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Diskussionsrunde zu den Luzerner Regierungsratswahlen: So schätzt ein Experte die Kandidaten ein

Die neun Regierungsratskandidaten lieferten sich bei der Diskussionsrunde unserer Zeitung einen verbalen Schlagabtausch. Nicht alle Kandidaten überzeugten dabei gleichermassen.
Roseline Troxler
Die Regierungsratskandidaten stellten sich am Podium im LZ-Auditorium auch Publikumsfragen. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. März 2019))

Die Regierungsratskandidaten stellten sich am Podium im LZ-Auditorium auch Publikumsfragen. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. März 2019))

Engagiert haben die neun Regierungsratskandidaten ihre Positionen und die politischen Ziele für ein Amt in der Luzerner Exekutive am Podium unserer Zeitung dargelegt. An der Diskussionsrunde vom Dienstagabend machten sich rund 150 Interessierte vor Ort ein Bild der Kandidaten. Doch wie kommen die Auftritte der vier Bisherigen und fünf Neuen bei einem Experten an?

Der Luzerner Politologe Olivier Dolder hat die Diskussionsrunde analysiert. Beachtet hat er dabei den Gesamteindruck der Anwärter für den Regierungsrat, die Rhetorik, die Gestik, die Klarheit der Aussagen und auch das Eingehen auf die Fragen der Moderatoren und des Publikums. Dolder stellt fest: «Im Grundsatz waren es solide Auftritte.» Die Kandidaten hätten zwar wenig überraschend, aber nachvollziehbar argumentiert. «Teilweise hätten die Aussagen konkreter sein können: Alle Kandidaten machten auch Gebrauch von Schlagworten und inhaltsleeren Metaphern.» Von der Körperhaltung her ist der Experte zufrieden. «Mit mindestens einer Hand auf dem Pult wirkten alle ruhig und professionell.» Keiner der Kandidaten sei mit «einer deutlich über- oder unterdurchschnittlichen Leistung aufgefallen», so Dolder. Der Politologe bezeichnet den Umgang der Kandidaten untereinander als «sehr anständig». Mit wenigen Ausnahmen habe es keinen direkten Austausch unter den Kandidaten gegeben.

Gelungene Auftritte und ausweichende Antworten

Die Einschätzung von Olivier Dolder zu den einzelnen Kandidaten erfolgt alphabetisch:

  • Korintha Bärtsch (Grüne, 34, Luzern): «Sie zeigte sich beim Podium angriffig und selbstbewusst. Dies gefällt ihrer Basis. Jedoch hat sie nicht auf alle Fragen direkt geantwortet – damit war sie aber in guter Gesellschaft.»
  • Roland Fischer (GLP, 53, Udligenswil): Dem Auftritt des GLP-Kandidaten und Alt Nationalrats verleiht Dolder das Prädikat «solid» und ergänzt: «Klassisch grünliberal präsentierte sich der Finanzfachmann als ökologisch, wirtschafts- und gesellschaftsliberal.».
  • Guido Graf (CVP, 60, Pfaffnau): «Der Gesundheits- und Sozialdirektor wirkte teilweise etwas lustlos, bei den Fragen zur Frauenvertretung in der Regierung sogar leicht gereizt. Lust an einer Debatte sieht anders aus.» Die Betonung, dass die Steuerstrategie vor seiner Zeit eingeführt wurde, habe nicht sehr kollegial gewirkt. «Graf war argumentativ und sprachlich weniger präzise als seine Kollegen.»
  • Jörg Meyer (SP, 50, Adligenswil): «Sein Auftritt war gelungen. Er äusserte sich oftmals sehr kritisch gegenüber der aktuellen Regierung. Sprachlich war er aber anständig gegenüber den anderen Kandidaten.»
  • Fabian Peter (FDP, 42, Inwil): «Er kann zufrieden sein mit seinem Auftritt am Podium. Dieser war fundiert.»Für Dolder bot der Auftritt keinerlei Angriffsfläche: «Ich sah Regierungsrat Peter auftreten.»
  • Rudolf Schweizer (Parteilose Schweizer, 55, Luzern): «Er war der einzige Kandidat, bei dem es teilweise schwierig war, seiner Argumentation folgen zu können.»
  • Marcel Schwerzmann (parteilos, 54, Kriens): «Der Finanzdirektor wirkte ruhig, überlegt und er sprach sehr flüssig.» Abzüge gibt es von Dolder höchstens für seine Antwort auf eine Publikumsfrage, ob die Jungen politisch erreicht werden. «Hier war er zu wenig selbstkritisch.»
  • Paul Winiker (SVP, 62, Kriens): «Wie bei den meisten seiner Auftritte war der Justiz- und Sicherheitsdirektor solide. Allerdings sagte er im Vergleich zu den anderen Kandidaten wenig.» Als irritierend bezeichnet Dolder die Tatsache, dass Paul Winiker stark betonte, dass man sich seine Regierungsratskollegen nicht aussuchen könne. «Das tönt fast so, als wäre die Stimmung im Gremium schlecht.»
  • Reto Wyss (CVP, 53, Rothenburg): «Seinen Auftritt betrachte ich als gelungen. Er kam nie in die Defensive und argumentierte stets souverän. Gleichzeitig wirke er locker, was ihn wiederum sympathisch erscheinen liess.»

Hinweis: Der Luzerner Olivier Dolder (34) ist Politologe und arbeitet bei Interface Politikstudien, Forschung und Beratung Luzern.

So lief die Podiumsdiskussion:

00'00" - Begrüssung und Auslosung der Gesprächsgruppen
06'10" - Statement in 60 Sekunden: Reto Wyss (CVP), Guido Graf (CVP), Roland Fischer (GLP), Korintha Bärtsch (Grüne) und Rudolf Schweizer (parteilose Schweizer)
14'30" - Politische Zusammensetzung im Kanton Luzern (Konkordanz, Parteienstärke, Frauenvertretung), Finanz- und Steuerpolitik und Verkehr
49'40" - Fragerunde
1h 01'30" - Statement in 60 Sekunden: Paul Winiker (SVP), Fabian Peter (FDP), Marcel Schwerzmann (parteilos), Jörg Meyer (SP)
1h 07'45" - Politische Zusammensetzung im Kanton Luzern (Konkordanz, Parteienstärke, Frauenvertretung), Finanz- und Steuerpolitik und Verkehr
1h 45'40" - Fragerunde
1h 55'30" - Sportlich-witziges Penaltyschiessen

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