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So sieht die neue Videowand im Bahnhof Luzern aus

Seit heute Montag ist die rund 100 Meter lange Videowand im Bahnhof Luzern in Betrieb. Sie soll vor allem Touristen zum 
richtigen Gleis geleiten. Neu sind auch vier interaktive Monitore: Sie lesen Blinden den Fahrplan vor.

Simon Mathis
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Nun ist sie also in Betrieb, die riesige Videowand im Bahnhof Luzern. Das sogenannte «eBoard» bestückt nun das gleisseitige Geländer im ersten Stock und erstreckt sich über sämtliche Perrons. Nach unten abgeschrägt informiert der Bildschirm ankommende Reisende darüber, wann die nächsten Züge und Busse fahren (wir berichteten).

Den roten Knopf zur Inbetriebnahme durften am Montag gleich vier Personen drücken: Regierungsrat Robert Küng (FDP), Stadtpräsident Beat Züsli (SP), Pascal Süess, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Luzern (VVL) und SBB-Regionenleiter Michel Berchtold. Sogleich fuhr ein digitaler Zug über die fast 100 Meter lange Videowand und führte die ganze Breite des Bildschirms vor Augen.

Ein Fünftel der
 Fläche für Werbung

Im Alltag sind solche Effekte aber eher selten: Über den jeweiligen Perrons sind die Anschlüsse für den gerade eingefahrenen Zug abzulesen. An den Perronrändern links und rechts findet sich je ein Werbefenster. Diese machen laut SBB einen Fünftel der Videofläche aus; zehn Bildschirmteile à zwei Meter. Über den Gleisen und Zügen sind Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen oder Eigenwerbung – etwa für Luzern Tourismus – zu sehen. Für die bezahlten Werbefenster ist die APG verantwortlich, für die restlichen Inhalte ein Redaktionsgremium, das sich aus Vertretern der SBB, des VVL, den VBL, der Zentralbahn und Luzern Tourismus zusammensetzt.

Hinweise und Bilder zu Veranstaltungen sollen für ankommende Touristen von Nutzen sein. (Bild: Nadia Schärli, 3. Juni 2019)

Hinweise und Bilder zu Veranstaltungen sollen für ankommende Touristen von Nutzen sein. (Bild: Nadia Schärli, 3. Juni 2019)

Die Wand soll vor allem Touristen ansprechen, die sich in der Stadt nicht auskennen. Am Montagvormittag zeigte die Wand pro Perron lediglich eine Handvoll Verbindungen an, auf den restlichen drei Vierteln des Screens war ein Stimmungsbild zu sehen. Zu Stosszeiten ist die ganze Videofläche über dem Perron für den Fahrplan reserviert, erläuterte Hans-Ulrich Glauser, der die Kundenanlagen und das Facility Management der SBB leitet. Auch Störungsmeldungen werden auf der Videowand ersichtlich sein. Alle Infos würden live aktualisiert.

Das Unternehmen Auviso mit Hauptsitz in Emmenbrücke verantwortete die Installation der Videowand des US-amerikanischen Herstellers Daktronics. «Die ungewöhnliche Umgebung erforderte eine präzise Planung», sagt Markus Bucher, Key Account Manager von Auviso. Man musste die Segmente nahe an den Oberleitungen der Züge vorbei nach oben hieven.

Die Videowand ist 99 Meter lang und reicht über alle Gleise. (Bild: Nadia Schärli, 3. Juni 2019)

Die Videowand ist 99 Meter lang und reicht über alle Gleise. (Bild: Nadia Schärli, 3. Juni 2019)

Beratende Funktion nahm die Kundenlobby Pro Bahn ein. Deren Präsidentin Karin Blättler zeigte sich am Montag zufrieden. «Wir wollten, dass die Videowand möglichst viele Infos vermittelt, dafür weniger flippig daher kommt», sagte Blättler. Das sei gelungen. Allerdings betonte Blättler, dass man nun genau auf die Rückmeldungen und Bedürfnisse der Kunden hören müsse.

Durch eine verständliche Signalisation wollen die SBB den Personenfluss am Bahnhof beschleunigen. (Bild: Simon Mathis, 3. Juni 2019)

Durch eine verständliche Signalisation wollen die SBB den Personenfluss am Bahnhof beschleunigen. (Bild: Simon Mathis, 3. Juni 2019)

SBB und VVL investierten gemeinsam 2,8 Millionen Franken in die Videowand. Auch vier kleinere neue Bildschirme für insgesamt 400'000 Franken stehen nun im Bahnhof. Sie zeigen, wann die nächsten Busse und Schiffe fahren. Rollstuhlfahrer können die Anzeige nach unten verschieben, um sie besser zu sehen. Blinde können sich die Abfahrtszeiten von einer Computerstimme vorlesen lassen.

So sehen zwei der vier interaktiven Monitore aus, die neu im Bahnhof stehen. (Bild: Simon Mathis, Luzern, 3. Juni 2019)

So sehen zwei der vier interaktiven Monitore aus, die neu im Bahnhof stehen. (Bild: Simon Mathis, Luzern, 3. Juni 2019)

Luzerner Bahnhof erhält eine riesige Videowand

Die SBB lancieren in Luzern ein Pilotprojekt. Ab nächstem Frühling wird eine immense Anzeigetafel über den Perrons Informationen zu Bahn-, Bus- und Schiff-Anschlüssen liefern. Auch Touristen sollen auf diese Weise Tipps erhalten.
Gabriela Jordan