfheim bis zu 30 Minutenhinziehen.»
  • Sempach: Der Poststandort in der Stadt Sempachwar auf einer von der Gewerkschaft Syndicom erstellten Liste als gefährdetaufgeführt. Nun will die Post dieFiliale in Sempach sicher bis 2020 aufrechterhalten. Stadtpräsident Franz Schwegler ist froh: «Die Postfiliale hatnicht nur einen Nutzen für die Kunden, sondern sorgt auch dafür, dass das Städtli wieder mehr belebt wird.» Trotzdem hatSchwegler Respekt gehabt vor der Entscheidung. «Es wäre sehr schade gewesen, hätten wir unsere Poststelle verloren.» Die Gemeinde verhandelt derzeitmit der Postwegen einesneuen Standorts für diebestehende Filiale.(mod)