So soll der Luzerner Bahnhofplatz mit den neuen Busperrons ab 2024 aussehen

Um mehr Busverbindungen zu ermöglichen, sind am Bahnhof Luzern zwei neue Durchmesserperrons geplant. Dafür müssen jedoch Strassen verbreitert werden.

Stefan Dähler
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Weil die Ausfahrt des Bahnhofplatzes ausgebaut werden soll, plant die Stadt Luzern eine Verbreiterung der Seebrücke. Zuerst mit einer Plattform auf der Seite Richtung See, später entlang der ganzen Brücke (wir berichteten). Grund für die Strassenverbreiterung ist ein im Jahr 2024 vorgesehener Umbau der Buskanten am Bahnhof. Konkret sollen zwei neue Durchmesserperrons entstehen. Diese würden die Zusammenlegung von Buslinien ermöglichen und könnten so den Bahnhofplatz entlasten, weil weniger Busse dort wenden müssten.

Vorgesehen sind die neuen Durchmesserperrons vor dem Hauptpostgebäude und beim Torbogen auf dem Bahnhofplatz (siehe Grafik).

Wie die Umsetzung genau aussehen wird, ist noch offen. «Das Projekt steht noch ganz am Anfang», sagt Daniel Nussbaumer, Projektleiter im städtischen Tiefbauamt. Bis weitere Details bekannt werden, dürfte es noch etwa ein Jahr dauern. Klar ist aber, dass mehr Platz benötigt wird. So soll nicht nur die Ausfahrt vom Bahnhofplatz auf der Seeseite verbreitert werden. Auch die teilweise bepflanzten Mittelinseln auf der Hauptstrasse würden aufgehoben, wie diese Visualisierung zeigt:

Visualisierung: Verkehrsverbund Luzern

Die genauen Ausmasse der Perrons, der Strassen und auch der neuen Plattform zur Verbreiterung der Seebrücke stünden aber noch nicht fest, so Nussbaumer.

Bisher wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Bis im Frühling 2021 soll nun das Vorprojekt erarbeitet werden, bis zum darauf folgenden Winter dann das konkrete Bauprojekt. Im Sommer 2022 ist die öffentliche Auflage sowie das Bewilligungsverfahren vorgesehen. Die Stadt rechnet frühestens im Frühling 2023 mit dem Baubeginn, die Arbeiten würden dann bis im Herbst 2024 dauern. Wie der Verkehr während der Bauzeit abgewickelt werden soll, ist derzeit noch unklar. «Aber das wird sicher eine Herausforderung», sagt Nussbaumer.

Kantonsrat muss Kredit bewilligen

Geplant wird das Projekt durch die Stadt Luzern im Auftrag des Kantons, da Kantonsstrassen betroffen sind. Aus diesem Grund wird letztlich auch der Kantonsrat über den Baukredit entscheiden müssen. Wann das der Fall sein wird, sei noch offen, teilt Beat Hofstetter, Abteilungsleiter Planung Strassen bei der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur, auf Anfrage mit. Das hänge vom Bewilligungsverfahren ab.

Gemäss dem kantonalen Bauprogramm 2019–2022 sind für das Projekt Kosten von 4,4 Millionen Franken vorgesehen. Es handelt sich aber erst um eine Schätzung. «Die genauen Kosten werden erst nach Abschluss der Planung feststehen», so Hofstetter.

Für den Verkehrsverbund Luzern (VVL) sind die geplanten Durchmesserperrons von grosser Bedeutung. Mediensprecher Romeo Degiacomi sagt:

«Ohne diese ist ein Ausbau des Busangebots am Bahnhof Luzern nicht mehr möglich.»

Durch die Zusammenlegung von Buslinien erhöhe sich zudem auch der Komfort für die Fahrgäste. Auch bei den mehrjährigen Bauarbeiten für den Durchgangsbahnhof könnten die Perrons eine wichtige Rolle spielen, denn die Arbeiten dürften den Verkehr auf dem Bahnhofplatz stark beeinträchtigen.

Neue Linie zwischen Würzenbach und Littau

Vorerst ist geplant, bei der Inbetriebnahme der neuen Durchmesserperrons die neue Linie 3 zwischen Würzenbach und Littau Gasshof einzuführen. Diese soll den 12er und einen Teil des 8ers vereinen. Die Planungen sind fortgeschritten. So ist bereits klar, dass auf dem Abschnitt Kreuzstutz-Michaelshof Fahrleitungen errichtet werden sollen, den Rest der Strecke in Littau sollen die Busse im Batteriebetrieb bewältigen.

Ebenfalls 2024 vorgesehen ist die Zusammenlegung der anderen Hälfte des 8ers mit dem 19er zur Linie Hirtenhof-Bahnhof-Kantonsspital-Friedental/Emmenbrücke Bahnhof. Im Konzept Agglo Mobil 4 ist zudem noch die Zusammenlegung der Linien 20 und 24 zwischen Horw und Meggen erwähnt. Die entsprechenden Pläne seien derzeit aber noch nicht weit fortgeschritten, so Degiacomi.

Infos zum Projekt Durchmesserperron finden Sie hier.

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