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So soll die Luzerner Bevölkerung ab sofort Wasser sparen

Autos nicht mehr waschen, Gärten nicht bewässern und duschen statt baden: So wollen die Gemeinden den Wasserverbrauch reduzieren. Denn vielerorts ist das Gut knapp – und die nächsten Tage bringen keine Besserung.
Yasmin Kunz
Trotz Seeanstoss müssen die Weggiser Wasser sparen – im Bild Gemeindepräsident Roger Dähler. (Bild: Corinne Glanzmann (3. August 2018))

Trotz Seeanstoss müssen die Weggiser Wasser sparen – im Bild Gemeindepräsident Roger Dähler. (Bild: Corinne Glanzmann (3. August 2018))

Es vergeht kein Tag, ohne dass nicht eine Anfrage zum Umgang mit der Trockenheit bei der Dienststelle Umwelt und Energie (Uwe) des Kantons Luzern eingeht. Sei das von Medien, Gemeinden oder Privatpersonen. So wollen derzeit etliche Gemeinden im Kanton wissen, ob man Wasser sparen muss und welche Ratschläge sie der Bevölkerung am besten geben können.

Der Kanton hat dabei allerdings nur eine beratende Funktion. Er hat weder die Übersicht, welche Gemeinde zum Wassersparen aufruft, noch, wo die Lage punkto Trockenheit besonders prekär ist. «Die Wasserversorgung gehört in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Gemeinden», erklärt Werner Göggel, Abteilungsleiter für Gewässer und Boden bei der Dienststelle. Er begrüsst jedoch, dass die Gemeinden für einen «haushälterischen Umgang» mit Wasser appellieren.

Fürs «kleine Geschäft» nur einen Teil des Behälters brauchen

Die Korporation Dorf Ruswil, zuständig für die Trinkwasserversorgung, beispielsweise hat am Dienstag ein Merkblatt zum Wassersparen herausgegeben. Sie rät darin unter anderem anstelle eines Vollbads zu duschen, Pools nicht zu füllen und auf das Autowaschen zu verzichten. Deren Präsident Peter Niffeler sagt: «Der Aufruf hat Wirkung gezeigt, in den letzten Tagen wurde weniger Wasser verbraucht.» Die Quellwassermenge ist zurzeit rückläufig und man muss mit abgepumptem Grundwasser ausgleichen. Das führt gemäss Niffeler vor allem zu Spitzenzeiten, also morgens und abends, zu Lieferschwierigkeiten.

Zu ähnlichen Massnahmen rät Konrad Langenegger, Gemeindepräsident (SVP) von Meierskappel. Er sagt bezüglich Wassersparen: «Die Landwirte in den höheren Lagen haben sich geärgert, dass unten im Dorf die Gärten noch bewässert wurden, während sie selber kein Wasser mehr hatten.» Auch er selber sei bedacht auf einen sparsamen Umgang mit Wasser. So giesst er seine Blumen nur mit gesammeltem Regenwasser. Ausserdem nehme er derzeit auch kein Vollbad, sondern eine «heftige, kurze und kalte Dusche». Und dies nur einmal pro Tag. «Dann stinken wir halt zwischendurch ein bisschen mehr», sagt er und lacht.

In Weggis sind Wasserspartipps noch genauer beschrieben. So heisst es auf der Homepage etwa: Für die Toilettenspülung beim «kleinen Geschäft» soll man nur einen Teil des Spülkasteninhalts brauchen. Während des Zähneputzens und Rasierens soll man den Wasserhahn zudrehen und Geschirrspül- und Waschmaschinen nur in Betrieb setzen, wenn sie voll sind. Es erstaunt, dass die Gemeinde Weggis mit Seeanstoss bereits jetzt zum Wassersparen aufruft. Gemeindepräsident Roger Dähler sagt: «Das Merkblatt hat präventiven Charakter. Die Lage in Weggis ist angespannt, aber noch nicht prekär.» Für den parteilosen Politiker ist wichtig, dass man vorab auf die Situation aufmerksam macht, bevor die Lage ernst wird. Er selber setze diese Tipps ebenfalls um, wie er sagt. So würde er derzeit seine Blumen nur minimal bewässern und sein Wagen werde aktuell nicht gewaschen. «Es tut ja niemandem weh, wenn das Auto schmutzig ist.»

«Der Aufruf hat Wirkung gezeigt, in den letzten Tagen wurde weniger Wasser verbraucht.»

Wer die Ratschläge nicht befolgt, muss in keiner Gemeinde mit Konsequenzen rechnen, denn es handelt sich um Ratschläge, nicht Verbote. Greppen, Vitznau und Weggis sind in einem Wasserverbund und helfen einander aus. Dähler weist zudem darauf hin, dass in Weggis und Vitznau viele Hotels stehen, die aktuell gut besetzt seien. «Die Hochsaison führt auch zu einem erhöhten Wasserverbrauch.»

Die Luzerner Hotels ergreifen wegen der Trockenheit allerdings keine Wassersparmassnahmen. Es sei nicht im Sinne der Hoteliers, den Gästen vorzuschreiben, wie sie mit dem Wasser umgehen müssen, sagt Conrad Meier, Präsident der Zentralschweizer Hotels. Man appelliere – wie das seit langem Usus ist – an den gesunden Menschenverstand. So werden die Gäste etwa darauf aufmerksam gemacht, die Tücher erst dann in die Wäscherei zu geben, wenn es nötig ist.

Emmen muss für einmal nicht sparen

Nicht alle Gemeinden müssen derzeit Wasser sparen. Auf der Homepage der Gemeinde Emmen etwa heisst es: «Trotz der langanhaltenden Trockenphase ist die Wasserversorgung für alle Bezüger vollkommen gesichert.» Deshalb rufe man die Bevölkerung nicht explizit zum Wassersparen auf. Dennoch sei ein sinnvoller Umgang zu begrüssen. Die Gemeinde Emmen liegt an der Reuss und ist daher betreffend Grundwasser gut versorgt. Anders sieht es gemäss Werner Göggel vom Uwe im unteren Seetal und in den höheren Lagen im Kanton Luzern aus. Für ihn ist klar: «Im Nachgang zu diesem Sommer müssen wir überlegen, wie sich die Wasserversorgungen für die Zukunft rüsten sollen. Die Situation, wie sie heute ist, wird in Zukunft häufiger auftreten.»

Bis und mit Donnerstag bleibt es sonnig und heiss. Die Temperaturen erreichen bis zu 34 Grad. Regen ist bis auf weiteres nicht in Sicht; zwischendurch könnte es vereinzelt in den Alpen zu einem Hitzegewitter kommen. Ab Donnerstag soll die Gewitterneigung zunehmen, schreibt Meteo Schweiz.

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