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So schneidet ihre Stadt im Zentralschweizer Vergleich ab

In der Statistik der Schweizer Städte finden sich 18 Städte aus unserer Region. Wir haben die interessantesten Zahlen zusammengetragen – mit überraschenden Ergebnissen.
Jonas von Flüe
Die Gemeinde Risch ist seit 2006 um mehr als 24 Prozent gewachsen. Die Bautätigkeit ist vor allem im Ortsteil Rotkreuz gross.Bild: Boris Bürgisser (Rotkreuz, 17. Oktober 2017)

Die Gemeinde Risch ist seit 2006 um mehr als 24 Prozent gewachsen. Die Bautätigkeit ist vor allem im Ortsteil Rotkreuz gross.

Bild: Boris Bürgisser (Rotkreuz, 17. Oktober 2017)

Bevölkerungswachstum

8341 Personen wohnten in Risch, als Peter Hausherr (CVP) 2006 in den Gemeinderat gewählt wurde. Mittlerweile ist er Gemeindepräsident und die Bevölkerung um 24,2 Prozent gewachsen. Vor allem der Ortsteil Rotkreuz hat sich markant verändert. «Früher hat man sich im Dorf gekannt. Das ist nur noch teilweise der Fall», erzählt Hausherr. Grosse Unternehmen wie Roche und Novartis kurbeln den Wirtschaftsmotor an, die Nachfrage nach Wohnraum steigt. 6000 bis 7000 Personen pendeln täglich nach Rotkreuz. «Da noch einige Projekte in Planung sind, wird das Wachstum in den kommenden Jahren noch nicht abflachen», sagt Hausherr.

Anzahl Autos

In der Gemeinde Appenzell ist mehr als ein Auto pro Person registriert. Das ist allerdings auf die dort angemeldeten Mietautos zurückzuführen und deshalb nicht aussagekräftig. Den schweizweit zweithöchsten Wert weist Cham mit 837 Autos pro 1000 Einwohner auf. Gemeindepräsident Georges Helfenstein (CVP) erklärt diese hohe Zahl wie folgt: «Wir haben viele grosse Garagen, die Autos in unserer Gemeinde einlösen.» Die grösste Garage ist die Amag Zug. Am anderen Ende der Zentralschweizer Tabelle liegt Horw. Der Motorisierungsgrad beträgt 417 Autos pro 1000 Einwohner. Horw liegt nahe bei Luzern und ist gut an den öffentlichen Verkehr angebunden.

Wasserverbrauch

In der vorliegenden Statistik wird der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Einwohner und Tag erfasst. Darin enthalten sind nicht nur die Abgaben an Haushalte, sondern auch an Kleingewerbe und Industrie. Schweizer Spitzenreiter sind Zermatt (749 Liter) und Lugano (598 Liter). Zentralschweizer Spitzenreiter ist Sarnen, das nach Arth und Einsiedeln über die meisten Landwirtschaftsbetriebe verfügt. Gemeindepräsident Jürg Berlinger erklärt: «Dieser Wert sagt nichts über den effektiven Wasserverbrauch pro Einwohner aus, da er ein statistischer Mittelwert ist.» Die Gemeinde benötige aber eine sehr grosse Infrastruktur für relativ wenig Einwohner. Berlinger vergleicht Sarnen mit Steinhausen, das am anderen Ende der Tabelle liegt:

  • Sarnen gibt vier Mal mehr Wasser an Industrie und Gewerbe ab.
  • Sarnen hat vier Mal mehr Reservoire.
  • Das Leitungsnetz von Sarnen ist drei Mal grösser und hat damit mehr Leckstellen.
  • In Sarnen gibt es vier Mal mehr Laufbrunnen.

Der durchschnittliche Wasserpreis sei in Sarnen gar tiefer als in Steinhausen.

Ausländeranteil

Agglomerationsgemeinden weisen den höchsten Ausländeranteil auf. Spitzenreiter sind das an der deutschen Grenze liegende Kreuzlingen TG (54, Prozent), Renens VD (51,1 Prozent) und Spreitenbach AG (50,4 Prozent). In der Zentralschweiz sind Emmen und Zug diejenigen Gemeinden mit dem höchsten Ausländeranteil. In beiden Orten leben rund 10000 Ausländer. Betrachtet man deren Herkunft, unterscheiden sich die Städte jedoch grundlegend: In Zug stammen 18 Prozent der Ausländer aus Deutschland, in Emmen sind es nur 8 Prozent. Gleichzeitig sind in Emmen 14 Prozent der Ausländer Portugiesen, während es in Zug nur 4 Prozent sind.

