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So soll Luzern Süd lebendig werden

Der Bauboom in Luzern Süd stellt nicht nur Verkehrsplaner vor Herausforderungen. Ein «Sozialraumkonzept» soll dafür sorgen, dass sich die Bewohner im neuen Quartier auch wohlfühlen.
Stefan Dähler
Visualisierung der künftigen Pilatus-Arena im Mattenhof. In Luzern Süd werden dereinst Tausende von Menschen arbeiten und wohnen. (Visualisierung: PD)

Visualisierung der künftigen Pilatus-Arena im Mattenhof. In Luzern Süd werden dereinst Tausende von Menschen arbeiten und wohnen. (Visualisierung: PD)

Tausende Wohnungen und Büros, Hotels, Läden, ein Wellness-Zentrum: Luzern Süd zwischen Kriens, Horw und Luzern soll sich in den nächsten Jahren von einem Randgebiet zu einem neuen Stadtteil entwickeln. Wie Luzern Süd verkehrstechnisch erschlossen wird, ist schon einigermassen absehbar. Die Bahnhöfe Mattenhof werden ausgebaut, weiter soll mit der «Süd-Allee» eine Verbindungsachse entstehen. Städtebaulich ist also schon einiges aufgegleist.

Wohin gehts zum Feierabendbier?

«Die sozialräumliche Dimension wurde dagegen bisher unterschätzt», sagt der Krienser Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne). Dabei gehe es und öffentliche Räume und öffentliche Nutzungen wie beispielsweise um Schulräume, Recyclingstellen, Freiflächen, Biodiversitätsflächen und Möglichkeiten, den Hund zu versäubern bis hin zur Frage, wo man sich abends trifft um ein Bier mit den Nachbarn zu trinken. Diesen Themen wollen sich die drei beteiligten Gemeinden und der Verband Luzern Plus nun vermehrt widmen. An einem Workshop, der bereits im März stattfand, haben rund 50 Personen darüber diskutiert. Dabei handelte es sich vor allem um Fachleute aus kantonalen und kommunalen Verwaltungen, Quartiervertreter und Vertreter von Schulen, Vereinen, Verbänden sowie Ladenbesitzer und Immobilienunternehmer. Die Resultate sind vor wenigen Tagen veröffentlicht worden. Es kristallisieren sich unter anderem folgende Wünsche heraus:

  • Öffentliche Plätze/Pärke: Die Erdgeschosse der Neubauten sollen möglichst eine öffentliche Nutzung erhalten. Plätze und Freiflächen sollen als Begegnungsorte genutzt werden. Auch Brachen sollen vorübergehend zwischengenutzt werden, wie das etwa am Seetalplatz geschieht.
  • Quartierleben: Es soll Quartierläden und Quartierbüros geben, zudem soll auch günstiger Wohnraum geschaffen werden.
  • Schule: In Luzern Süd ist ein neues Schulhaus geplant. Dieses soll aber nicht auf Kosten von Freiflächen realisiert werden.

Was geschieht mit diesen Wünschen? «Die Resultate sollen nun in ein sozialräumliches Konzept einfliessen, das seinerseits Inputs für den regionalen Richtplan Luzern Süd liefern wird», sagt Wiget. Der Richtplan wird von Luzern Plus erlassen und behördenverbindlich sein. Wiget rechnet damit, dass dieser nächstes Jahr öffentlich aufgelegt werden kann.

Eigentümer müssen wohl entschädigt werden

Ziel des Richtplans werde unter anderem sein, «die Räume für die öffentlichen Nutzungen zu sichern», so Wiget – also bei Bauprojekten freie Innenhöfe oder Plätze vorzuschreiben. «Es kann sein, dass Eigentümer dafür entschädigt werden müssen, weil sie ihr Grundstück nicht mehr voll nutzen können.» Als Kompensation wäre etwa ein Nutzungsbonus – also die Möglichkeit einer dichteren Bauweise – denkbar. «Weiter gibt uns die Mehrwertabgabe Spielraum für Verhandlungen», sagt Wiget: Steigt der Wert eines Grundstücks aufgrund einer Um- oder Aufzonung, muss der Eigentümer nach Gesetz einen Teil des Mehrwerts an die Gemeinde abliefern. Wie hoch dieser Betrag ist, könnte auch von der Realisierung dieser Freiräume abhängen.

Zahlreiche Bauprojekte im Gebiet Luzern Süd sind allerdings bereits im Entstehen. Kommt das sozialräumliche Konzept nicht zu spät? «Sobald die Erkenntnis da ist, muss die Behörde handeln. Es gibt noch viele Gebiete, die mittel- oder langfristig neuen Nutzungen zugeführt werden», sagt Wiget. Als Beispiele nennt er den Hinterschlund, das Nachbarsgrundstück des Nidfelds oder jenes gegenüber dem Südpol. «Hinzu kommen dann noch hoffentlich grossflächige Überdachungen der Autobahn im Rahmen des Bypass-Projekts.»

Sehr langfristiger Planungszeitraum

Zu den im Workshop eingebrachten Ideen will sich Wiget im Detail noch nicht äussern. «Im Vordergrund steht nun wie erwähnt die Sicherung des Raums.» Welche Bedürfnisse die Bewohner in Zukunft haben werden, werde sich zeigen. «Der Planungshorizont ist sehr langfristig.» Auch die Standorte für öffentliche Nutzungen stünden noch nicht fest. Diese zu definieren, sei nun genau die Arbeit, die bevorsteht.

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