Sport- und Kulturausgaben

In dieser Statistik gehen die Werte weit auseinander. Während in St. Moritz mehr als 2000 Franken pro Kopf für Kultur, Sport und Freizeit ausgegeben werden, sind es in Arth gerade mal 39 Franken. Auch die anderen Schwyzer Gemeinden liegen schweizweit eher am unteren Ende der Statistik. Überraschend: In Cham wird prozentual mehr für Kultur, Sport und Freizeit ausgegeben als in Luzern – zwei Drittel der Ausgaben fallen in Cham auf den Sport. Die Gemeinde verfügt über mehr als 110 aktive Vereine und hat im Sport- und Kulturbereich mit dem Lorzensaal, dem Schwimmbad und den Sportplätzen kostenintensive Anlagen.

Anteil Verheiratete

In keiner Schweizer Stadt gibt es so wenige verheiratete Paare wie in Bern. Nur jede dritte Person ist dort verheiratet. In Luzern sind es immerhin 36 Prozent, was dennoch der tiefste Wert aller Zentralschweizer Städte ist. Generell sind die Zentralschweizer durchaus heiratswillig. Neben Luzern liegen nur Stans und Sursee unter dem Schweizer Schnitt von 42,8 Prozent. Den schweizweit höchsten Anteil Verheirateter weist Uzwil SG mit 47,8 Prozent auf. Prozentual am meisten Geschiedene leben in Biel, La Chaux-de-Fonds und Grenchen.

Arbeitslosenquote

In 124 der 172 untersuchten Gemeinden nahm die Arbeitslosenquote 2016 im Vergleich zum Vorjahr zu. In Sarnen stagnierte sie auf sehr tiefem Niveau. Der Obwaldner Hauptort weist mit 1 Prozent die schweizweit tiefste Arbeitslosenquote auf. Gemeindepräsident Jürg Berlinger (CVP) sagt: «Wir haben im ganzen Kanton einen guten Branchenmix. Auch die Landwirtschaft und der Tourismus nehmen eine wichtige Stellung ein. Darum ist der Beschäftigungsgrad so hoch.» In Peseux NE sind 7,7 Prozent der Bevölkerung arbeitslos. Das ist Schweizer Höchstwert.

Leerwohnungsziffer

Suchen Sie eine Wohnung? Dann hoffentlich nicht in Risch, Horw, Sarnen oder Baar. Die dortigen Leerwohnungsziffern sind so niedrig, dass eine erfolgreiche Wohnungssuche fast unmöglich ist. In Risch stehen nur 0,04 Prozent der Wohnungen leer, das sind gerade mal zwei (Stand 1. Juni 2017). Gemeindepräsident Peter Hausherr (CVP) sagt: «Es wäre gar nicht möglich, so viel Wohnraum zu bauen, wie für die vielen Arbeitsplätze gewünscht wäre.» Die höchste Leerwohnungsquote weist Moutier BE auf mit 8,8 Prozent.

Anzahl Gästebetten

In Zermatt gibt es mehr Gästebetten als Einwohner. Auf 1000 Einwohner kommen 1093 Betten. Dahinter folgen die Wintersportorte Arosa (830 Betten) und St. Moritz (826). Die Zentralschweiz kann mit diesen Werten bei weitem nicht mithalten. Die Stadt Luzern verfügt über 5824 Gästebetten. Pro 1000 Einwohner sind das 71. Bei den Städten mit mehr als 50 000 Einwohnern belegt Luzern mit diesem Wert allerdings den Spitzenplatz. Steinhausen auf der anderen Seite belegt mit seinen 24 Gästebetten den letzten Platz in unserer Region.

Gebäude vor 1946

In Steinhausen standen 1946 nur gerade 69 Wohnhäuser – 2016 waren es 1009. In Ebikon waren es 171 Häuser – 2016 bereits 1962. Tendenz steigend. Demgegenüber stehen Städte mit historischem Kern wie Luzern, Zug oder Schwyz. In der Stadt Luzern sind vier von zehn Wohnhäuser älter als 70 Jahre.

* Untersucht wurden 172 Städte und städtische Gemeinden. Das Bundesamt für Statistik definiert Städte als zusammenhängende Kernzonen mit hoher Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte. Diese Kernzone weist eine Mindestanzahl von 12'000 EBL (=Summe aus Einwohnern, Beschäftigten und Logiernächten) auf.

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